Die weltweiten Militärausgaben haben 2025 erneut einen Höchststand erreicht. Laut einer neuen Studie des Stockholmer Friedensforschungsinstituts SIPRI stiegen sie inflationsbereinigt um 2,9 Prozent auf knapp 2,9 Billionen US-Dollar – das elfte Jahr in Folge mit steigenden Ausgaben.
Rekord trotz verlangsamtem Wachstum
Alle Staaten zusammen wandten 2025 knapp 2,89 Billionen US-Dollar für das Militär auf. Allerdings fiel der Anstieg deutlich geringer aus als noch 2024. Der Hauptgrund für die Abschwächung liegt beim größten Einzelposten: den USA. Der Rückgang der US-Militärausgaben ist vor allem auf die ausgebliebenen Militärhilfen für die Ukraine zurückzuführen. Ohne die Vereinigten Staaten stiegen die weltweiten Ausgaben außerhalb der USA sogar um 9,2 Prozent. Innerhalb eines Jahrzehnts wuchsen die globalen Militärausgaben insgesamt um 41 Prozent.
Der militärische Anteil am globalen Bruttoinlandsprodukt (BIP) erreichte 2,5 Prozent – den höchsten Stand seit 2009. Die drei größten Ausgabenländer USA, China und Russland zusammen kamen auf 1.480 Milliarden US-Dollar, was gut der Hälfte der weltweiten Gesamtsumme entspricht.

USA: Ausgaben sinken – vorerst
Mit 954 Milliarden US-Dollar lagen die US-Militärausgaben 2025 um 7,5 Prozent unter dem Vorjahreswert. Der Rückgang ist nach SIPRI-Einschätzung jedoch nicht von Dauer: Die USA haben bereits Pläne zur Erhöhung ihrer Militärausgaben angekündigt. Für 2026 hat der US-Kongress bereits Ausgaben von über einer Billion Dollar beschlossen; ein Haushaltsvorschlag der Trump-Regierung sieht für 2027 sogar bis zu 1,5 Billionen Dollar vor.
Europa: Stärkster Anstieg seit 1953
Der größte Treiber des globalen Anstiegs war Europa, wo die Militärausgaben um 14 Prozent auf 864 Milliarden US-Dollar kletterten. Russland und die Ukraine gaben im vierten Jahr des Krieges erneut mehr Geld für das Militär aus. Russland steigerte seine Ausgaben um 5,9 Prozent auf 190 Milliarden Dollar, was 7,5 Prozent des BIP entspricht. Die Ukraine erhöhte ihre Ausgaben um 20 Prozent auf 84,1 Milliarden Dollar – das entspricht rund 40 Prozent der ukrainischen Wirtschaftsleistung.
Die Ukraine verwendete damit einen außerordentlich hohen Anteil ihrer Wirtschaftsleistung für das Militär; mehr als 60 Prozent der Staatsausgaben flossen in den Verteidigungsbereich.
Unter den NATO-Mitgliedern in Europa stach Deutschland besonders hervor: Deutschland führte das Ranking europäischer Länder an – hinter den USA, China und Russland, aber vor allen anderen europäischen Staaten. Die deutschen Militärausgaben wuchsen um 24 Prozent auf 114 Milliarden Dollar; damit überschritt der Militäranteil am BIP erstmals seit 1990 die 2-Prozent-Marke. Spanien steigerte seine Ausgaben sogar um 50 Prozent auf 40,2 Milliarden Dollar.
Hintergrund dieser Entwicklungen ist auch das neue NATO-Ausgabenziel: Auf ihrem Gipfel 2025 beschlossen die Bündnispartner eine Erhöhung der Verteidigungsausgaben auf 3,5 Prozent des BIP, zuzüglich 1,5 Prozent für verteidigungsrelevante Infrastruktur – zusammen also fünf Prozent. Diese Ziele sollen bis 2035 erreicht werden. SIPRI weist darauf hin, dass durch diese breitere Definition die Abgrenzung zwischen militärischen und zivilen Ausgaben zunehmend schwerer fällt, was die Transparenz erschwert.
Asien und Ozeanien: Stärkster Zuwachs seit 2009
Auch in vielen asiatischen Ländern wie China, Japan, Taiwan, Indien und Pakistan legten die Militärausgaben angesichts zahlreicher Konflikte und Spannungen deutlich zu. Die Region als Ganzes steigerte ihre Ausgaben um 8,1 Prozent auf 681 Milliarden Dollar – der stärkste jährliche Anstieg seit 2009. China erhöhte seine Ausgaben zum 31. Mal in Folge, diesmal um 7,4 Prozent auf 336 Milliarden Dollar. Japan erreichte mit 62,2 Milliarden Dollar den höchsten BIP-Anteil für Verteidigung seit 1958. Taiwan steigerte seine Ausgaben um 14 Prozent – vor dem Hintergrund verstärkter Militärmanöver Chinas rund um die Insel.
Naher Osten: Kaum Veränderung trotz Konflikten
Im Nahen Osten blieben die Ausgaben mit rund 218 Milliarden Dollar weitgehend stabil. Israels Militärausgaben sanken nach dem Gaza-Waffenstillstand im Januar 2025 um 4,9 Prozent, lagen aber noch immer fast doppelt so hoch wie 2022. Im Iran gingen die Militärausgaben aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Lage inflationsbereinigt zurück, stiegen aber in nominalen Zahlen. SIPRI betont, dass die offiziellen iranischen Zahlen die tatsächlichen Ausgaben wahrscheinlich unterschätzen, da das Land auch außerbudgetäre Öleinnahmen zur Militärfinanzierung einsetzt.
Ausblick
SIPRI-Forscher gehen davon aus, dass der weltweite Aufwärtstrend anhält. Es gibt derzeit weltweit sehr viele Konflikte, und solange sich die internationale Sicherheitslage nicht verbessert, werden Staaten mehr in ihr Militär investieren. Auch strukturelle Faktoren wie die NATO-Ausgabenziele und laufende Modernisierungsprogramme dürften die Ausgaben in den kommenden Jahren weiter nach oben treiben.
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