Eurofighter-Radar ECRS Mk1: Erprobung unter realen Bedingungen gestartet

Das künftige Bordradar deutscher und spanischer Eurofighter durchläuft erstmals Tests mit echten Luftzielen. Damit bereitet das Programm den Übergang von Bodentests zu Flugerprobungen vor.

Das künftige Bordradar deutscher und spanischer Eurofighter durchläuft erstmals Tests mit echten Luftzielen. Damit bereitet das Programm den Übergang von Bodentests zu Flugerprobungen vor.

Die Konsortialpartner HENSOLDT und Indra haben nach eigenen Angaben mit der Erprobung des Eurofighter Common Radar System Mark 1 (ECRS Mk1) unter realen Bedingungen begonnen. Wie das in Taufkirchen bei München ansässige Sensorikunternehmen HENSOLDT am 5. Juni 2026 in Ulm mitteilte, ist das Radar für diese Phase vollständig mit Hardware und der aktuellsten Softwareversion ausgestattet. Der Schritt markiert den Übergang von rein bodengebundenen Tests hin zu Flugtests, die noch im Jahr 2026 anlaufen sollen.

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Test mit echten Luftzielen

Während der laufenden Erprobung wird das Radar mit realen Zielen sowie mit kooperativen Zielen konfrontiert – also mit Luftfahrzeugen, die aktiv an den Tests teilnehmen. Auf diese Weise lassen sich Einsatzszenarien nachstellen und die Software des Systems weiterentwickeln. Nach Darstellung der Hersteller belegen erste Ergebnisse die Robustheit und Leistungsfähigkeit der neuen Hardware- und Softwarearchitektur. Das Unternehmen wertet dies als Bestätigung der 2024 von den Kundennationen getroffenen Entscheidung für die überarbeiteten Subsysteme des Radars.

Falko Firl, Leiter Eurofighter Radar bei HENSOLDT, ordnete den Beginn der Erprobung als wichtigen Schritt auf dem Weg zur geplanten Auslieferung an Deutschland und Spanien im Jahr 2027 ein. Mónica Pérez Fernández, Eurofighter-Programmdirektorin bei Indra, verwies darauf, dass der Eurofighter mit dem AESA-Radar künftig über erweiterte Fähigkeiten zur Luftüberlegenheit verfügen werde.

Was das ECRS Mk1 leisten soll

Das ECRS Mk1 ist das für die Luftstreitkräfte Deutschlands und Spaniens vorgesehene Eurofighter-Radar der nächsten Generation. Es basiert auf einer mehrkanaligen AESA-Antenne (Active Electronically Scanned Array) und einem leistungsstarken Prozessor. Anders als die bisher genutzten mechanisch schwenkenden Radare arbeitet ein AESA-Radar mit elektronischer Strahlschwenkung, was unter anderem schnellere Zielerfassung und eine höhere Störfestigkeit ermöglicht.

Die Architektur des Systems ist auf das gesamte Spektrum von Kampfflugzeugmissionen ausgelegt, darunter Luft-Luft- und hochauflösende Luft-Boden-Aufgaben sowie passive und aktive elektronische Kampfführung. Entwickelt wird das Radar von der deutschen HENSOLDT Sensors GmbH gemeinsam mit der spanischen Indra Sistemas S.A.; zusammen mit Airbus Defence and Space bilden die Unternehmen die industrielle Struktur des Vorhabens. Der Entwicklungsauftrag war 2020 erteilt worden. Eine Vertragserweiterung im Umfang von rund 350 Millionen Euro sicherte Anfang 2025 die weitere Entwicklung und eine erste Entwicklungsphase für einen ausgebauten Step 2.

Einbettung in das Quadriga-Programm

Verbaut werden soll das Radar in den neuen Eurofightern der Tranche 4, die unter dem Programmnamen Quadriga beschafft werden. Der im November 2020 vom Bundestag freigegebene Vertrag mit einem Volumen von rund 5,5 Milliarden Euro umfasst 38 Maschinen, darunter sieben Doppelsitzer; sie ersetzen ältere Flugzeuge der Tranche 1. Der Zulauf der Maschinen ist für den Zeitraum 2025 bis 2030 vorgesehen. Der Einbau des ECRS Mk1 Step 1 in die deutschen Quadriga-Eurofighter soll bei Airbus Defence and Space im bayerischen Manching ab 2027 beginnen.

Für die Flugerprobung des Radars kommt unter anderem der Airbus A320 D-ATRA des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) zum Einsatz, ein speziell ausgerüstetes Testflugzeug.

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