Erster Quadriga-Eurofighter absolviert Erstflug

Der erste neu gebaute Eurofighter aus dem Beschaffungsprogramm Quadriga hat seinen Erstflug absolviert. Die Maschine der Tranche 4 soll noch in diesem Jahr an die Luftwaffe übergeben werden.
Foto: Airbus Defence and Space GmbH 2026

Der erste neu gebaute Eurofighter aus dem Beschaffungsprogramm Quadriga hat seinen Erstflug absolviert. Die Maschine der Tranche 4 soll noch in diesem Jahr an die Luftwaffe übergeben werden.

Mitte Juli 2026 ist der erste neu produzierte Eurofighter aus dem Programm Quadriga zu seinem Erstflug gestartet. Der Flug dauerte nach Angaben der Luftwaffe mehr als eine Stunde. Dabei wurden zentrale Systeme der Maschine überprüft, darunter Triebwerk, Flugsteuerung, Cockpit und Navigation. Den Angaben zufolge arbeiteten alle getesteten Komponenten fehlerfrei. Der Jet gehört zu einer Serie von mehreren Dutzend Flugzeugen, die zunächst an das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) und anschließend an die Luftwaffe übergeben werden. Die ersten Quadriga-Maschinen sollen der Truppe noch im laufenden Jahr zulaufen.

Jetzt Steady-Mitglied werden!

Ersatz für die älteste Eurofighter-Generation

Hinter dem Projektnamen Quadriga steht die Beschaffung von 38 Eurofightern der Tranche 4. Den Auftrag mit einem Volumen von rund 5,5 Milliarden Euro hatte der Haushaltsausschuss des Bundestages im November 2020 freigegeben. Die neuen Flugzeuge ersetzen schrittweise die Maschinen der ersten Tranche, die zwischen 2003 und 2008 beschafft wurden. Diese ältesten Eurofighter sind ausschließlich für den Luftkampf ausgelegt; zudem werden Ersatzteile zunehmend knapp, weil viele Komponenten nicht mehr produziert werden. Sie kommen derzeit vor allem für Alarmrotten in Deutschland und für das verstärkte Air Policing im Baltikum zum Einsatz.

Von den 38 bestellten Maschinen sind der Großteil Einsitzer, hinzu kommen sieben Doppelsitzer für die Ausbildung. In der Bestellung enthalten ist auch der Ersatz zweier Eurofighter, die bei einem Flugunfall zerstört wurden. Der Name Quadriga verweist auf ein Viergespann und steht sinnbildlich für die vier Partnernationen des Programms: Deutschland, Großbritannien, Italien und Spanien.

Neues Radar als zentrale Neuerung

Technisch unterscheiden sich die Tranche-4-Jets vor allem beim Radar von ihren Vorgängern. Anstelle des bisherigen mechanischen Captor-Radars kommt das AESA-Radar ECRS Mk1 mit aktiver elektronischer Strahlschwenkung zum Einsatz, das vom deutschen Unternehmen Hensoldt gemeinsam mit dem spanischen Partner Indra entwickelt wird. Ein solches System kann mehrere Aufgaben gleichzeitig erfüllen, etwa einzelne Ziele verfolgen und parallel den Luftraum absuchen. Die Maschinen sind mehrrollenfähig und können sowohl Luft- als auch Bodenziele bekämpfen. Deutschland und Spanien gehören damit zu den ersten Partnernationen, die AESA-ausgerüstete Eurofighter erhalten.

Öffentlich präsentiert wurde die erste deutsche Tranche-4-Maschine bereits am 20. Mai 2026 auf dem Airbus Defence Summit am Endmontagestandort Manching. Das ausgestellte Flugzeug trug die Kennung 34+03 und die Produktionsnummer GS0115. Die neuen taktischen Kennzeichen beginnen mit „34“ und unterscheiden sich damit von den älteren Eurofightern.

Zeitplan und Einordnung

Ursprünglich war die Auslieferung der Tranche 4 für den Zeitraum von 2025 bis 2030 vorgesehen; die letzte Maschine soll die Luftwaffe demnach 2030 erhalten. Der Zulauf verzögerte sich jedoch, da die ersten Exemplare bereits 2025 hätten geliefert werden sollen. Der nun erfolgte Erstflug ist ein Schritt im Erprobungs- und Zulassungsprozess, an dessen Ende die Übergabe an die Truppe steht.

Der Eurofighter bildet das Rückgrat der deutschen Kampfflugzeugflotte. Aktuell verfügt die Luftwaffe über rund 138 Eurofighter der Tranchen 1 bis 3a. Über die Tranche 4 hinaus hat Deutschland Ende 2025 zusätzlich 20 Eurofighter der Tranche 5 bestellt. Angesichts von Unsicherheiten rund um das Zukunftsprojekt FCAS gilt der Eurofighter damit als tragende Säule der Luftwaffe für die kommenden Jahrzehnte.

Mit WhatsApp immer bestens informiert!

Abonniere unseren WhatsApp-Kanal, um Neuigkeiten direkt aufs Handy zu erhalten. Einfach unten auf den Button klicken und dem Kanal beitreten:

Total
0
Shares
Related Posts
Total
0
Share