Norwegen bestellt weitere Bergepanzer WiSENT 2 bei FFG

Die norwegische Beschaffungsbehörde NDMA hat beim Flensburger Hersteller FFG drei zusätzliche Bergepanzer vom Typ WiSENT 2 ARV bestellt. Die norwegische Flotte wächst damit auf zwölf Fahrzeuge.
Foto: FFG

Die norwegische Beschaffungsbehörde NDMA hat beim Flensburger Hersteller FFG drei zusätzliche Bergepanzer vom Typ WiSENT 2 ARV bestellt. Die norwegische Flotte wächst damit auf zwölf Fahrzeuge.

Die Norwegian Defence Material Agency (NDMA) hat bei der FFG Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft mbH drei weitere Bergepanzer des Typs WiSENT 2 ARV (Armoured Recovery Vehicle) in Auftrag gegeben. Die Verträge wurden am 18. September 2026 unterzeichnet, das Unternehmen gab den Auftrag am 21. September in Flensburg bekannt. Grundlage sind bereits bestehende Verträge, die Optionen für Nachbeschaffungen vorsehen. Angaben zum Auftragswert wurden nicht gemacht.

Mit der Bestellung steigt die Zahl der von Norwegen beschafften WiSENT 2 Bergepanzer auf insgesamt zwölf. Acht davon sind nach Unternehmensangaben bereits an die norwegischen Streitkräfte übergeben worden. FFG-Geschäftsführer Jörg Kamper wertete den Folgeauftrag als Zeichen für die Zufriedenheit des Kunden mit dem System und für die Fortsetzung der Zusammenarbeit mit der norwegischen Beschaffungsbehörde.

Schrittweiser Ausbau seit 2015

Norwegen setzt den WiSENT 2 seit mehreren Jahren ein. Nach Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten war Norwegen 2015 das vierte Land, das den WiSENT 2 bestellte. Im September 2018, rund drei Jahre nach dem ersten Vertrag über Bergepanzer, folgte ein weiterer Auftrag über Pionierpanzer auf WiSENT-2-Basis. Für den Selbstschutz sind die norwegischen Fahrzeuge mit einer fernbedienbaren Waffenstation von Kongsberg ausgestattet.

Im Sommer 2023 erweiterte Norwegen beide Verträge. Die ursprünglich jeweils sechs Fahrzeuge umfassenden Aufträge wurden damals auf 14 Pionierpanzer und neun Bergepanzer aufgestockt, bei Vertragswerten von rund 80 Millionen Euro beziehungsweise 29 Millionen Euro. Drei der damals neu bestellten Pionierpanzer und einer der Bergepanzer dienten als Ersatz für Fahrzeuge, die Norwegen an die Ukraine abgegeben hatte. Die Auslieferung dieser Tranche war für den Zeitraum 2026 bis 2027 vorgesehen.

Technik und Einsatzspektrum

Der WiSENT 2 ARV nutzt das Fahrgestell des Kampfpanzers Leopard 2. Er ist dafür ausgelegt, Kampfpanzer und andere schwere Gefechtsfahrzeuge zu bergen, abzuschleppen und zu unterstützen. Zur Ausstattung zählen ein Berge- und Abschleppsystem, eine Hauptwinde sowie ein Kran mit bis zu 32 Tonnen Hubkraft. Ein integriertes Combat Recovery System erlaubt es der Besatzung, Bergearbeiten unter Panzerschutz auszuführen.

Das Fahrzeug ist als modulare Plattform angelegt. Neben der Bergefunktion kann es als Pionier-, Minenräum- oder Brückenlegepanzer konfiguriert werden. Der Umbau eines Fahrgestells, etwa vom Bergepanzer zum Brückenleger, soll weniger als fünf Stunden dauern.

Einordnung: Erneuerung der norwegischen Panzerflotte

Norwegen hat bei KNDS 54 Kampfpanzer Leopard 2 A8 NOR bestellt, der preisbereinigte Kostenrahmen liegt bei 23,4 Milliarden Norwegischen Kronen. Die neuen Fahrzeuge ersetzen die über 30 Jahre alten Leopard 2 A4. Die ersten beiden Leopard 2 A8 NO trafen am 30. April 2026 im Lager Rena ein. Alle Auslieferungen sollen bis 2028 abgeschlossen sein, 37 der 54 Panzer werden von Ritek in Trøndelag endmontiert. Nach Angaben des norwegischen Heereschefs bilden die Kampfpanzer den Kern des Aufbaus der Brigade Nord entsprechend den NATO-Fähigkeitszielen.

Da auch der WiSENT 2 auf dem Leopard-2-Fahrgestell basiert, nutzen Kampf- und Unterstützungsfahrzeuge eine gemeinsame technische Grundlage. Nach Darstellung von FFG stärkt Norwegen mit dem Folgeauftrag seine Fähigkeiten zur Bergung, Instandsetzung und Unterstützung schwerer Gefechtsfahrzeuge.

Zum Unternehmen

Die FFG Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft mbH hat ihren Hauptsitz in Flensburg und beschäftigt in der Unternehmensgruppe weltweit rund 1.500 Mitarbeitende. Das Unternehmen entwickelt und fertigt militärische Landfahrzeuge, insbesondere Unterstützungs-, Berge- und Pioniersysteme, und bietet zudem Wartung, Instandsetzung und Überholung an.

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