Auf der Verteidigungsmesse Eurosatory präsentiert Rheinmetall einen containerisierten Werfer für die Loitering-Munition FV-014. Das modulare System soll Aufklärung, Feuerleitung und Abschuss in einer transportierbaren Einheit zusammenfassen.
Modulares System im Container
Der Düsseldorfer Rüstungskonzern stellt auf der Eurosatory 2026, die vom 15. bis 19. Juni in Paris stattfindet, einen sogenannten Containerized Missile Launcher vor. Der Werfer ist für die Rheinmetall-Loitering-Munition FV-014 ausgelegt und fasst nach Angaben aus der Produktpräsentation bis zu 18 Flugkörper in einem containerisierten, per Lkw verlegbaren Modul.

Grundgedanke des Systems ist die Integration mehrerer Funktionen in einer Plattform: Sensorik, Führungs- und Einsatzsysteme (Command and Control, C2) sowie die Abschussvorrichtung sind gemeinsam in dem Container untergebracht. In das Modul ist zudem ein kleiner Bedienplatz für die Einsatzkontrolle eingebaut. Der Hersteller beschreibt die Architektur als modular und offen: Verarbeitet werden sollen sowohl eigene als auch Flugkörper und Softwarelösungen von Drittanbietern, vorgesehen sind offene wie proprietäre Schnittstellen. Ergänzt wird dies laut Präsentation durch ein autonomes Steuerungssystem für die Abschussabläufe und die Systemüberwachung sowie durch eine durchgängige digitale Vernetzung zum Datenaustausch.
Vom Sensor zum Effektor
Funktional zielt das System auf eine durchgehende Wirkungskette von der Aufklärung bis zum Waffeneinsatz. Nach Herstellerangaben nimmt der Werfer Aufklärungsdaten aus dem Bereich ISR (Intelligence, Surveillance, Reconnaissance) entgegen, einschließlich raumgestützter Quellen, und führt sie im integrierten C2-System für die Zielauswahl und den Einsatzablauf zusammen. Das System ist den Angaben zufolge dafür ausgelegt, mit externen Führungsarchitekturen und Fremdsystemen zusammenzuarbeiten.
Für den Transport ist der Container auf militärische Lkw-Fahrgestelle montierbar; als Beispiel nennt Rheinmetall die hauseigene HX-Lkw-Familie, die in mehreren NATO-Staaten im Einsatz ist.
Hintergrund: die Loitering-Munition FV-014
Die FV-014 ist eine fest-flügelige Loitering-Munition, die Aufklärungs- und Präzisionswirkung in einem Flugkörper verbindet. Sie wird mittels eines Boosters aus einem Transport- und Startcontainer abgeschossen, entfaltet anschließend ihre Tragflächen und fliegt mit einem elektrischen Schubpropeller weiter. Vorgesehen sind sowohl Einzelangriffe als auch Schwarmeinsätze.
Nach Rheinmetall-Angaben erreicht die FV-014 eine Reichweite von bis zu 100 Kilometern bei einer Datenlink-Reichweite von rund 60 Kilometern und einer Flugdauer von etwa 70 Minuten. Das Startgewicht liegt bei rund 20 Kilogramm, der Gefechtskopf bei etwa fünf Kilogramm in Mehrzweckausführung (HEDP) mit einer angegebenen Durchschlagsleistung von mehr als 600 Millimetern Panzerstahl. Das System soll auch in Umgebungen mit gestörter Satellitennavigation (GNSS) einsetzbar sein und ist auf reduzierte Radar-, Infrarot- und Akustiksignaturen ausgelegt.
Rheinmetall hatte die FV-014 im Februar 2026 am nationalen Erprobungszentrum für unbemannte Luftfahrtsysteme in Cochstedt einem potenziellen NATO-Kunden vorgeführt. Im April 2026 folgte nach Unternehmensangaben ein Auftrag der Bundeswehr.
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