General Atomics Europe errichtet im Landkreis Cuxhaven einen neuen Standort für die Wartung und Instandhaltung von Luftfahrtsystemen der Bundeswehr. Der Platz liegt in direkter Nähe zum Marinefliegerstützpunkt Nordholz – jenem Ort, an dem künftig die neuen SeaGuardian-Drohnen der Deutschen Marine stationiert werden sollen.
Die General Atomics Europe GmbH (GAE) investiert in den Aufbau eines Wartungs- und Instandhaltungsstandorts in Nordholz. Nach Unternehmensangaben wurde dafür ein rund 40.000 Quadratmeter großes Grundstück mit direkter Flughafenanbindung erworben, das unmittelbar an den dortigen Marinefliegerstützpunkt angrenzt. Der Grunderwerb gilt als zentraler Schritt für die Umsetzung des Vorhabens.
Betrieben wird der Standort von der Tochtergesellschaft General Atomics AeroTec Systems GmbH (GA-ATS), die dabei mit der US-amerikanischen General Atomics Aeronautical Systems, Inc. (GA-ASI) zusammenarbeitet. Ziel ist es, die bestehenden Instandhaltungskapazitäten der Gruppe zu erweitern und die technische Unterstützung von Luftfahrtsystemen der Bundeswehr auszubauen.

Bestehende Bundeswehr-Aufträge als Grundlage
GA-ATS ist Hersteller und Systempartner des Transportflugzeugs Do228 und produziert am Standort Oberpfaffenhofen die weiterentwickelte Do228 NXT. Zudem ist das Unternehmen als DEMAR-145-zertifizierter Instandhaltungsbetrieb für die Base Maintenance der NH90-Transporthubschrauber von Heer und Marine zuständig. Der neue Standort in Nordholz soll diese Fähigkeiten um zusätzliche Wartungskapazitäten ergänzen.
Ein erklärtes Ziel des Aufbaus ist es, die Voraussetzungen zu schaffen, um künftig das unbemannte Luftfahrzeugsystem MQ-9B SeaGuardian der Deutschen Marine technisch betreuen zu können. Unternehmenschef Harald Robl bezeichnete die Investition als konsequente Weiterentwicklung der langjährigen Zusammenarbeit mit der Bundeswehr und als Teil der Wachstumsstrategie des Konzerns.
Hintergrund: die SeaGuardian-Beschaffung der Marine
Der Haushaltsausschuss des Bundestages gab am 17. Dezember 2025 die Mittel für das Projekt „Unbemannter Anteil Maritime Airborne Warfare System“ (uMAWS) frei; die formelle Bestellung von acht MQ-9B SeaGuardian bei GA-ASI erfolgte am 12. Januar 2026 über die NATO Support and Procurement Agency (NSPA). Beschafft werden vier Systeme aus je zwei Drohnen samt Bodenkontrollstationen; das finanzielle Volumen wird mit rund 1,5 Milliarden Euro beziffert.
Betrieben werden die Drohnen vom Marinefliegergeschwader 3 „Graf Zeppelin“ in Nordholz. Die Auslieferung ist für den Zeitraum 2028 bis 2030 vorgesehen, eine Nachrüstung zur U-Boot-Jagd für die Jahre 2031 und 2032. Die MQ-9B gehört zur Klasse der MALE-Systeme (Medium Altitude Long Endurance), kann nach Herstellerangaben bis zu 30 Stunden in der Luft bleiben und soll die bemannten Seefernaufklärer vom Typ P-8A Poseidon ergänzen. Vorgesehen sind die Systeme vor allem für die Seefernaufklärung und die U-Boot-Jagd über Nordatlantik und Ostsee.
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