KNDS und Ritek haben in Levanger eine Fertigungslinie für den Leopard 2 A8 NO in Betrieb genommen. Bis zu 36 Panzer pro Jahr sollen dort gebaut werden können.
Der Standort Levanger
Der deutsche Rüstungskonzern KNDS und das norwegische Unternehmen Ritek, ein auf Service und Wartung von Fahrzeugsystemen spezialisierter Industriebetrieb, haben am 29. April 2026 in Levanger einen neuen Fertigungsstandort für den Leopard 2 A8 NO eröffnet. Aus diesem Werk soll künftig der Großteil der für die norwegische Armee bestimmten Kampfpanzer ausgeliefert werden. Florian Hohenwarter, CEO von KNDS Deutschland, hob die Bedeutung des Standorts sowohl für die Vertragserfüllung gegenüber Norwegen als auch für die Skalierung der eigenen Fertigungskapazitäten hervor.

Aufbau und Ausstattung der Anlage
Die integrierte Produktions- und Testinfrastruktur wurde nach Angaben von KNDS in 18 Monaten errichtet. Zur Anlage gehören spezialisierte Teststrecken, darunter eine Laserbahn, Steilhänge und ein Tauchbecken, mit denen die gefertigten Fahrzeuge vor der Auslieferung erprobt werden können. Die Jahreskapazität beziffert KNDS auf bis zu 36 Panzer. Die Energieversorgung des Werks erfolgt über Geothermie.
Produktionsverteilung und Übergabe der ersten Fahrzeuge
Von den insgesamt 54 für Norwegen bestellten Leopard 2 A8 NO werden 37 in Levanger montiert; die übrigen 17 Fahrzeuge entstehen in den deutschen Werken von KNDS. Nahezu zeitgleich mit der Werkseröffnung übergaben die Beteiligten am 30. April 2026 die ersten beiden Kampfpanzer an das norwegische Heer. Die Anlage in Levanger soll dabei nicht nur den laufenden Auftrag bedienen: Nach Angaben aus dem norwegischen Verteidigungsministerium ist vorgesehen, die Produktionslinie auch nach Abschluss der norwegischen Bestellung aufrechtzuerhalten und für Exporte in andere Länder zu nutzen. Zusätzlich soll am Standort ein Zentrum für Wartung, Reparatur und Modernisierung der nordischen Leopard-Flotte entstehen.
Hintergrund: Vertrag und Industriekooperation
Norwegen hatte sich im Februar 2023 für die Beschaffung von 54 Kampfpanzern entschieden; eine Option auf 18 weitere Fahrzeuge ist Teil des Vertrags. Der Auftragswert wird in öffentlich zugänglichen Quellen mit rund 1,6 bis 1,7 Milliarden Euro beziffert. Die Vereinbarung über den Aufbau der Produktionsstätte zwischen KNDS und Ritek wurde im Juni 2024 unterzeichnet. Die Endmontage von Kampfpanzern auf norwegischem Boden ist nach Angaben des damaligen norwegischen Verteidigungsministers Bjørn Arild Gram ein Novum in der Geschichte des Landes. Ritek erhält durch die Vereinbarung zudem den Status eines offiziellen Subunternehmers für den Leopard 2.
Einordnung: Multinationales A8-Programm
Der Leopard 2 A8 ist nach Herstellerangaben kein Modernisierungspaket, sondern eine vollständige Neuproduktion. Zu den wesentlichen Merkmalen gehören das aktive Schutzsystem Trophy des israelischen Herstellers Rafael, eine 120-mm-Glattrohrkanone und eine durchgängig digitalisierte Elektronikarchitektur. Das Modell ist Gegenstand einer multinationalen Beschaffung mehrerer NATO-Staaten: Neben Deutschland mit 123 fest bestellten Exemplaren und Norwegen haben unter anderem die Niederlande, Litauen, Tschechien, Schweden und Kroatien Verträge oder Beschaffungsabsichten gemeldet. Aus Sicht von KNDS trägt der Wissenstransfer nach Norwegen dazu bei, die europäischen Fertigungskapazitäten insgesamt auszubauen.
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