Das Schiff „Nordrhein-Westfalen“ mit der Kennung F223 soll am kommenden Samstag in ihren Heimathafen Wilhelmshaven einkehren. Nach fast 6 Monaten auf See beendet sie damit ihren UNIFIL-Einsatz.
Insgesamt haben Schiff und Besatzung etwa 22.000 Seemeilen, oder auch fast 41.000km, zurückgelegt. Jetzt endet der erste Auslandseinsatz. Für fast 6 Monate waren sie an der Küste des Libanons eingesetzt und trugen zur Stabilisierung der Region bei.
Die Nordrhein-Westfalen
Bei der Fregatte handelt es sich um die Nordrhein-Westfalen, das zweite Schiff der Baden-Württemberg-Klasse. Sie wurde am 10. Juni 2020 in Dienst gestellt und ist damit ein ziemlich modernes Schiff. Allerdings entspringt es noch der Bundeswehr-Philosophie vor der Zeitenwende. Dadurch ist nicht nur sie, sondern alle vier Schiffe der Klasse schon seit längerem in der Kritik, und haben sich den Spitznamen „politischer Schönwetterpott“ eingefangen. Denn sie sind nicht gegen hochgerüstete Gegner und für die Landes-/Bündnisverteidigung geeignet. Da die Schiffe speziell für asymmetrische Bedrohungen und Stabilisierungsmissionen gebaut wurden, fehlen Sensoren, Bewaffnung, Verteidigungs- und vor allem Durchsetzungsfähigkeiten.

Der Auftrag
Bei der UNIFIL (United Nations Interim Force in Lebanon) Mission hingegen konnte das Schiff jetzt dennoch glänzen und sich und Besatzung unter Beweis stellen. Bei der seit 1978 anhaltenden Vereinten Nationen-Mission ging es ursprünglich darum, den Waffenstillstand zwischen Libanon und Israel zu überwachen. Inzwischen hat sich das Aufgabenprofil hin zur Unterstützung Libanons, die eigenen Seegebiete zu kontrollieren, entwickelt. Ein weiterer zentraler Punkt ist der libanesischen Marine bei Ausbildung und Fähigkeitsaufbau zur Seite zu stehen. Es handelt sich also um genau die Art von Einsatz, für die die Klasse konzipiert wurde.
Mit den aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten wurde die Mission allerdings deutlich gefährlicher als die letzten Jahre, dennoch, oder gerade besonders deswegen, habe die Besatzung bewiesen, dass auch unter schwierigen Bedingungen auf sie Verlass sei, so der stolze Kommandant, Fregattenkapitän Rico Geisler. Jetzt freuen sich die rund 160 köpfige Mannschaft und die eingeschifften Bordeinsatzkräfte des Seebataillons auf das Wiedersehen mit Familie, Angehörigen und Freunden.
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