KNDS weitet BOXER-Produktion aus

KNDS weitet BOXER-Produktion aus
Foto: KNDS

Der Rüstungskonzern KNDS hat am Münchner Standort Allach eine neue Fertigungsstraße für das Radfahrzeug BOXER eingeweiht und gleichzeitig eine strategische Produktionspartnerschaft mit dem Automobilzulieferer DRÄXLMAIER Group vereinbart. Ziel ist eine massive Steigerung der Fertigungskapazitäten bis 2030.


Neue Linie in München-Allach

Am 22. April 2026 hat KNDS Deutschland in München-Allach eine neue Serienfertigung für BOXER-Fahrmodule in Betrieb genommen. An dieser Linie sollen künftig bis zu zehn Fahrmodule pro Monat produziert werden. Die neue Fertigungsstraße ist Teil eines umfassenderen Maßnahmenpakets, mit dem KNDS die Gesamtkapazität für BOXER-Systeme bis zum Jahr 2030 versechsfachen will – unter anderem um den wachsenden Bedarf des deutschen Heeres zu decken.

KNDS-Deutschland-CEO Florian Hohenwarter betonte bei der Eröffnung, dass viele Streitkräfte und Regierungen konkrete Erwartungen an eine erhöhte Produktionsleistung stellen, um die Verteidigungsfähigkeit Europas zu stärken. Der Konzern kündigte an, seine bayerischen Standorte weiter auszubauen.

Jetzt Steady-Mitglied werden!

Partnerschaft mit Dräxlmaier

Parallel zur Eröffnung unterzeichneten Hohenwarter und Jan Reblin, CEO der DRÄXLMAIER Group, ein Memorandum of Understanding (MoU) zur Produktion von BOXER-Missionsmodulen. DRÄXLMAIER plant, diese Module an seinem Standort in Landau an der Isar zu fertigen. Der bislang auf die Automobilindustrie spezialisierte Zulieferer aus Vilsbiburg hatte zuletzt Ende 2025 die Produktion von Hochvoltbatterien in Landau eingestellt und diversifiziert nun ins Rüstungssegment.

Reblin betonte, dass das Unternehmen seine über 65-jährige Erfahrung in der Entwicklung und Industrialisierung von Serienprodukten in die Fertigung komplexer militärischer Subsysteme einbringen werde. Die Partnerschaft mit einem Akteur aus dem zivilen Industriebereich soll die Skalierung der Produktion beschleunigen, ohne auf klassische Rüstungsstrukturen allein angewiesen zu sein.

Politische Rückendeckung aus Bayern

Die Zeremonie fand in Anwesenheit des bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Markus Söder statt, der die Bedeutung einer eigenständigen deutschen Verteidigungsindustrie hervorhob. Söder verwies darauf, dass Bayern im nationalen Vergleich führend im Bereich Defense Tech ist: Rund ein Drittel aller deutschen Unternehmen dieser Branche sind im Freistaat ansässig, beschäftigen 50.000 Menschen und erzielen eine Wertschöpfung von 9,5 Milliarden Euro. Bayern unterstütze den Sektor unter anderem durch ein eigenes Bundeswehrgesetz und ein Rüstungsgesetz, das Unternehmensansiedlungen erleichtern soll.

Der BOXER

Der BOXER ist ein hochgeschütztes, modulares 8×8-Radfahrzeug, das aus einem Fahrmodul und einem variablen Missionsmodul besteht. Die Bandbreite der Varianten reicht vom Ambulanzfahrzeug bis hin zu Radhaubitzen und Radschützenpanzern. Das Fahrzeug bietet laut Hersteller hohen Schutz vor Minen, Sprengfallen und Beschuss bei gleichzeitig hoher Geländemobilität.

Derzeit sind weltweit über 2.000 BOXER-Systeme unter Vertrag – bei Streitkräften in Deutschland, den Niederlanden, Litauen, Großbritannien, Katar, Australien und der Ukraine. Der Bedarf des deutschen Heeres könnte in den kommenden Jahren deutlich steigen: Medienberichten zufolge plant die Bundeswehr im Rahmen des Projekts „Arminius“ die Festbeauftragung von rund 1.800 zusätzlichen Boxer-Fahrzeugen, mit Optionen auf mehrere tausend Einheiten insgesamt. Ende 2025 unterzeichnete KNDS bereits Verträge über 198 neue Boxer, darunter 150 Radschützenpanzer vom Typ Schakal.

Mit WhatsApp immer bestens informiert!

Abonniere unseren WhatsApp-Kanal, um Neuigkeiten direkt aufs Handy zu erhalten. Einfach unten auf den Button klicken und dem Kanal beitreten:

Total
0
Shares
Related Posts
Total
0
Share