RENK baut maritimes Antriebsgeschäft aus

Die RENK Group stellt auf der Euronaval 2026 in Paris erstmals ihr maritimes Portfolio im Rahmen ihrer Innovationsagenda NextGen Mobility vor. Im Mittelpunkt stehen Antriebe für mittelgroße unbemannte Überwasserfahrzeuge sowie ein neuer Auftrag von Saab für Stromerzeugungssysteme in U-Booten.

Die RENK Group stellt auf der Euronaval 2026 in Paris erstmals ihr maritimes Portfolio im Rahmen ihrer Innovationsagenda NextGen Mobility vor. Im Mittelpunkt stehen Antriebe für mittelgroße unbemannte Überwasserfahrzeuge sowie ein neuer Auftrag von Saab für Stromerzeugungssysteme in U-Booten.

Messeauftritt in Paris

Die RENK Group AG mit Sitz in Augsburg präsentiert auf der Euronaval vom 3. bis 6. November 2026 ihre Lösungen für Marineantriebe. Das Unternehmen ordnet den Auftritt in seine Technologie- und Innovationsagenda NextGen Mobility ein, die es nun auf den maritimen Bereich ausweitet. Zwei Themen stehen im Vordergrund: Antriebe für unbemannte Überwasserfahrzeuge und der Ausbau des Geschäfts mit Unterwassertechnik. RENK stellt in Halle 6 am Stand L62 aus.

Die Euronaval findet 2026 zum 30. Mal statt. Die Messe steht unter dem Leitmotiv „Towards high intensity“; erwartet werden mehr als 700 Aussteller, nach 500 bei der vorherigen Ausgabe. Veranstalter sind der französische Branchenverband GICAN und dessen Tochtergesellschaft SOGENA.

Georg von Witzleben, CEO des Segments Marine & Industry der RENK Group, verweist auf die Bedeutung sicherer Seewege für Sicherheit und Welthandel. Deren Schutz setze einsatzbereite Seestreitkräfte voraus. Unbemannte Systeme und neue Fähigkeiten unter Wasser würden dabei zunehmend zu einem festen Bestandteil moderner Flotten.

Antriebe für mittelgroße unbemannte Überwasserfahrzeuge

Medium-Sized Unmanned Surface Vessels (MUSV) sollen über lange Zeiträume operieren und Aufgaben übernehmen, ohne Besatzungen unmittelbar Risiken auszusetzen. RENK will sich in diesem Segment als Antriebslieferant für künftige Plattformen etablieren. Seit April 2026 liefert das Unternehmen für ein unbemanntes Schiffsprogramm eines nicht genannten NATO-Staates ein integriertes Antriebspaket aus elektrischen Maschinen, Kupplungen und Getrieben.

Eine zentrale Rolle spielt das Schiffsgetriebe RENK T2RECS für einen Leistungsbereich von 500 bis 5.000 kW. Nach Unternehmensangaben senkt die geringere Zahl an Komponenten die Komplexität und soll einen autonomen Betrieb von bis zu 90 Tagen ohne Wartung oder menschliches Eingreifen ermöglichen.

Wie stark das Segment wächst, zeigt das Beispiel der US Navy. Sie hat 2026 das Programm „Medium Unmanned Surface Vessel Family of Systems“ gestartet, das auf das eingestellte Programm Modular Attack Surface Craft folgt. Im Rahmen des Programms wurden sieben Entwürfe für Erprobungen auf See ausgewählt; allein im Haushaltsjahr 2026 flossen rund 1,95 Milliarden US-Dollar in das Vorhaben. Für welches Programm RENK derzeit liefert, gibt das Unternehmen nicht an.

Weiterer Auftrag von Saab

Im Unterwasserbereich hat die Tochtergesellschaft RENK Magnet-Motor GmbH einen Auftrag des schwedischen Rüstungskonzerns Saab erhalten. Er umfasst die Lieferung von drei Stirling-Stromerzeugungssystemen und ist der dritte größere Auftrag im Rahmen der Zusammenarbeit beider Unternehmen. Die Technologie ist laut RENK bereits in einer U-Boot-Klasse eines NATO-Staates im Einsatz und soll auf weitere Klassen übertragen werden. Insgesamt nutzen nach Unternehmensangaben mehr als 40 Seestreitkräfte Antriebe der RENK Group.

RENK Magnet-Motor mit Sitz in Starnberg kam 2021 zur RENK Group, als diese die Combat Propulsion Systems von L3Harris übernahm und dabei auch den Spezialisten für Hybridantriebe für geschützte Fahrzeuge und Marineschiffe erwarb.

Einordnung: Stirling-Antrieb bei Saab

Die Stirling-Technik ist eng mit der schwedischen Werft Kockums verbunden, die heute zu Saab gehört. Kockums baute Ende der 1990er Jahre drei U-Boote der Gotland-Klasse, die ersten einsatzfähigen U-Boote, die von Beginn an mit außenluftunabhängigem Antrieb (AIP) konstruiert wurden. Im Zuge der Modernisierung der Gotland-Klasse erhielten die Boote eine neue Generation des Stirling-Systems (MkIII). Auch die nachfolgende Klasse A26 setzt auf ein integriertes Stirling-AIP-System, das flüssigen Sauerstoff und Dieselkraftstoff verbrennt. Welche U-Boot-Klasse der aktuelle Auftrag betrifft, geht aus der Mitteilung nicht hervor.

Unternehmen

Die RENK Group AG stellt Getriebe, Antriebsstränge, Hybridantriebe, Federungssysteme, Gleitlager und Kupplungen für militärische und zivile Anwendungen her. Im Geschäftsjahr 2025 erzielte sie einen Umsatz von rund 1,4 Milliarden Euro. Das Unternehmen ist seit Februar 2024 börsennotiert und seit März 2025 im MDAX gelistet.

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