Beschaffungsvorhaben – Bekleidung und persönliche Ausrüstung

Beschaffungsvorhaben - Bekleidung und persönliche Ausrüstung
Foto: Bundeswehr / Maximilian Schulz

Diese Liste umfasst die wichtigsten Beschaffungsvorhaben im Bereich Bekleidung und persönliche Ausrüstung. Hier finden Sie aktuelle Informationen zum Projektstatus, Auftragnehmer, Bestand, Bestellt, Bedarf, Kosten, Finanzierung und Auslieferungszeitraum der einzelnen Beschaffungsvorhaben.

Letzte Aktualisierung: 7. August 2026

___STEADY_PAYWALL___

Infanterist der Zukunft – Erweitertes System

IdZ-ES: Bundeswehr erhält weitere 24 Zugsysteme
IdZ-ES | Foto: Rheinmetall AG / Marcus Jacobs

Typ: Soldatensystem

Projektstatus: Auslieferung

Auftragnehmer: Rheinmetall Electronics GmbH

Bestand: 92+ (Zugsysteme) 

Bestellt: 275 + 184 (Zugsysteme) 

Bedarf: N/A

Kosten: 1,768 Mrd. Euro (Festbeauftragung) / 3,1. Mrd. Euro (Gesamtauftragswert)

Finanzierung: Sondervermögen Bundeswehr bis 2027 (Kapitel 1491 Titel 554 95) & Einzelplan 14 ab 2028 (Kapitel 1405 Titel 554 05)

Auslieferung: seit 2012

Ziel/Zweck: Das modulare Soldatensystem soll die Vernetzung und Effizienz auf dem Gefechtsfeld erhöhen und Soldaten bestmöglich auf aktuelle und zukünftige Herausforderungen vorbereiten. Konkret geht es darum, dem einzelnen Infanteristen ein integriertes System bereitzustellen, das Führung, Kommunikation, Schutz und Waffenwirkung auf Zugebene (ca. 35 Soldaten pro „Zugsystem“) miteinander verbindet.

Projektverlauf:

  • 28. November 2022: Das BAAINBw beauftragt die Rheinmetall Electronics GmbH mit der Lieferung von 14 zusätzlichen Zugsystemen des Soldatensystems „Infanterist der Zukunft – Erweitertes System Konstruktionsstand Very High Readiness Joint Task Force 2023“ (IdZ-ES K-Stand VJTF 2023). Der Auftragswert beläuft sich auf 51 Millionen Euro.
  • 29. Januar 2025: Der Haushaltsausschuss stimmt dem Abschluss eines Rahmenvertrages inkl. Festbeauftragung über die Nachbeschaffung des IdZ-ES mit der Rheinmetall Electronics GmbH zu.
  • 6. Februar 2025: Das BAAINBw schließt einen Rahmenvertrag inkl. Festbeauftragung mit der Rheinmetall Electronics GmbH. Der Rahmenvertrag hat ein Volumen von bis zu 3,1 Milliarden Euro und ermöglicht die Beschaffung/Regeneration von insgesamt 368 IdZ-ES-Zugsystemen. Festbeauftragt wurde die Beschaffung von 24 neuen Zugsystemen und die Regeneration von 68 Bestandssystemen für 417,7 Millionen Euro.
  • 15. April 2026: Der Haushaltsausschuss hat der Beschaffung von 237 weitere Zugsystemen des Soldatensystems „Infanterist der Zukunft – Erweitertes System VJTF +“ (IdZ-ES VJTF +) und der Regeneration von 116 Bestandssystemen aus dem im Februar 2025 geschlossenen Rahmenvertrag zugestimmt. Das Kostenvolumen beläuft sich auf mehr als 1,3 Milliarden Euro.
  • 27. April 2026: Das BAAINBw hat bei der Rheinmetall Electronics GmbH weitere Soldatensysteme „Infanterist der Zukunft – Erweitertes System“ (IdZ-ES) aus einem Rahmen­vertrag abgerufen. Der Auftrag sieht die Modernisierung von bestehenden Systemen sowie die Lieferung von weiteren 237 Zugsystemen vor und hat einen Wert von 1,04 MrdEUR brutto. Die Systeme sollen zwischen November 2027 und Dezember 2029 ausgeliefert werden. Weitere 8.600 Soldatinnen und Soldaten erhalten die IdZ-ES-Ausstattung. Insgesamt wird die Bundeswehr dann über 353 Zugsysteme mit über 12.000 Einzelausstattungen verfügen.

Joint Fire Support Team abgesessen

Das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) hat HENSOLDT mit der Lieferung der Ausstattung für abgesessene Joint Fire Support Teams (JFST) beauftragt. Der Serienauftrag folgt auf einen vorangegangenen Vertrag, in dem das Unternehmen die Leistungsfähigkeit des Systems nachgewiesen hatte.
Foto: Hensoldt AG

Typ: Joint Fire Support Team abgesessen

Projektstatus: bestellt

Auftragnehmer: ESG Elektroniksystem- und Logistik-GmbH

Bestand: 0

Bestellt: 50

Bedarf: ca. 300

Kosten: ca. 100 Mio. Euro (Festbeauftragung) / ca. 750 Mio. Euro (Gesamtauftragswert)

Finanzierung: Sondervermögen Bundeswehr bis 2027 & Einzelplan 14 ab 2028

Auslieferung: 2028 – 2029

Ziel/Zweck: Mit dem Vorhaben „Joint Fire Support Team abgesessen“ will die Bundeswehr jene Feuerunterstützungsteams, die für den Einsatz von Wirkmitteln im Rahmen der Streitkräftegemeinsamen Taktischen Feuerunterstützung (STF) verantwortlich sind, für den infanteristischen Einsatz mit moderner Ausrüstung zur Aufklärung, Kommunikation sowie zur Zielortung und Zielmarkierung ausrüsten. Angesiedelt sind die Joint Fire Support Teams in den Feuerunterstützungszügen von Artillerie und Infanterie. Jedes Team umfasst sechs Soldaten – zwei Offiziere, zwei Feldwebel und zwei Mannschaftssoldaten –, die in einen Boden/Boden- und einen Luft/Boden-Trupp gegliedert sind. Entsprechende Fähigkeiten entstehen darüber hinaus auch in den infanteristischen Verbänden von Luftwaffe und Marine. Zum Aufgabenspektrum der Teams gehören unter anderem die Lenkung von Steilfeuer und seegestützten Wirkmitteln, der Einsatz luftgestützter Wirkmittel über die Verfahren Close Air Support (CAS) und Close Combat Attack (CCA) sowie die anschließende Wirkungsanalyse.

Projektverlauf:

  • 8. Juli 2026: Der Haushaltsausschuss des Bundestages stimmt dem Abschluss einer Rahmenvereinbarung zur Beschaffung von Joint Fire Support Team abgesessen (JFST abges) Ausstattungen zu. Laut Hartpunkt soll die Rahmenvereinbarung rund 300 JFST-abges-Ausstattungen umfassen und einen Wert von über 750 Millionen Euro haben. Festbeauftragt werden sollen zunächst rund 50 Ausstattungen für etwas mehr als 100 Millionen Euro. Die Auslieferung soll im Zeitraum von 2028 bis 2029 erfolgen.
  • 4. August 2026: Das BAAINBw hat HENSOLDT mit der Lieferung von Ausstattungssätzen „Joint Fire Support Team abgesessen“ beauftragt. Laut Hartpunkt handelt es sich dabei um eine Rahmenvereinbarung über insgesamt 300 Ausstattungen JFST abges. im Gesamtwert von über 750 Millionen Euro. Festbeauftragt wurden 50 Ausstattungen für etwas mehr als 100 Millionen Euro. Die Auslieferung soll in den Jahren 2028 und 2029 erfolgen.

Feld Ausstattung Soldat Erweiterte Reserve

Persönliche Ausrüstung - neues Tarnmuster und 40 % Umlaufreserve
Foto: Bundeswehr/Martin Stollberg

Typ: Kampfbekleidung & Schutzausstattung

Projektstatus: bestellt

Auftragnehmer: Bw Bekleidungsmanagement GmbH (BwBM)

Bestand: N/A

Bestellt: 700.000 Gefechtshelme

Bedarf: Ausstattung von bis zu 460.000 Soldatinnen und Soldaten zuzüglich 80.000 Zivilbeschäftigten. Je Artikel ergibt sich inklusive Austauschvorrat ein Bedarf von 552.000 Stück, bei größenabhängigen Artikeln zuzüglich Verpassungsvorrat ein Gesamtbedarf von 662.000 Stück. Für die Schutzwestensysteme nennt das BMVg einen Bedarf von 778.000 Stück, für die Gefechtshelme bis zu 1,4 Millionen.

Kosten: ca. 21 Mrd. Euro (Gesamtvolumen)

Finanzierung: Einzelplan 14

Auslieferung: 2026 – 2034

Ziel/Zweck: FASER soll die Bestandslücken bei 115 ausgewählten Bekleidungs- und Ausrüstungsartikeln — von ballistischen Schutzwesten und Gefechtshelmen bis hin zu Frottierhandtüchern und Badepantinen — schließen und damit bis zu 460.000 Soldatinnen und Soldaten ausstatten; hinzu kommen 80.000 Zivilbeschäftigte, die mit Helm und Schutzweste versorgt werden, damit ihre Arbeitsfähigkeit in Krise und Krieg erhalten bleibt. Hintergrund ist der im Rahmen der NATO-Fähigkeitsziele beschlossene personelle Aufwuchs auf 460.000 aktive Soldaten sowie die Entkopplung von Personal, Material und Infrastruktur, die eine Materialbeschaffung unabhängig vom tatsächlichen Aufwuchs der Planstellen erlaubt. Zweitens führt das Vorhaben bei 34 der 115 Artikel mit dem Multitarndruck eine neue Tarnoptik querschnittlich in die Bundeswehr ein, die bislang nur bei den Spezialkräften genutzt wurde. Drittens deckt es den zusätzlichen Bedarf, der durch die kurzen Dienstzeiten der Wehrdienstleistenden und den daraus folgenden häufigen Personalwechsel entsteht

Projektverlauf:

  • 17. Dezember 2025: Der Haushaltsausschuss des Bundestags hat den 8. Änderungsvertrag mit Bw Bekleidungsmanagement GmbH gebilligt (unter Maßgaben). Laut Hartpunkt wurden insgesamt rund 21 Milliarden Euro für die Realisierung des Vorhaben „Feld Ausstattung Soldat Erweiterte Reserve“ (FASER) freigegeben.
  • 16. Februar 2026: Die BwBM eröffnet auf TED den Teilnahmewettbewerb für die modernisierte Feldbekleidung – geplant sind Rahmenvereinbarungen mit mehreren Unternehmen für den Zeitraum 1. August 2028 bis 31. Juli 2033, mit je vier Losen für Damen- und Herrenfeldblusen sowie -hosen, davon je ein Los für Anbieter mit europäischer Lieferkette.
  • 2. Juli 2026: Hexonia meldet die Beauftragung durch die BwBM – die Rahmenvereinbarung umfasst bis zu 1,4 Millionen Gefechtshelme, davon rund 700.000 als Mindestabrufmenge, in den Varianten High Cut und Low Cut, gefertigt in Nettetal und im polnischen Lębork.

Bekleidungssystem Marine

Typ: Modulares Bekleidungssystem

Projektstatus: Auslieferung

Auftragnehmer:

  • Goldeck Textil GmbH (Marke Carinthia, Österreich): Nässeschutzjacke und Nässeschutzhose, marineblau; zusätzlich ein Lieferlos BGA Hose und Jacke, schwer, marineblau
  • DNS Alpha (DE/CH): ein Lieferlos BGA Hose und Jacke, schwer, marineblau; Kälteschutzjacke, marineblau
  • Wattana GmbH: ein Los BGA Combatshirt, schwer, marineblau
  • Schöffel Sportbekleidung GmbH (Marke Schöffel TEC): ein Los BGA Combatshirt, schwer, marineblau
  • W.L. Gore & Associates / Gore-Tex: Lieferant der technischen Funktionsmaterialien (u. a. Flammschutztechnologie PYRAD) an die Konfektionäre

Bestand: N/A 

Bestellt: N/A

Bedarf: N/A als Stückzahl; Ausstattungsumfang rund 11.000 Marinesoldaten

Kosten: N/A

Finanzierung: N/A

Auslieferung: 2025 – 2030

Verzögerung: Tropenanteil (BGA Hose und Jacke, leicht, sand): rund 16 Monate seit der ausgebliebenen Vergabe im März 2025 – ursprünglich Bestandteil der Ausschreibung vom 13.02.2024, im März 2025 kein Liefervertrag vergeben, neuer Teilnahmewettbewerb erst im Juli 2026 eröffnet.

Ziel/Zweck: Das Bekleidungssystem Marine ersetzt den seit den 1990er Jahren eingeführten Bord- und Gefechtsanzug und schafft erstmals ein einheitliches, aufeinander abgestimmtes Bekleidungskonzept für das seefahrende Personal der Deutschen Marine. Der modulare Aufbau aus Nässeschutzjacke und -hose, BGA-Jacke und -Hose, Combatshirt und Kälteschutzjacke soll den Einsatz in stark unterschiedlichen Klimazonen von der Kälte des Nordmeers bis zur tropischen Hitze im Indo-Pazifik abdecken und zugleich mit persönlicher Schutzausrüstung kombinierbar sein. Zentrale Fähigkeitsforderung ist die Flammhemmung: Brände an Bord stellen wegen der begrenzten Fluchtmöglichkeiten, der Brandausbreitung auf brennbare Materialien sowie der Rauch- und Hitzeentwicklung eine existenzielle Bedrohung für Schiffsbesatzungen dar, weshalb Combatshirt, BGA-Hose sowie Nässeschutzjacke und -hose aus dem schwerentflammbaren Material Gore PYRAD gefertigt werden. Darüber hinaus soll das System antistatisch, wetterfest, atmungsaktiv, leicht und abriebfest sein und durch bessere Passform, Ergonomie und Bewegungsfreiheit den Tragekomfort über lange Einsätze erhöhen. Darüber hinaus soll ein zeitgemäßes Erscheinungsbild die Nachwuchsgewinnung unterstützen.

Projektverlauf:

  • 2023: Beginn der Neuentwicklung des Bord- und Gefechtsanzugs unter Einbindung der Truppe; partizipativer Entwicklungsprozess von Marinekommando, BAAINBw und BwBM GmbH.
  • 11. Januar 2024: Inspekteur der Marine kündigt auf der 63. Historisch-Taktischen Tagung für das laufende Jahr den ersten Prototyp eines neuen Gefechtsanzuges an.
  • 13. Februar 2024: BwBM eröffnet auf TED einen Teilnahmewettbewerb für eine Rahmenvereinbarung „Bekleidungssystem Marine“ über acht Bekleidungsteile (Nässeschutzjacke/-hose marineblau; BGA Hose, Jacke und Combatshirt schwer, marineblau; BGA Hose und Jacke leicht, sand; Kälteschutzjacke marineblau). Vertragslaufzeit 17.03.2025–16.03.2030 mit zweimaliger Verlängerungsoption um je ein Jahr; Wertung: Truppenerprobung 40 %, Qualität des Angebotsmusters 15 %, Lieferfristen 10 %, Preis 35 %.
  • 30. April 2024: BwBM schreibt zusätzlich eine vierjährige Rahmenvereinbarung über „Poloshirts flammhemmend, Marine“ aus – mindestens 25.811 Herren- und 4.713 Damen-Poloshirts; Wertung: Qualität 40 %, Lieferfristen 10 %, Preis 50 %.
  • 17. März 2025: BwBM vergibt die Zuschläge für die Rahmenverträge an Goldeck Textil, DNS Alpha, Wattana und Schöffel Sportbekleidung; für den Tropenanteil (BGA Hose und Jacke, leicht, sand) wird kein Liefervertrag vergeben.
  • 20. März 2025: PIZ Marine meldet den erfolgreichen Abschluss von Entwicklungsprozess und finaler Erprobung nach über viermonatigem Trageversuch (u. a. Minenjagdboot „Grömitz“); Ausstattung der ersten Besatzungen für das 4. Quartal 2025 vorgesehen, flächendeckende Ausgabe bis Ende 2026.
  • 25. März 2025: Gore-Tex meldet den Beginn der Serienproduktion; Ausstattungsumfang rund 11.000 Marinesoldaten.
  • 16. Januar 2026: Besatzung der Fregatte „Baden-Württemberg“ wird als erste Einheit der Deutschen Marine vollständig mit dem neuen Bekleidungssystem ausgestattet.
  • Juli 2026: Teilnahmewettbewerb für eine fünfjährige Rahmenvereinbarung über BGA-Bordhosen und -jacken „Tropen mit Vektorenschutz“ (getrennte Ausführungen für Soldatinnen und Soldaten) eröffnet, mit zweimaliger Verlängerungsoption um je ein Jahr.

Einsatzkampfbekleidung Spezialkräfte 2.0

Typ: Kampfbekleidungssystem 

Projektstatus: bestellt

Auftragnehmer: N/A

Bestand: N/A

Bestellt: N/A

Bedarf: N/A

Kosten: 130 Mio. Euro

Finanzierung: Einzelplan 14

Auslieferung: ab 2027

Beschreibung:

Die Spezialkräfte der Bundeswehr sollen 2027 ein neues Kampfbekleidungssystem, „Einsatzkampfbekleidung Spezialkräfte 2.0“, erhalten, um die Defizite des aktuell in Nutzung befindlichen Systems wie mangelnde Kompatibilität der Bekleidungsartikel und Ausrüstung zu beheben. Das neue System soll mit moderner Technologie Tragekomfort, Funktionalität und Schutz vor Hitze, Flammen, Witterung sowie Insekten verbessern, so berichtet es Hartpunkt.

Das modular aufgebaute System besteht aus vier Modulen: Basismodul, Kälteschutzmodul, Zubehörmodul und Sondermodul. Letzteres umfasst spezialisierte Elemente für Einsätze wie Freifall oder Dschungeloperationen. Die Bekleidung wird in drei Tarnmustern – Multitarndruck, Fünf-Farb-Tarndruck und Schneetarndruck – bereitgestellt, um globale Einsätze in allen Klimazonen zu ermöglichen.

Der Haushaltsausschuss des Bundestages hat dafür am 18. Dezember 2024 ein Budget von 130 Millionen Euro freigegeben. Zu den Spezialkräften der Bundeswehr gehören das Kommando Spezialkräfte, das Kommando Spezialkräfte der Marine und die 4. Fliegende Staffel des Hubschraubergeschwaders 64.

Sprechsätze mit Gehörschutzfunktion

Sprechsätze mit Gehörschutzfunktion | Foto: Bundeswehr/Maximilian Schulz

Typ: Sprechsatz mit Gehörschutzfunktion

Projektstatus: Auslieferung

Auftragnehmer: Rheinmetall Electronics GmbH

Bestand: knapp 60.000 (44.000 Soldaten- und 16.000 Führungs-SMG)

Bestellt: 110.000 (77.000 Soldaten- und 33.000 Führungs-SMG)

Bedarf: 191.000

Kosten: 288 Mio. Euro

Finanzierung: Sondervermögen Bundeswehr & Einzelplan 14

Auslieferung: läuft

Beschreibung:

Das BAAINBw hat mit der Rheinmetall AG einen Rahmenvertrag über die Herstellung und Lieferung von bis zu 191.000 Sprechsätzen mit Gehörschutzfunktion (SMG) im Wert von bis zu 400 Millionen Euro vereinbart. Bisher sind folgende Bestellungen getätigt wurden:

  1. Tranche: 30.000 SMG für 81 Mio. Euro (21.03.2024)
  2. Tranche: 30.000 SMG für knapp 67 Mio. Euro (03.07.2024)
  3. Tranche: 50.000 SMG für ca. 140 Mio. Euro (3. Dezember 205)

Das Ziel des Vorhabens „Sprechsätze mit Gehörschutzfunktion“, kurz SMG, ist es den Soldaten einen maximalen Gehörschutz zu bieten und gleichzeitig die Kommunikation untereinander in Gefechtssituationen zu gewährleisten. Die Sprechsätze mit Gehörschutzfunktion sollen mit den aktuell in Nutzung befindlichen Fernmeldesystemen und dem Gefechtshelm Streitkräfte kompatibel sein.

Bildverstärkerbrille, querschnittlich

Theon MIKRON | Foto: Bundeswehr/Markus Mader

Typ: Nachtsichtbrille

Projektstatus: Auslieferung

Auftragnehmer: Hensoldt Optronics GmbH & Theon Sensors SA

Bestand: ca. 50.000

Bestellt: 66.041

Bedarf: ca. 166.000 

Kosten: ca. 1,393 Mrd. Euro (für 141.041 Nachtsichtbrillen | Kosten der ersten beiden Bestellungen nicht genau bekannt) 

Finanzierung: Einzelplan 14 & Sondervermögen Bundeswehr

Auslieferung: seit 2021

Beschreibung:

Die Beschaffung von „Bildverstärkerbrille[n], querschnittlich“ erfolgt in Kooperation mit Belgien über die internationale Rüstungsagentur OCCAR. Diese hat hierfür einen Rahmenvertrag mit einem Konsortium aus den Unternehmen Hensoldt und Theon Sensors geschlossen. Ziel des Vorhabens ist die querschnittliche Nachtsehbefähigung der Bundeswehr. Bisher wurden folgende Bestellungen genehmigt:

  • 5.000 Nachtsichtbrillen sowie 1.789 Ergänzungssätze eines Kopftragesystems für die vor wenigen Jahren eingeführte Kraftfahrerbrille (21. April 2021)
  • 20.000 weitere Nachtsichtbrillen, finanziert über das Sondervermögen Bundeswehr (5. Juli 2022)
  • 16.041 zusätzliche Nachtsichtbrillen und 8.423 Ergänzungssätze für das Kopftragesystem samt zugehörigem In-Service-Support im Wert von 162 Millionen Euro (13. März 2024)
  • 25.000 weitere Nachtsichtbrillen für rund 231 Millionen Euro (18. Dezember 2024)
  • 100.000 zusätzliche Nachtsichtbrillen samt Ersatzteilbedarf für rund eine Milliarde Euro (12. November 2025)

Deutschland hat in den vergangenen vier Jahren insgesamt rund 166.000 Nachtsichtbrillen bestellt, wovon bereits nahezu 50.000 Exemplare ausgeliefert wurden. Bei dem beschafften System handelt es sich um die Theon Mikron, eine binokulare Nachtsichtbrille mit zwei 16-mm-Restlichtverstärkerröhren von Photonis Defense und integriertem Infrarotstrahler. Das Gerät lässt sich sowohl am Helm als auch mit einem Kopftragesystem verwenden, wobei die beiden Monokulare einzeln weggeklappt werden können. Die Mikron wird standardmäßig mit einer einzelnen AA-Batterie betrieben, bei Bedarf kann jedoch für längere Einsätze ein externes Batteriepack angeschlossen werden.

Clip-On Wärmebildgeräten

Typ: Clip-On Wärmebildgeräte

Projektstatus: genehmigt

Auftragnehmer: Theon & Andres Industries AG

Bestand: 0

Bestellt: 0

Bedarf: 4.375 Sätze

Kosten: 49 Mio. Euro

Finanzierung: Sondervermögen Bundeswehr

Auslieferung: N/A

Beschreibung: 

Der Haushaltsausschuss des Bundestages hat der Beschaffung von 4.375 Clip-On-Wärmebildgeräten des Typs IRIS sowie dem zugehörigen Anfangs-Betreuungspaket zugestimmt. Die Geräte sind zur Nutzung mit der bereits eingeführten Nachtsichtbrille „Theon Mikron“ vorgesehen. Die Kosten belaufen sich auf rund 49 Millionen Euro und werden aus dem Sondervermögen Bundeswehr gedeckt. Die Beschaffung erfolgt im Rahmen einer deutsch-belgischen Kooperation über die europäische Rüstungsagentur OCCAR. Die Lieferung soll durch eine Zusammenarbeit des griechischen Herstellers Theon und der Berliner Firma Andres Industries AG erfolgen.

Wärmebildbeobachtungsgerät, abgesessen, weite Reichweite

Foto: Adrien Daste / Safran

Typ: Wärmebildbeobachtungsgerät, abgesessen, weite Reichweite

Projektstatus: Auslieferung

Auftragnehmer: Safran Electronics & Defense Germany

Bestand: N/A

Bestellt: min. 1.561

Bedarf: 2.500

Kosten: ca. 158,21 Mio. Euro

Finanzierung: Sondervermögen Bundeswehr & Einzelplan 14

Auslieferung: 2025 – 2027

Ziel/Zweck: Beschaffung von Wärmebildbeobachtungsgeräten mit großer Reichweite für Kräfte, die abgesessen von Kampffahrzeugen operieren. Mit diesen Geräten kann die Truppe bspw. Distanzen bestimmen sowie die Lage von Zielen ermitteln.

Projektverlauf:

  • 18. Dezember 2024: Der Haushaltsausschuss stimmt der Beschaffung von Wärmebildbeobachtungsgeräten, abgesessen, weite Reichweite zu.
  • 20. Januar 2025: Das BAAINBw schließt eine Rahmenvereinbarung mit Safran Electronics & Defense Germany über die Herstellung und Lieferung von 2.500 Wärmebildbeobachtungsgeräten, abgesessen, weite Reichweite. Festbeauftragt werden zunächst 561 Sätze für rund 48,21 Millionen Euro. Für die fest beauftragten Geräte ist eine Nutzungsdauer von etwa 13 Jahren vorgesehen; die Instandhaltungs- und Betriebskosten dafür veranschlagt das Ministerium auf rund 10,3 Millionen Euro. Bei den Wärmebildbeobachtungsgeräten handelt es sich um die JIM Compact Geräte von Safran.
  • 25. Februar 2026: Der Haushaltsausschuss stimmt dem Abruf weiterer Wärmebildbeobachtungsgeräten aus dem bestehenden Rahmenvertrag zu. Laut ES&T umfasst der Abruf eine vierstellige Anzahl von Geräten für ca. 110 Millionen Euro.
  • 12. Juni 2026: Das BAAINBw hat Safran Electronics & Defense Germany mit der Herstellung und Lieferung von mehr als 1.00 weiteren Wärmebildbeobachtungsgeräten, abgesessen, weite Reichweite beauftragt.

Wärmebildzielgerät, abgesessen, weite Reichweite

Typ: Wärmebildzielgerät für Präzisionsgewehre G27/G28 und Maschinengewehr MG5

Projektstatus: bestellt

Auftragnehmer: QIOPTIQ

Bestand: 0

Bestellt: 810

Bedarf: 2.500

Kosten: 58,68 Mio. Euro

Finanzierung: Sondervermögen Bundeswehr (Kapitel 1491 Titel 554 10)

Auslieferung: 2025 – 2027

Beschreibung: 

Das BAAINBw hat mit QIOPTIQ einen siebenjährigen Rahmenvertrag über die Lieferung von bis zu 2 500 Wärmebildzielgeräten, abgesessen, weite Reichweite abgeschlossen. Von diesen wurden 810 Geräte verbindlich bestellt; der Auftragswert beträgt rund 58,68 Mio. Euro. Weitere 1 690 Geräte können bis 2031 nach Bedarf abgerufen werden.

Die Beschaffung wird aus dem Sondervermögen Bundeswehr (Wirtschaftsplan 2024, Kapitel 1491 Titel 554 10) finanziert. Für Wartung und Instandhaltung der zunächst beschafften 810 Geräte veranschlagt das BMVg bis 2038 rund 14,1 Millionen Euro, die im Einzelplan 14 (Kapitel 1406 Titel 553 05) eingeplant sind. Die geplante Nutzungsdauer der Zielgeräte beträgt etwa 14 Jahre.

Wärmebildzielgeräten, abgesessen, mittlere Reichweite

Foto: Theon

Typ: Wärmebildzielgeräten, abgesessen, mittlere Reichweite (WBZG mRw)

Projektstatus: bestellt

Auftragnehmer: Theon International

Bestand: 0

Bestellt: 6.000

Bedarf: 25.000

Kosten: über 100 Mio. Euro

Finanzierung: Sondervermögen Bundeswehr & Einzelplan 14

Auslieferung: N/A

Beschreibung: 

Nachdem der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages am 5. November 2025 die Beschaffung von Wärmebildzielgeräten, abgesessen, mittlere Reichweite (WBZG mRw), genehmigt hat, hat das BAAINBw am 26. November 2025 einen Rahmenvertrag mit dem griechischen Unternehmen Theon International geschlossen.

Der Vertrag umfasst die Lieferung von bis zu 25.000 Wärmebildzielgeräten. Im ersten Schritt wurden etwa 6.000 Einheiten verbindlich bestellt; optional können 19.000 weitere Geräte bestellt werden.

Mit einem Gesamtvolumen von über 100 Millionen Euro handelt es sich laut Theon International sowohl um den bislang größten Beschaffungsprozess für diesen Gerätetyp innerhalb der Europäischen Union als auch um den größten Einzelauftrag in der Firmenhistorie für dieses spezielle Produktsegment. Bei den georderten Geräten handelt es sich voraussichtlich um das Modell „Thermis MK2 MR“.

Pistole querschnittlich

P13 | Foto: POL-TEC GmbH & Co. KG

Typ: Pistole

Projektstatus: bestellt

Auftragnehmer: POL-TEC GmbH & Co. KG & Helmut Hoffmann GmbH

Bestand: 0

Bestellt: 65.000 Pistolen & 62.000 Holstertragesysteme

Bedarf: 203.000 Pistolen & 186.000 Holstertragesysteme

Kosten: ca. 34,5 Mio. Euro (Festbeauftragung) / ca. 103 Mio. Euro (Gesamtvolumen)

Finanzierung: Sondervermögen Bundeswehr & Einzelplan 14

Auslieferung: N/A

Beschreibung:

Im Rahmen des Vorhabens „Pistole querschnittlich“ (P13) sollen die bisherigen Dienstpistolen P8 ersetzt werden.

  • 6. November 2024: Das BAAINBw hat einen Teilnahmewettbewerb für die „Pistole querschnittlich“ auf der europäischen Online-Vergabeplattform TED eröffnet.
  • 5. November 2025: Der Haushaltsausschuss genehmigt zwei Rahmenvereinbarungen für die Beschaffung der „Pistole querschnittlich“ sowie eines neuen Holstertragesystems.
  • 19. Dezember 2025: Das BAAINBw hat eine Rahmenvereinbarung mit der POL-TEC GmbH & Co. KG, einem deutschen Vertriebspartner des tschechischen Herstellers Česká zbrojovka (CZ), geschlossen. Die Rahmenvereinbarung sieht die Lieferung von bis zu 203.000 Pistolen des Typs P13 vor. Das Gesamtvolumen beläuft sich auf 56 Millionen Euro. Fest beauftragt wurden zunächst nur 65.000 Pistolen samt Zubehör für rund 19 Millionen Euro.

Zur Beschaffung der Holstertragesysteme soll eine Rahmenvereinbarung über bis zu 186.000 Tragesysteme mit der Helmut Hoffmann GmbH geschlossen werden. Das Gesamtvolumen soll knapp 47 Millionen Euro betragen. Fest beauftragt werden sollen zunächst jedoch nur 62.000 Tragesysteme für 15,5 Millionen Euro. Ob der Vertragsschluss bereits erfolgt ist, ist nicht öffentlich bekannt.

System Sturmgewehr Bundeswehr

Typ: Sturmgewehr

Projektstatus: Auslieferung

Auftragnehmer:

  • Heckler & Koch (Anteil Waffe)
  • Rheinmetall Soldier Electronics GmbH (Anteil Laser-Licht-Module)
  • Leonardo Germany GmbH (Anteil Optik)

Bestand: min. 690 (inkl. 390 Nachweismuster)

Bestellt:

  • 250.000 Sturmgewehre
  • 250.000 Laser-Licht-Module
  • 250.000 Hauptkampf- und Reflexvisiere

Bedarf: min. 250.000 mglw. bis zu 500.000 komplette Systeme 

Kosten: ca. 2  Mrd. Euro

Finanzierung: Sondervermögen „Bundeswehr“ & Einzelplan 14

Auslieferung: 2024 – 2032

Ziel/Zweck: Im Rahmen des Vorhabens „System Sturmgewehr Bundeswehr“ soll das bisherige Standardsturmgewehr G36 durch das HK416 A8 (Bundeswehr-Bezeichnung G95A1 & G95KA1) ersetzt werden. Das „System Sturmgewehr Bundeswehr“ setzt sich aus drei Teilprojekten zusammen: Anteil Waffe, Optik sowie Laser-Licht-Modul.

Projektverlauf:

  • 23. Juni 2021: Der Haushaltsausschuss des Bundestages stimmt der Beschaffung der Hauptkampfvisiere und Laser-Licht-Module zum „System Sturmgewehr Bundeswehr“ zu.
  • 21. Juli 2021: Das BAAINBw hat einen Rahmenvertrag mit der Rheinmetall Soldier Electronics GmbH über bis zu 130.000 Laser-Licht-Module im Wert von 178 Millionen Euro geschlossen. In einem ersten Schritt sollen zunächst 2.460 Laser-Licht-Module – davon 360 für die integrierte Nachweisführung – im Wert von 3 Millionen Euro geliefert werden.
  • 13. Oktober 2021: Das BAAINBw hat einen Rahmenvertrag mit der Leonardo Germany GmbH über bis zu 107.929 ELCAN Specter® DR 1-4x Hauptkampfvisiere geschlossen. Laut Hartpunkt hat der Rahmenvertrag ein Volumen von 128 Millionen Euro. In einem ersten Schritt wurde zunächst die Lieferung von 390 Optiken für die integrierte Nachweisführung sowie eine Mindestbestellmenge von 14.435 Optiken inklusive Zubehör für ca. 18 Millionen Euro vereinbart.
  • 14. Dezember 2022: Der Haushaltsausschuss stimmt der Beschaffung des „System Sturmgewehr Bundeswehr“ zu. Die Bundeswehr kann nun bis zu 118.718 neue Sturmgewehre für rund 209 Millionen Euro bestellen.
  • 23. Januar 2023: Das BAAINBw schließt einen Rahmenvertrag mit Heckler & Koch über bis zu 118.718 Sturmgewehre in zwei Varianten. In einem ersten Schritt sollen 390 Nachweismuster an die Bundeswehr geliefert werden. Die Mindestbestellmenge liegt bei 13.929 Sturmgewehren in der Langrohr-Version und 3.104 in der Kurzrohr-Version.
  • 16. Mai 2025: Das BAAINBw beauftragt Heckler & Koch mit der ersten Lieferung des neuen Standardsturmgewehrs der Bundeswehr. Laut Hartpunkt umfasst die erste Lieferung 4.500 Sturmgewehre in der Kurzrohr-Version (G95KA1).
  • 3. Dezember 2025: Der Haushaltsausschuss stimmt dem 2. Änderungsvertrag über die Herstellung und Lieferung des „Systems Sturmgewehr Bundeswehr“ mit Abrufleistungen und Festbeauftragung sowie dem 1. Änderungsvertrag zur Beschaffung der Laser-Licht-Module zum „System Sturmgewehr Bundeswehr“ inkl. Zubehör/Anbauteile mit Abrufleistung zu.
  • 4. Dezember 2025: Heckler & Koch hat die ersten 300 Sturmgewehre G95KA1 an die Bundeswehr übergeben. Als erster Verband wird das Panzergrenadierbataillon 122 mit dem neuen Standardsturmgewehr der Bundeswehr ausgestattet.
  • 17. Dezember 2025: Der Haushaltsausschuss stimmt dem 1. Änderungsvertrag zur Beschaffung der Hauptkampf- und Reflexvisiere zum „System Sturmgewehr Bundeswehr“ zu.
  • 22. Dezember 2025: Das BAAINBw hat den 1. Änderungsvertrag zur Beschaffung der Laser-Licht-Module mit der Rheinmetall Soldier Electronics GmbH unterzeichnet. Laut Hartpunkt wurde in diesem Rahmen die maximale Abrufmenge von 130.000 Laser-Licht-Modulen auf 250.000 Geräte erhöht. Der Auftragswert hat sich von 178 Millionen Euro auf ca. 490 Millionen Euro erhöht. Des Weiteren wurden 130.000 Laser-Licht-Module für 255 Millionen Euro festbeauftragt.
  • Dezember 2025:
    • Das BAAINBw hat den 2. Änderungsvertrag über die Herstellung und Lieferung des „Systems Sturmgewehr Bundeswehr“ mit Heckler & Koch unterzeichnet. Dieser sieht technische Anpassungen, eine Stückzahlerhöhung und die Festbeauftragung zusätzlicher Sturmgewehre vor. Konkret wurde die Stückzahl von 118.718 Sturmgewehren auf bis zu 250.000 erhöht. Der Auftragswert erhöht sich dadurch auf ca. 800 Millionen Euro. Zeitgleich wurden knapp 80.000 Sturmgewehre für rund 250 Millionen Euro festbeauftragt.
    • Das BAAINBw hat den 1. Änderungsvertrag zur Beschaffung der Hauptkampf- und Reflexvisiere mit der Leonardo Germany GmbH geschlossen. Dieser sieht eine Anpassung der Optik auf den aktuellen Konstruktionsstand (Kombigerät) und eine Stückzahlerhöhung vor. Der aktuelle Konstruktionsstand besteht aus einer Kombination von ELCAN Specter DR 1-4x (Hauptkampfvisier) mit dem ACRO P2 (Reflexvisier) des schwedischen Herstellers Aimpoint. Darüber hinaus wurde die Stückzahl von 107.929 Optiken auf bis zu 250.000 Geräte erhöht. Das Gesamtvolumen steigt von 128 Millionen Euro auf 721 Millionen Euro. Zeitgleich wurden 50.000 Optiken für ca. 144 Millionen Euro festbeauftragt.
  • 27. Mai 2026: Das BAAINBw hat die Rheinmetall Soldier Electronics GmbH mit der Herstellung und Lieferung weiterer Laser-Licht-Module beauftragt. Laut Hartpunkt dürfte es sich dabei um „die etwa 120.000 restlichen, im Rahmenvertrag als Option enthaltenen Geräte“ handeln. „Der Auftragswert dürfte bei rund 240 Millionen Euro liegen.“
  • 26. Juni 2026: Laut Hartpunkt erhalten die mit dem Soldatensystem „Infanterist der Zukunft – Erweitertes System VJTF+“ ausgestatteten Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr nicht das Hauptkampfvisier ELCAN Specter DR 1-4x in Kombination mit dem Rotpunktvisier des Typs ACRO P-2 von Aimpoint, sondern ein Optikpaket von Hensoldt. Hensoldt bestätigte auf Anfrage von Hartpunkt, dass man jüngst von Rheinmetall mit der Lieferung einer nicht weiter spezifizierten Anzahl an Sturmgewehroptiken beauftragt wurde. Gut informierten Kreisen zufolge dürfte es sich um rund 12.000 Optiken handeln. Beim Optikpaket soll es sich um das Hauptkampfvisier ZF4 MKO in Kombination mit einem ACRO P-2 handeln.
  • 6. Juli 2026: Das BAAINBw hat alle im Rahmenvertrag mit Heckler & Koch enthaltenen G95 abgerufen. Laut Hartpunkt handelt es sich dabei um die Bestellung weiterer rund 160.000 Sturmgewehre (G95A1 und G95KA1) für mehr als 500 Millionen Euro. Insgesamt sind damit 250.000 Sturmgewehre bestellt.
  • 8. Juli 2026: Der Haushaltsausschuss stimmt der Beschaffung weiterer Hauptkampfvisiere aus der bestehenden Rahmenvereinbarung mit der Leonardo Germany GmbH zu. Dabei handelt es sich um den 2. Abruf aus dem 1. Änderungsvertrag. Laut Hartpunkt wurden knapp 200.000 weitere Hauptkampfvisiere für rund 575 Millionen Euro genehmigt. Die Auslieferung soll in den Jahren 2027 bis 2032 erfolgen.

Wirkmittel 90/Panzerfaust 3

Bundeswehr erhält weitere Wirkmittel 90 & Panzerfaust 3
Panzerfaust 3 / Foto: Bundeswehr/Mario Bähr

Typ: Raketenwerfer

Projektstatus: bestellt

Auftragnehmer: Dynamit Nobel Defence (DND)

Bestand: N/A

Bestellt: 6.351 ASG/P 90 mm (DM11), 2.450 ASG/P 90 mm (DM16) und 2.000 Stück ASG/P 90 mm (DM32)

Bedarf: 6.500 Stück ASG/P Pzf3, DM72

Kosten: 103 Mio. Euro

Finanzierung: Sondervermögen Bundeswehr (Kapitel 1491 Titel 554 08)

Auslieferung: 2025 – 2026

Beschreibung:

Am 29. Januar 2025 hat der Haushaltsausschuss des Bundestages der Beschaffung von Abschussgeräten/Patronen Wirkmittel 90 im Wert von 103 Millionen Euro zugestimmt. Am 12. Februar 2025 hat das BAAINBw einen entsprechenden Rahmenvertrag mit dem Hersteller Dynamit Nobel Defence (DND) unterzeichnet. Dieser Rahmenvertrag sieht die Lieferung von 6.351 ASG/P 90 mm (DM11), 2.450 ASG/P 90 mm (DM16) und 2.000 Stück ASG/P 90 mm (DM32) im Zeitraum von 2025 bis 2026 vor. Die dafür erforderlichen 103 Millionen Euro werden über das Sondervermögen Bundeswehr finanziert. Darüber hinaus enthält der Vertrag eine Option auf 6.500 Stück ASG/P Pzf3, DM72. Die dafür erforderlichen 55,49 Millionen Euro müssten jedoch zunächst vom Haushaltsausschuss freigegeben werden.

Leichtes Wirkmittel 1800+

Typ: Lenkflugkörpersystem

Projektstatus: Auslieferung

Auftragnehmer: MBDA

Bestand: N/A

Bestellt: 850

Bedarf: 3.087+

Kosten: 76 Mio. Euro

Finanzierung: Einzelplan 14

Auslieferung: 2023 – 2026

Beschreibung:

Im Jahr 2019 wurde die Entwicklung und Beschaffung des „Leichten Wirkmittels 1800+“ für die Bundeswehr beschlossen. Der mit MBDA geschlossene Rahmenvertrag beinhaltet bis zu 3.087 Lenkflugkörper. Davon wurden bisher 850 Stück feste beauftragt, für 76 Mio. Euro. Mit dem „Leichten Wirkmittel 1800+“ können bewegliche und stationäre Ziele, wie Infrastruktur, ungepanzerte und leicht gepanzerte Ziele, auf Entfernungen von 500 bis 1800 Metern bekämpft werden. Die Auslieferung des Festbeauftragungsanteils soll noch dieses Jahr abgeschlossen werden. Die optionalen 2.237 Lenkflugkörper bis 2026, eine zeitnahe Bestellung vorausgesetzt.

Patronen 40 mm x 53

Granatmaschinenwaffe 40
Granatmaschinenwaffe 40 | Foto: Bundeswehr/Marco Dorow

Typ: Patronen 40 mm x 53

Projektstatus: genehmigt

Auftragnehmer: /

Bestand: N/A

Bestellt: N/A

Bedarf: N/A

Kosten: N/A

Finanzierung: Einzelplan 14

Auslieferung: N/A

Ziel/Zweck: Sicherung des Munitionsbedarfs für die Granatmaschinenwaffe.

Projektverlauf:

  • 8. Juli 2026: Der Haushaltsausschuss des Bundestages stimmt der Beschaffung von Patronen 40 mm x 53 für die Granatmaschinenwaffe zu.

7,62 mm x 51 Weichkern

Wiedereinführung der Wehrpflicht teurer als höhere Gehälter
Foto: Bundeswehr/Marco Dorow

Typ: 7,62 mm x 51 MG-Munition

Projektstatus: genehmigt

Auftragnehmer: /

Bestand: N/A

Bestellt: N/A

Bedarf: N/A

Kosten: 300 Mio. Euro

Finanzierung: Einzelplan 14 & Sondervermögen Bundeswehr

Auslieferung: N/A 

Beschreibung:

Der Haushaltsausschuss hat eine Rahmenvereinbarung zur Produktion und Lieferung von 120-Schuss-Munitionsgurten im Kaliber 7,62 x 51 mm für die Maschinengewehre MG3 und MG5 genehmigt. Das Vorhaben hat ein Volumen von etwa 300 Millionen Euro und soll die Planungs- und Versorgungssicherheit der Bundeswehr bei Munition verbessern. Die Finanzierung erfolgt aus dem Sondervermögen der Bundeswehr und dem regulären Verteidigungshaushalt.

7,62 mm x 51 Manövermunition

Foto: Bundeswehr/Johannes Locherer

Typ: 7,62 mm x 51 Manövermunition

Projektstatus: bestellt

Auftragnehmer: Metallwerk Elisenhütte (MEN)

Bestand: N/A

Bestellt: 16.000.000

Bedarf: 135.000.000

Kosten: 15,56 Mio. Euro (Festbeauftragung) / 131,35 Mio. Euro (Gesamtauftragsvolumen)

Finanzierung: Einzelplan 14 (Kapitel 1405 Titel 554 08)

Auslieferung: N/A 

Beschreibung:

Das BAAINBw hat mit Metallwerk Elisenhütte (MEN) eine siebenjährige Rahmenvereinbarung über bis zu 135 Millionen Manöverpatronen im Kaliber 7,62 × 51 mm (Messing) geschlossen. Ein fester Abnahmeanteil ist nicht vorgesehen; jedoch wurde 2023 bereits eine Erstbestellung von rund 16 Millionen Schuss im Wert von etwa 15,56 Millionen Euro ausgelöst. MEN garantiert von 2023 bis 2028 eine Mindestliefermenge von 40 Millionen Patronen pro Jahr, eine Abnahmepflicht besteht für die Bundeswehr nicht.

Der prognostizierte Bedarf liegt 2023 bei insgesamt 32 Millionen Stück und in den Jahren 2024 bis 2029 jeweils zwischen 5,4 und 20 Millionen. Der Gesamtvertragswert beläuft sich auf rund 131,35 Millionen Euro. Die Munition dient der Ausbildung an den Maschinengewehren MG3, MG5 und MG6. MEN kann bei hohen Stückzahlen das Unternehmen RWS als Unterauftragnehmer einbinden, muss dies aber anzeigen; der Auftraggeber kann Unterauftragnehmer aus wichtigem Grund ablehnen.

9 mm x 19 Weichkern

Typ: 9 mm x 19 Weichkern

Projektstatus: genehmigt

Auftragnehmer: Metallwerk Elisenhütte Nassau & RWS

Bestand: N/A

Bestellt: 197,5 Mio. Patronen

Bedarf: 328,125+ Mio. Patronen

Kosten: 104,77 Mio. Euro

Finanzierung: Sondervermögen Bundeswehr bis 2027 (Kapitel 1491 Titel 554 08) & Einzelplan 14 ab 2028 (Kapitel 1405 Titel 554 08)

Auslieferung: N/A 

Beschreibung:

Mehrpartnerrahmenvereinbarung mit Metallwerk Elisenhütte Nassau und RWS über bis zu 328,125 Mio. Patronen 9 mm x 19 WK. Folgende Bestellungen wurden bislang getätigt:

  • 197,5 Mio. Patronen 9 mm x 19 WK für 104,77 Mio. Euro. (12. Juni 2024)

Handgranate DM51/DM82

Bundeswehr erhält über 500.000 Handgranaten
Foto: DVIDS/Spc. Thomas Dixon

Typ: Handgranate

Projektstatus: bestellt

Auftragnehmer: Diehl Defence

Bestand: N/A

Bestellt: 557.400

Bedarf: 2,45 Mio.

Kosten: 45,43 Mio. Euro

Finanzierung: Sondervermögen Bundeswehr (Kapitel 1491 Titel 554 08)

Auslieferung: 2025 – 2027

Beschreibung:

Das BAAINBw hat mit Diehl Defence eine Rahmenvereinbarung über die Lieferung von bis zu 2,45 Millionen Spreng-/Splitter­handgranaten der DM51-Serie einschließlich Zünder DM82 abgeschlossen. Der Festauftrag umfasst 557.400 Granaten, die 2025–2027 für rund 45,4 Millionen Euro geliefert werden. Bis 2031 kann die Bundeswehr zusätzlich etwa 1,9 Millionen weitere Granaten abrufen. Die Finanzierung erfolgt aus dem Sondervermögen Bundeswehr.

Nebelhandgranate DM45

Nebelhandgranate | Foto: Bundeswehr/Sebastian Niendorf

Typ: Nebelhandgranate

Projektstatus: bestellt

Auftragnehmer: Rheinmetall Waffe Munition GmbH

Bestand: N/A

Bestellt: 962.860

Bedarf: 1,5 Mio.

Kosten: 66,93 Mio. Euro

Finanzierung: Sondervermögen Bundeswehr (Kapitel 1491 Titel 554 08)

Auslieferung: N/A

Beschreibung:

Das BAAINBw hat mit der Rheinmetall Waffe Munition GmbH einen Rahmenvertrag über die Lieferung von bis zu 1,5 Millionen Nebelhandgranaten des Typs DM 45 abgeschlossen. DerHaushaltsausschuss des Bundestages hatte das Vorhaben zuvor per 25-Millionen-Vorlage gebilligt. Finanziert aus dem Sondervermögen der Bundeswehr umfasst die Vereinbarung – bei einem zunächst vorgesehenen Abruf von 962.860 Nebelhandgranaten – rund 66,93 Millionen Euro und erlaubt bedarfsgerechte Bestellungen bis 2027. Die seit Mitte der 1990er-Jahre eingeführte DM 45 erzeugt beim Abbrennen dichten Rauch, der gegnerische Sichtlinien stört und eigene Truppenbewegungen tarnt; eine Explosion erfolgt dabei nicht.

Total
0
Shares
Related Posts
Total
0
Share