Die Bundeswehr hat Anfang 2026 erneut Höchststände bei Truppenstärke, Bewerbungen und Neueinstellungen verzeichnet. Der personelle Aufwuchs setzt damit einen Trend fort, der sich bereits im Verlauf des Jahres 2025 abgezeichnet hatte.
Höchster Personalstand seit Jahren
Zum Stichtag 31. Januar 2026 zählte die aktive Truppe rund 186.400 Soldatinnen und Soldaten – etwa 3.600 mehr als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Bereits Ende 2025 hatte die Bundeswehr mit rund 184.200 Uniformierten den höchsten Jahresabschlussstand seit mehr als einem Jahrzehnt erreicht. Die Zahlen markieren damit zwei Monate in Folge neue Höchststände beim Personalbestand.
Bewerbungen und Einstellungen deutlich gestiegen
Im Januar 2026 wurden rund 4.400 neue Soldatinnen und Soldaten eingestellt – 17 Prozent mehr als im Vergleichsmonat des Vorjahres. Die Zahl der militärischen Bewerbungen überstieg im selben Monat die Marke von 10.000 und lag damit 23 Prozent über dem Vorjahreswert. Auch im zivilen Bereich verzeichnet die Bundeswehr Zuwächse: Über 26.000 Bewerbungen bedeuteten ein Plus von 16 Prozent, rund 600 Neueinstellungen lagen 12 Prozent über dem Vorjahresniveau.

Neuer Wehrdienst startet zum Jahresbeginn
Seit dem 1. Januar 2026 gilt das neue Wehrdienstmodernisierungsgesetz, das freiwilligen Dienst attraktiver gestalten soll. Es fasst die bisherigen freiwillig Wehrdienstleistenden (bis zu 11 Monate) und kurzdienende Zeitsoldatinnen und -soldaten (12 bis 23 Monate) unter dem Begriff „Neuer Wehrdienst“ zusammen. Zum Stichtag Ende Januar leisteten mehr als 13.500 Menschen in diesem Rahmen Dienst – ein neuer Höchststand gegenüber dem Vorjahresmonat. Das Gesetz setzt grundsätzlich auf Freiwilligkeit, sieht für Männer jedoch eine verpflichtende Bereitschaftserklärung sowie die Wiedereinführung der Musterung ab dem Jahrgang 2008 vor. Eine allgemeine Dienstpflicht besteht derzeit nicht, kann aber bei entsprechender sicherheitspolitischer Lage per Verordnung angeordnet werden.
Saisonale Schwankungen erwartet
Das Verteidigungsministerium weist darauf hin, dass im Frühjahr erfahrungsgemäß saisonale Rückgänge bei den Freiwilligen zu erwarten sind, da Dienstleistende planmäßig ausscheiden, um Ausbildungen oder Studiengänge aufzunehmen. Für das Gesamtjahr 2026 strebt das Ministerium 20.000 Freiwillige im Rahmen des Neuen Wehrdienstes an.
Langer Weg zur NATO-Zielstärke
Trotz der positiven Entwicklung liegt die Bundeswehr noch weit von den langfristigen Planungszielen entfernt. Nach aktuellen Verteidigungsplanungen soll die aktive Truppe bis Mitte der 2030er Jahre auf rund 260.000 Soldatinnen und Soldaten anwachsen, hinzu kommt eine Reserve von etwa 200.000 Kräften.
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