Das Bundeskartellamt hat grünes Licht für ein Gemeinschaftsunternehmen der Rheinmetall Digital GmbH und der OHB SE gegeben. Das Vorhaben zielt auf einen milliardenschweren Beschaffungsauftrag der Bundeswehr im Bereich militärischer Satellitenkommunikation ab.
Kartellrechtliche Freigabe erteilt
Die Bonner Wettbewerbsbehörde hat am 16. April 2026 die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens der beiden Bremer Firmen Rheinmetall Digital GmbH und OHB SE formal genehmigt. Grundlage der Prüfung war das geplante Zusammengehen beider Unternehmen zur gemeinsamen Bewerbung um einen künftigen Auftrag der Bundeswehr zur Erweiterung ihrer militärischen Satellitenkommunikation. Bundeskartellamtspräsident Andreas Mundt betonte, dass beide Unternehmen in verschiedenen Marktsegmenten tätig seien und lediglich ihre jeweiligen Kompetenzen bündeln wollten; kartellrechtliche Bedenken bestünden nicht.

Klare Aufgabenteilung im Konsortium
Das neu zu gründende Gemeinschaftsunternehmen soll die Rolle des Systemintegrators und Hauptauftragnehmers übernehmen. Die Arbeitsteilung zwischen den Partnern ist dabei klar abgegrenzt: OHB, ein auf Raumfahrtsysteme spezialisiertes Technologieunternehmen, verantwortet das Weltraumsegment – also die Produktion der Satelliten – sowie das dazugehörige Bodensegment inklusive der Errichtung von Bodenstationen. Rheinmetall Digital, eine Tochter der Rheinmetall AG mit Sitz in Düsseldorf, die konzernintern für die Entwicklung und Bereitstellung digitaler Systeme zuständig ist, übernimmt das Nutzer- und Netzwerksegment, darunter die Endnutzer-Terminals für Soldaten, Fahrzeuge und Schiffe.
Das Projekt: „SATCOMBw Stufe 4″
Im Hintergrund steht das Bundeswehr-Beschaffungsprojekt „SATCOMBw Stufe 4″ – ein Vorhaben, das in der Rüstungsbranche auch als „deutsches Starlink“ bezeichnet wird. Geplant ist eine Konstellation von 100 bis 200 Satelliten im niedrigen Erdorbit, die der Bundeswehr bis 2029 eine abhörsichere und robuste Kommunikationsinfrastruktur sichern soll – unabhängig von US-amerikanischen Systemen wie dem kommerziellen Starlink-Dienst von SpaceX. Das Auftragsvolumen wird auf bis zu zehn Milliarden Euro geschätzt. Die Bundeswehr hat die formale Ausschreibung für das Projekt im März 2026 veröffentlicht.
Wettbewerb um Milliardenauftrag
Neben dem Konsortium aus Rheinmetall und OHB gilt auch der Luft- und Raumfahrtkonzern Airbus Defence and Space als ernsthafter Mitbewerber für den Auftrag. Laut Medienberichten sollen zeitweise auch Überlegungen bestanden haben, alle drei Unternehmen in einem gemeinsamen Konsortium zu vereinen. Das militärische Satellitenkommunikationssystem SATCOMBw besteht in seiner bisherigen Form aus zwei geostationären Satelliten, die weltweit Fernmeldeverbindungen herstellen; die neue Stufe 4 würde das System grundlegend erweitern und modernisieren. Bereits im Juli 2024 hatte die Bundeswehr einen Vertrag über neue Kommunikationssatelliten im Wert von 2,2 Milliarden Euro unterzeichnet – das neue Projekt übersteigt diesen Rahmen erheblich.
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