Heeresinspekteur Freuding wird neuer Generalinspekteur der Bundeswehr

Freudings Prioritätenliste für die Zukunft des Heeres
Generalleutnant Dr. Christian Freuding | Foto: Bundeswehr / Deutsches Heer

Generalleutnant Dr. Christian Freuding übernimmt im Februar 2027 die militärische Führung der Bundeswehr. Der bisherige Generalinspekteur Carsten Breuer wechselt an die Spitze des NATO-Militärausschusses.

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hat den amtierenden Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Dr. Christian Freuding, zum künftigen Generalinspekteur der Bundeswehr bestimmt. Nach Angaben des Bundesministeriums der Verteidigung (BMVg) übernimmt Freuding die Amtsgeschäfte Anfang Februar 2027 von General Carsten Breuer und wird damit ranghöchster Soldat der Bundeswehr. Wer Freuding als Inspekteur des Heeres nachfolgt, geht aus der Mitteilung des Ministeriums nicht hervor.

Breuer wechselt an die Spitze des NATO-Militärausschusses

Anlass für den Wechsel ist Breuers neue Aufgabe im Bündnis. Die Generalstabschefs der NATO-Mitgliedstaaten wählten ihn im September bei einem Treffen in Kopenhagen zum künftigen Vorsitzenden des Militärausschusses. Er folgt dort auf den italienischen Admiral Giuseppe Cavo Dragone und soll das Amt im Juli 2027 für drei Jahre antreten. Der Vorsitzende des Militärausschusses ist der wichtigste militärische Berater des NATO-Generalsekretärs. Über ihn gelangen die Empfehlungen der Generalstabschefs an die politischen Entscheidungsgremien der Allianz.

Breuer steht seit März 2023 an der Spitze der Bundeswehr. Nach Zählung des BMVg ist er der 17. Generalinspekteur in der Geschichte der Streitkräfte.

Pistorius verweist auf Erfahrungen aus dem Ukraine-Krieg

Pistorius begründet seine Entscheidung mit dem Wandel der Streitkräfte: Die Bundeswehr wachse deutlich, habe einen festen Platz in der Gesellschaft und trage innerhalb der NATO zunehmend Verantwortung. Dafür benötige sie an ihrer Spitze eine überzeugende Führungspersönlichkeit. Freuding bringe nach Einschätzung des Ministers die Voraussetzungen mit, die Truppe in eine Phase zu führen, in der der Schutz des Landes einen höheren Stellenwert habe als in den vergangenen Jahrzehnten.

Als Leiter des Sonderstabs Ukraine habe Freuding die schnellen technischen Veränderungen im russischen Krieg gegen die Ukraine ausgewertet und daraus Folgerungen für die Verteidigungsfähigkeit der Bundeswehr abgeleitet, so Pistorius. Als Heeresinspekteur habe er diese Erkenntnisse zügig in konkrete Maßnahmen überführt. Als Beispiel nennt der Minister die Aufstellung des ersten Drohnenregiments im Heer. Darüber hinaus hebt Pistorius Freudings internationale Anerkennung und Vernetzung hervor.

Den Aufbau des Drohnenregiments hatten Pistorius und Freuding am 1. Oktober 2026 auf dem Truppenübungsplatz Bergen angekündigt. Der Verband für unbemannte Systeme soll der 10. Panzerdivision unterstellt werden. Zu seinen Aufgaben sollen Aufklärung, die präzise Bekämpfung weiter entfernter Ziele und die Abwehr gegnerischer Drohnen gehören. Nach Angaben der Bundeswehr soll das Regiment 2027 mit rund 350 Soldatinnen und Soldaten erste Aufgaben übernehmen und bis 2029 auf etwa 600 Kräfte anwachsen. Der Standort steht noch nicht fest.

Laufbahn in Truppe und Ministerium

Freuding ist gelernter Heeresaufklärer und studierte Politikwissenschaft. In der Truppe war er unter anderem Kompaniechef, Bataillonskommandeur und Brigadekommandeur. Er nahm an den Einsätzen SFOR in Bosnien und Herzegowina sowie ISAF in Afghanistan teil. Neben dem deutschen absolvierte er auch den britischen Generalstabslehrgang. Es folgten Stabsverwendungen, unter anderem in einem Divisionsstab und als Referent im BMVg. Von 2017 bis 2019 war er Adjutant der damaligen Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen.

Nach Beginn des russischen Angriffskriegs übernahm Freuding 2022 die Leitung des Sonderstabs Ukraine im BMVg und koordinierte damit die deutsche militärische Unterstützung für die Ukraine. Von 2023 bis 2025 leitete er den neu geschaffenen Planungs- und Führungsstab des Ministeriums. Im Oktober 2025 beauftragte Pistorius ihn mit der Führung des Heeres.

Aufgaben des Generalinspekteurs

Dem Generalinspekteur sind nach Darstellung des BMVg die Streitkräfte unterstellt; er ist truppendienstlicher Vorgesetzter der Soldatinnen und Soldaten. Als militärischer Berater der Bundesregierung und oberster militärischer Repräsentant der Bundeswehr gehört er zur Leitung des Verteidigungsministeriums. Er verantwortet die Gesamtkonzeption der militärischen Verteidigung einschließlich Planung und Weiterentwicklung, die Führung der Streitkräfte sowie Planung und Führung der Auslandseinsätze. Zudem kann er für alle Soldatinnen und Soldaten verbindliche Vorgaben festlegen, unabhängig davon, welchem Organisationsbereich sie angehören.

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