Panzergrenadierbrigade 37 trainiert schnelle Verstärkung Litauens

Die Panzergrenadierbrigade 37 „Freistaat Sachsen“ verlegt für die Übung „Grand Eagle“ mit rund 1.800 Soldatinnen und Soldaten sowie mehr als 750 Fahrzeugen nach Litauen. Geübt wird die schnelle Verstärkung der NATO-Ostflanke aus Deutschland heraus, mit einem Gefechtsschießen auf dem Truppenübungsplatz Pabradė als Höhepunkt.
Foto: Bundeswehr/Marco Dorow

Die Panzergrenadierbrigade 37 „Freistaat Sachsen“ verlegt für die Übung „Grand Eagle“ mit rund 1.800 Soldatinnen und Soldaten sowie mehr als 750 Fahrzeugen nach Litauen. Geübt wird die schnelle Verstärkung der NATO-Ostflanke aus Deutschland heraus, mit einem Gefechtsschießen auf dem Truppenübungsplatz Pabradė als Höhepunkt.

Verlegung innerhalb weniger Tage

Die Panzergrenadierbrigade 37 „Freistaat Sachsen“ nimmt auch in diesem Jahr an der Übung „Grand Eagle“ in Litauen teil. Rund 1.800 Soldatinnen und Soldaten und mehr als 750 Fahrzeuge werden innerhalb weniger Tage an die NATO-Ostflanke verlegt, sowohl auf dem Luft- als auch auf dem Landweg. Nach Angaben des Brigadekommandeurs Oberst Hagen Ruppelt soll die Übung zeigen, dass die Brigade kurzfristig in der Lage ist, Truppenteile mit Gefechtsfahrzeugen aus Deutschland nach Litauen zu bringen.

Das Übungsprogramm umfasst den gesamten Ablauf eines Verstärkungseinsatzes: von der Alarmierung über die Verlegung und den Gefechtsdienst vor Ort bis zur Rückkehr aller Truppenteile an ihre Heimatstandorte.

Auftrag als Multinational Brigade Lithuania

Seit Januar 2025 steht die Brigade aus Frankenberg in Sachsen im NATO-Auftrag. Als Teil der 10. Panzerdivision ist sie als Multinational Brigade Lithuania der Verband mit der höchsten Verfügbarkeit und Einsatzbereitschaft im Deutschen Heer. Ihre Soldatinnen und Soldaten bleiben in Deutschland stationiert, halten sich jedoch für eine schnelle Verlegung nach Litauen bereit. Diese Rolle übernimmt die Brigade so lange, bis die neue Panzerbrigade 45 in Litauen ihre volle Einsatzbereitschaft erreicht hat. Die Brigade führt nach Bundeswehrangaben mehr als 6.000 Soldatinnen und Soldaten in acht aktiven und einem nicht aktiven Bataillon.

Beteiligte Truppenteile

Den Kern der Übungstruppe stellt das Panzergrenadierbataillon 391 aus Bad Salzungen. Unterstützt wird es durch Logistikkräfte aus Bad Frankenhausen, Pioniere aus Gera, Artillerie aus Weiden in der Oberpfalz sowie Stabs- und Führungspersonal aus Frankenberg. Hinzu kommen Teile des Panzerbataillons 363 aus Hardheim, das zur Panzerbrigade 12 gehört, sowie Kräfte des Sanitätsdienstes, der Feldjäger, des elektronischen Kampfes und der psychologischen Kriegsführung.

Gefechtsschießen in Pabradė

Als Höhepunkt ist ein Gefechtsschießen auf dem litauischen Truppenübungsplatz Pabradė geplant. Dabei trainieren die Kräfte das Gefecht der verbundenen Waffen mit dem Ziel, einen simulierten Angreifer zurückzuschlagen. Oberst Ruppelt vergleicht die Brigade mit einem Orchester, das nur vollständig besetzt anspruchsvolle Werke spielen könne. Entsprechend müsse das Zusammenwirken aller Fähigkeiten unter realistischen Bedingungen geübt werden.

Der Platz trägt offiziell den Namen General Silvestras Žukauskas Training Area und liegt nordöstlich von Vilnius, unweit der Grenze zu Belarus. Im Juni 2026 hatte dort bereits die Panzerbrigade 45 bei „Freedom Shield 2026“ ihre erste Brigadegefechtsübung durchgeführt, mit rund 2.900 Soldatinnen und Soldaten und etwa 800 Fahrzeugen aus acht NATO-Staaten.

Zwei Brigaden an der Ostflanke

Parallel zu „Grand Eagle“ übt auch die Panzerbrigade 45 erneut in Litauen. Sie trainiert bei „Freedom Shield 26-II“ auf dem Truppenübungsplatz Rūdninkai. Die Führung beider Verbände liegt bei der 10. Panzerdivision, die sowohl vor Ort in Litauen als auch vom Standort Veitshöchheim aus führt.

Die Panzerbrigade 45 ist der Kern der dauerhaften deutschen Präsenz in Litauen. Sie wurde am 1. April 2025 formal in Dienst gestellt. Im Januar 2026 wurden ihr das Panzergrenadierbataillon 122 aus Oberviechtach und das Panzerbataillon 203 aus Augustdorf unterstellt. Bis 2027 soll die Brigade auf rund 5.000 Soldatinnen und Soldaten sowie zivile Beschäftigte anwachsen.

Für die Panzergrenadierbrigade 37 ist „Grand Eagle“ keine neue Übung. Im Rahmen der Übungsserie Quadriga 2025 hatte sie im vergangenen Jahr mit knapp 1.000 Fahrzeugen nach Litauen verlegt und damit ein Viertel der insgesamt 8.000 beteiligten Soldatinnen und Soldaten gestellt.

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