Weitere Radschützenpanzer Schakal für Deutschland und die Niederlande

Die europäische Rüstungsagentur OCCAR hat bei der Artec GmbH 69 zusätzliche Radschützenpanzer Schakal bestellt, 35 für die Bundeswehr und 34 für die niederländischen Streitkräfte. Rheinmetall beziffert seinen Anteil an dem Auftrag auf einen Betrag im mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich.
SPz Schakal | Foto: KNDS

Die europäische Rüstungsagentur OCCAR hat bei der Artec GmbH 69 zusätzliche Radschützenpanzer Schakal bestellt, 35 für die Bundeswehr und 34 für die niederländischen Streitkräfte. Rheinmetall beziffert seinen Anteil an dem Auftrag auf einen Betrag im mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich.

Erste Optionen aus dem Vertrag von 2025

Die Organisation Conjointe de Coopération en Matière d’Armement (OCCAR) hat die Artec GmbH mit der Lieferung weiterer Radschützenpanzer Schakal beauftragt. Von den 69 Fahrzeugen gehen 35 an die Bundeswehr und 34 an die Königlich Niederländische Landmacht. Artec ist ein Gemeinschaftsunternehmen von Rheinmetall und KNDS Deutschland und Hauptauftragnehmer für den Boxer. Rheinmetall ist als wesentlicher Industriepartner an der Umsetzung beteiligt. KNDS hatte die Beauftragung bereits am 7. August 2026 bekanntgegeben.

Grundlage ist der im Oktober 2025 erteilte Hauptauftrag über 222 Fahrzeuge. Davon waren 150 für Deutschland und 72 für die Niederlande vorgesehen. Der Vertrag enthielt zudem Optionen über insgesamt 248 weitere Fahrzeuge, darunter 48 für die Niederlande. Auf Deutschland entfallen laut Rheinmetall bis zu 200 optionale Fahrzeuge. Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hatte die Auslösung eines ersten Teils dieser Optionen am 24. Juni 2026 gebilligt. Mit der Optionsauslösung steigt die Gesamtzahl der bestellten Schakal auf 291. Davon entfallen künftig 185 Fahrzeuge auf Deutschland und 106 auf die Niederlande.

Auftragswert und Lieferzeitraum

Für Rheinmetall ergibt sich aus beiden Optionsauslösungen ein Auftragswert im mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich. Die zusätzlichen Fahrzeuge sollen nach derzeitiger Planung zwischen Mai 2032 und November 2033 ausgeliefert werden. Sie schließen damit an die Fahrzeuge aus dem Hauptauftrag an. Der erste Schakal wird Ende 2027 erwartet, die Serienauslieferung ist für den Zeitraum von Mitte 2028 bis Mitte 2031 geplant.

Boxer-Fahrgestell mit Puma-Turm

Der Schakal verbindet das Fahrgestell des Radpanzers Boxer mit dem Turm des Schützenpanzers Puma. Hauptbewaffnung ist die Maschinenkanone MK 30-2/ABM von Rheinmetall, ergänzt durch das Panzerabwehrlenkflugkörpersystem MELLS. Das Fahrzeug verfügt über moderne Feuerleittechnik, digitale Vernetzung und kann eine voll ausgerüstete Grenadiergruppe transportieren. Der Turm ist unbemannt und fernbedient, die 30-mm-Kanone kann programmierbare Air-Burst-Munition verschießen. Mit dem Schakal soll zudem erstmals ein Boxer mit dem neuen Fahrmodul B0 ausgeliefert werden, das ein Gefechtsgewicht von 40 Tonnen ermöglicht. Nach Angaben von Rheinmetall senkt die Zugehörigkeit zur Boxer-Familie die Kosten für Ausbildung, Logistik und Nutzung.

Hauptsystem der Mittleren Kräfte

In der Bundeswehr ist der Schakal als zentrales Waffensystem der neu aufzustellenden Mittleren Kräfte des Heeres vorgesehen. Diese sollen in der Lage sein, große Entfernungen in kurzer Zeit eigenständig zu überwinden. Ausgestattet werden sollen zwei der neun geplanten aktiven Panzergrenadierbataillone.

Dr. Björn Bernhard, Leiter der Rheinmetall-Division Vehicle Systems, sieht in der Optionsauslösung eine Bestätigung des Kundenvertrauens in das System. Zugleich verschaffe sie der Industrie und den Zulieferern zusätzliche Planungssicherheit und trage zur Modernisierung der europäischen Landstreitkräfte bei.

Industrielle Einordnung und Programm Arminius

Zentrale Baugruppen und Komponenten werden an deutschen Standorten von Rheinmetall, KNDS Deutschland, MTU und Hensoldt sowie bei zahlreichen kleinen und mittleren Unternehmen gefertigt. Für den Fall, dass das Boxer-Großprogramm „Arminius“ beauftragt wird, hat die deutsche Industrie eine deutlich schnellere Lieferung der optional bestellten Fahrzeuge zugesagt. Der Festauftrag für verschiedene Boxer-Varianten im Rahmen von Arminius hat ein Volumen von rund 25 Milliarden Euro und soll nach Angaben von Rheinmetall-Chef Armin Papperger im Dezember 2026 abgeschlossen werden.

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