Saab und General Atomics haben am 19. Mai in Kalifornien den Erstflug einer Drohne mit luftgestützter Frühwarntechnik absolviert.
Die beiden Unternehmen haben nach eigenen Angaben den ersten Flug einer unbemannten Lösung zur luftgestützten Frühwarnung (Airborne Early Warning, AEW) absolviert. Möglich wurde dies durch die Integration des von Saab entwickelten Radarsensors LoyalEye in die ferngesteuerte Drohne MQ-9B von GA-ASI. Die zugrunde liegende Partnerschaft der Unternehmen war 2025 angekündigt worden.

Ablauf und Zeitplan
Der Erstflug erfolgte am 19. Mai an der Einrichtung Desert Horizon im Süden Kaliforniens; dabei kam ein unternehmenseigenes Fluggerät zum Einsatz. Auf dem zur Pressemitteilung veröffentlichten Bild ist die Maschine mit zwei Pods zu sehen, die Saab unter dem Namen LoyalEye führt. In früheren Konzeptdarstellungen waren drei solcher Behälter abgebildet.
Der Flug bildet nach Darstellung der Beteiligten den Auftakt einer mehrmonatigen Testphase. Diese soll noch in diesem Jahr in eine vollständige Demonstration der Einsatzfähigkeit münden. Ziel ist es, das System anschließend bestehenden Betreibern der MQ-9B sowie neuen Kunden zur Verfügung zu stellen.
Hintergrund zur Technik
Frühwarnsysteme dieser Art dienen dazu, Luftziele über große Entfernungen zu erkennen und zu verfolgen. Laut den Unternehmen soll die Kombination aus Drohne und Radar unter anderem der Erkennung von Flugzeugen, Drohnen, Marschflugkörpern und gelenkten Munitionen dienen. Das System soll sowohl jenseits der direkten Sichtlinie als auch über Satellitenkommunikation (SATCOM) betrieben werden können.
Bislang wird solche Frühwarntechnik üblicherweise auf bemannten Plattformen eingesetzt. Saab ist in diesem Bereich mit dem bemannten System GlobalEye etabliert. Die unbemannte Variante ist nach Angaben der Hersteller als Ergänzung zu bemannten Mitteln gedacht und soll die Reichweite und Flexibilität von Überwachungseinsätzen erhöhen.
Bei der MQ-9B handelt es sich um eine Drohne der Kategorie mittlere Flughöhe und lange Flugdauer (Medium-Altitude, Long-Endurance, MALE). Sie ist Teil der MQ-9-Familie aus der Predator-Reihe. Nach Herstellerangaben verfügt die Plattform über eine Flugdauer von mehr als 40 Stunden, trägt eine fortgeschrittene ISR-Sensorik und erfüllt die NATO- und Zivilluftfahrt-Vorgaben nach STANAG 4671. Der Rumpf weist eine Spannweite von rund 24 Metern auf und kann an mehreren Außenstationen nahezu 4.750 Pfund an Nutzlast tragen, darunter Sensoren, Zusatztanks und Bewaffnung. Die Drohne wird in Varianten als SkyGuardian (landgestützt) und SeaGuardian (maritim) angeboten.
Einordnung
Die MQ-9B wird derzeit von mehreren Staaten beschafft oder evaluiert, darunter Großbritannien sowie weitere Partnernationen. Für Taiwan ist nach offiziellen Angaben die Lieferung der ersten beiden SkyGuardian-Drohnen für das dritte Quartal 2026 vorgesehen, zwei weitere sollen 2027 folgen. Die Frühwarnausstattung erweitert das bisherige Einsatzspektrum der Plattform, das vor allem auf Aufklärung, Überwachung und Präzisionsschläge ausgerichtet war.
Vertreter beider Unternehmen verwiesen darauf, dass eine unbemannte Plattform den Vorteil biete, dass keine Besatzung an Bord einem Risiko ausgesetzt werde. GA-ASI bezeichnete die hohe Einsatzverfügbarkeit von MALE-Drohnen als Argument für den Ansatz. Das gemeinsame Angebot soll laut Saab ein breites Spektrum an Anwendungen abdecken, darunter Früherkennung und Warnung, Detektion über große Entfernungen sowie die gleichzeitige Verfolgung mehrerer Ziele.
Saab mit Sitz in Linköping (Schweden) beschäftigt nach eigenen Angaben rund 28.000 Mitarbeitende und ist in den Bereichen Luftfahrt, Sensorik, Führungssysteme sowie Unterwassertechnik tätig. GA-ASI mit Sitz in San Diego (USA) zählt zu den führenden Herstellern unbemannter Luftfahrtsysteme.
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