Im brandenburgischen Fliegerhorst Holzdorf hat die Hamburger CONDOK GmbH am 6. Mai 2026 logistische Funktionscontainer an die Bundeswehr übergeben. Sie ergänzen das israelische Raketenabwehrsystem Arrow, das seit Dezember 2025 in einer ersten Ausbaustufe einsatzbereit ist.
Übergabe in Holzdorf
Am 6. Mai 2026 hat die CONDOK GmbH im Fliegerhorst Holzdorf in Schönewalde (Brandenburg) mehrere Funktionscontainer an das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) übergeben. Die Container vom Typ „CDS-M3-Series-L“ (Mobile Multifunctional Modul – Logistische Führung) sollen wesentliche Teile der logistischen Infrastruktur des „Arrow Weapon System for Germany“ (AWS-G) aufnehmen.
Nach Angaben des Unternehmens übernehmen die Module zentrale logistische Aufgaben. Dazu zählen der Betrieb einer eigens entwickelten logistischen Betriebssoftware, die Lagerung und Bereitstellung von Ersatzteilen sowie die Durchführung von Instandsetzungsarbeiten. Die Übergabe fand im Rahmen einer Feierstunde statt, bei der unter anderem Brigadegeneral Stephan Knobloch (Kommando Luftwaffe, Berlin), Oberst i.G. Carsten Köpper (Projektleiter AWS-G beim BAAINBw), Vertreter der israelischen Regierung sowie CONDOK-Geschäftsführer Martin Rohde sprachen.
Die CONDOK GmbH wurde 2002 gegründet und beschäftigt heute nach eigenen Angaben mehr als 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den Standorten Kiel, Hamburg und Koblenz. Das Unternehmen versteht sich als wehrtechnisches Systemhaus und ist auf logistische Unterstützung, technische Dokumentation, Softwareentwicklung sowie Ein- und Umrüstungen von Containern, Kabinen und Fahrzeugen für die Bundeswehr spezialisiert.

Das System Arrow
Am 3. Dezember 2025 hatte die Bundeswehr am selben Standort Holzdorf/Schönewalde die Anfangsbefähigung (Initial Operational Capability, IOC) des Arrow-Systems erklärt und die erste Feuereinheit in Betrieb genommen. Die Anfangsbefähigung bezeichnet den Zeitpunkt, zu dem ein neues Waffensystem über die minimal erforderlichen Fähigkeiten verfügt, um einen Teil seines vorgesehenen Auftrags erfüllen zu können.
Das auf dem israelischen System Arrow 3 basierende AWS-G ist darauf ausgelegt, anfliegende ballistische Raketen außerhalb der Erdatmosphäre in Höhen von mehr als 100 Kilometern abzufangen – die sogenannte exoatmosphärische Bekämpfung. Es bildet die oberste Schicht der mehrstufigen deutschen Luftverteidigung, zu der auch die Systeme Patriot und IRIS-T SLM gehören. Die Luftwaffe übernimmt mit dem Betrieb des AWS-G eine Dauereinsatzaufgabe der territorialen Flugkörperabwehr.
Hergestellt wird das System vom israelischen Rüstungskonzern Israel Aerospace Industries (IAI); die Lieferung an die Bundeswehr erfolgt unter Beteiligung von MBDA Deutschland. Nach übereinstimmenden Berichten handelt es sich um Israels bislang größtes Rüstungsexportgeschäft mit einem Volumen von rund 6,7 Milliarden US-Dollar.
Weiterer Ausbau bis 2030
Die jetzige Übergabe ist Teil des laufenden Aufbaus. Die vollständige Einsatzfähigkeit (Full Operational Capability, FOC), bei der das System seine volle Leistungsfähigkeit erreicht und alle geplanten Funktionen zur Verfügung stehen, soll bis 2030 erreicht werden. Geplant ist, Arrow an drei Standorten im Norden, in der Mitte und im Süden Deutschlands zu stationieren, um einen flächendeckenden Schutz aufzuspannen.
Für die Bundeswehr bedeutet die Lieferung der logistischen Module einen weiteren Schritt zur Komplettierung des Systems. Für CONDOK ist sie nach Unternehmensangaben ein bedeutender Auftrag im Bereich mobiler und stationärer Funktionscontainer.
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