Caracal: Auslieferung an die Bundeswehr ab Oktober geplant

Caracal - die zukünftige Luftlandeplattform der Bundeswehr
Caracal / Foto: Rheinmetall AG / Konstantin Moeller

Die ersten Serienfahrzeuge der Luftlandeplattform Caracal sollen ab Oktober 2026 an die Bundeswehr übergeben werden. Ob der Termin gehalten wird, hängt davon ab, ob die Industrie die vertraglich vereinbarten Leistungen rechtzeitig nachweisen kann.

Auslieferung unter Vorbehalt

Nach Angaben eines Sprechers des Bundesamts für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) plant der Auftragnehmer Rheinmetall, die ersten Serienfahrzeuge des Typs Caracal ab Oktober 2026 an die Bundeswehr auszuliefern, und treibt die Arbeiten mit hoher Priorität voran. Einen festen Übergabetermin nennt die Stellungnahme allerdings nicht. Die Auslieferung sei vielmehr daran geknüpft, dass die vertraglich vereinbarten Leistungen erbracht und entsprechend belegt werden.

Maßgeblich ist dabei die Gesamtheit der Nachweise, die sowohl die Industrie als auch das BAAINBw beibringen. Sie müssen zeigen, dass das Fahrzeug die geforderten Leistungsparameter einhält und für die Nutzung in der Truppe geeignet ist.

Mehrfach angepasster Zeitplan

Der nun genannte Termin ist nicht der erste für den Beginn der Serienlieferung. Bei Vertragsschluss im Juli 2023 hatte Rheinmetall den Start der Serienauslieferung für Anfang 2025 angekündigt. Nach Informationen von hartpunkt war die Übergabe der ersten Fahrzeuge zwischenzeitlich für November 2025 vorgesehen.

Im Juni 2026 bestätigte Rheinmetall gegenüber Sicherheit & Verteidigung einen Auslieferungsbeginn im September 2026. Mit der aktuellen Angabe verschiebt sich der frühestmögliche Lieferbeginn damit erneut, nunmehr auf Oktober 2026.

Rahmenvertrag über bis zu 3.058 Fahrzeuge

Deutschland und die Niederlande hatten 2022 beschlossen, die Fahrzeugflotten ihrer Luftlandetruppen gemeinsam zu modernisieren. Deutschland ist in dem binationalen Vorhaben federführende Nation und Vertragspartner der Industrie. Im Juli 2023 schloss das BAAINBw mit Rheinmetall eine Rahmenvereinbarung über bis zu 3.058 Fahrzeuge – bis zu 2.054 für Deutschland und bis zu 1.004 für die Niederlande – mit einem Gesamtvolumen von bis zu 1,9 Milliarden Euro brutto.

Fest bestellt wurden in einem ersten Schritt 1.508 Fahrzeuge im Wert von rund 870 Millionen Euro, davon 1.004 für die Bundeswehr und 504 für die niederländischen Streitkräfte. Die deutschen Fahrzeuge werden aus dem Sondervermögen Bundeswehr finanziert. Von den 1.004 deutschen Fahrzeugen sind fünf Erprobungsmuster. Die übrigen 999 Serienfahrzeuge verteilen sich demnach auf 884 Fahrzeuge der Variante 1 mit zehn Untervarianten – darunter Personaltransport-, Gefechtsstand-, Späh- und Instandsetzungsfahrzeuge – sowie 115 Fahrzeuge der Variante 2. Die ersten Systeme sollen gut informierten Kreisen zufolge an spezialisierte Verbände und die Spezialkräfte gehen.

Fahrzeug auf Basis der G-Klasse

Der Caracal ist aus einer Kooperation von Rheinmetall, der Mercedes-Benz AG und der Armoured Car Systems GmbH (ACS) hervorgegangen. Grundlage ist das militärische Fahrgestell der G-Klasse-Baureihe 464. Die Fertigung ist arbeitsteilig organisiert: ACS stellt die Bodengruppen einschließlich des modularen Aufbaus her, Mercedes-Benz verbindet diese mit dem Antriebsstrang, die Endausstattung übernimmt Rheinmetall. Die Fahrzeuge sind für den Lufttransport als Innenlast im Transporthubschrauber CH-47F ausgelegt.

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