NATO-Militärausschuss: Generalinspekteur Breuer übernimmt 2027 den Vorsitz

NATO-Militärausschuss: Generalinspekteur Breuer übernimmt 2027 den Vorsitz
Generalinspekteur Breuer | Foto: Bundeswehr/Tom Twardy

Die Generalstabschefs der 32 NATO-Staaten haben General Carsten Breuer zum künftigen Vorsitzenden des Militärausschusses gewählt. Im Mittelpunkt ihrer Jahreskonferenz in Kopenhagen stand zudem die Umsetzung der Beschlüsse des Gipfels von Ankara.

Breuer folgt auf Cavo Dragone

Die Verteidigungschefs der Allianz haben am Samstag, 19. September, den Generalinspekteur der Bundeswehr, General Carsten Breuer, zum nächsten Vorsitzenden des NATO-Militärausschusses (Chair of the Military Committee, CMC) gewählt. Nach Angaben der NATO tritt er das Amt im Sommer 2027 für eine dreijährige Amtszeit an. Die Deutsche Presse-Agentur nennt Juli 2027 als Termin der Übergabe. Breuer löst den italienischen Admiral Giuseppe Cavo Dragone ab. Laut dpa setzte er sich in der Wahl gegen die kanadische Generalstabschefin Jennie Carignan durch, die als erste Frau an die Spitze des Gremiums hätte rücken können.

Der Militärausschuss ist die höchste militärische Instanz der NATO; sein Vorsitzender fungiert als wichtigster militärischer Berater von Generalsekretär Mark Rutte. Cavo Dragone würdigte in seinen Glückwünschen Breuers operative Erfahrung, seine Kenntnis des Bündnisses und seine Führung der Bundeswehr. Der 61-jährige Heeresoffizier trat 1984 in einer Flugabwehreinheit in die Bundeswehr ein, diente 2014 bei der ISAF-Mission in Kabul und leitete während der Corona-Pandemie den Krisenstab der Bundesregierung. Als Nachfolger im Amt des Generalinspekteurs wird laut Reuters Heeresinspekteur Generalleutnant Christian Freuding erwartet. Zuletzt hatte mit Luftwaffengeneral Harald Kujat ab 2002 ein deutscher Offizier den Vorsitz des Militärausschusses inne.

Vom Budget zur Fähigkeit

An der jährlichen Konferenz nahmen neben Cavo Dragone die 32 Verteidigungschefs sowie die beiden strategischen Befehlshaber teil: der Oberste Alliierte Befehlshaber Europa (SACEUR), General Alexus G. Grynkewich, und der Befehlshaber des Allied Command Transformation (SACT), Admiral Pierre Vandier. Gastgeber war Dänemark.

Cavo Dragone stellte die Konferenz in den Kontext des Gipfels von Ankara. Nach seiner Darstellung verlagert sich der Schwerpunkt nun von der Zusage von Haushaltsmitteln hin zur tatsächlichen Bereitstellung militärischer Fähigkeiten. Als Kernthemen nannte er kollektive Abschreckung und Verteidigung, Innovation und Technologie sowie die beschleunigte Einführung neuer Fähigkeiten.

Beim Gipfel am 7. und 8. Juli hatten die Staats- und Regierungschefs festgehalten, dass die europäischen Verbündeten und Kanada ihre Investitionen in zentrale Verteidigungsfähigkeiten 2025 um mehr als 139 Milliarden US-Dollar erhöht haben. Zugleich wurden neue Beschaffungen im Umfang von über 50 Milliarden US-Dollar angekündigt. Grundlage ist die 2025 in Den Haag vereinbarte Zielmarke, bis 2035 fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung und sicherheitsrelevante Ausgaben aufzuwenden.

Signal an die Rüstungsindustrie

Auf der Tagesordnung standen die Umsetzung der Gipfelbeschlüsse und der Fähigkeitsziele, eine höhere Einsatzbereitschaft sowie die Fähigkeit, in mehreren Dimensionen gleichzeitig zu operieren. An die Rüstungsindustrie richteten die Verteidigungschefs eine gemeinsame Botschaft: Die Verbündeten seien bereit, in großen Stückzahlen zu beschaffen; im Gegenzug müsse die Industrie schnell, in ausreichendem Umfang und planbar liefern.

Bei einem gemeinsamen Pressetermin mit dem dänischen Verteidigungschef, General Michael Wiggers Hyldgaard, verwies Cavo Dragone auf Luftraumverletzungen, Drohnenvorfälle und hybride Aktivitäten Russlands in den vergangenen Wochen und Monaten. Er lobte die Reaktion der alliierten Streitkräfte und betonte, die NATO sei wachsam und bereit, jeden Teil des Bündnisgebiets zu verteidigen. Hyldgaard erklärte, die Verbündeten bekräftigten in Kopenhagen ihre Zusagen zur Stärkung des Bündnisses, zu Innovation und Technologie sowie zur Unterstützung der Ukraine.

Für die Ukraine haben die Verbündeten in Ankara für 2026 Militärhilfe, Ausrüstung und Ausbildung im Wert von 70 Milliarden Euro zugesagt und angekündigt, 2027 mindestens das gleiche Niveau zu halten.

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