Niederlande unterzeichnen Absichtserklärung für Saab GlobalEye

Die Niederlande wollen ein luftgestütztes Frühwarn- und Kontrollflugzeug vom Typ GlobalEye beschaffen und haben dazu eine Absichtserklärung mit Schweden unterzeichnet. Ein Vertrag ist bislang nicht geschlossen.
Foto: Saab AB

Die Niederlande wollen ein luftgestütztes Frühwarn- und Kontrollflugzeug vom Typ GlobalEye beschaffen und haben dazu eine Absichtserklärung mit Schweden unterzeichnet. Ein Vertrag ist bislang nicht geschlossen.

Die Niederlande haben mit Schweden einen Letter of Intent über den Erwerb eines Saab GlobalEye unterzeichnet. Das teilten das niederländische Verteidigungsministerium und Saab am 10. September 2026 mit. Nach Angaben des schwedischen Rüstungskonzerns liegt bislang weder ein Vertrag noch ein Auftrag aus den Niederlanden vor. Saab erwartet nun die nächsten Schritte im Beschaffungsverfahren. Zu Kosten, Unterzeichnungsdatum oder Unterzeichnern machten weder das Ministerium noch das Unternehmen Angaben.

Saab-Vorstandschef Micael Johansson begrüßte die Ankündigung. Er erklärte, das System solle die Lagebilderstellung und Frühwarnfähigkeit der Niederlande domänenübergreifend verbessern und zugleich die Einsatzfähigkeit der NATO stärken. Bedrohungen ließen sich damit früher erkennen und schneller beantworten.

Gemeinsamer Flugzeugpool mit Schweden

Das niederländische Flugzeug soll in einen gemeinsamen Pool mit drei schwedischen GlobalEye eingebracht werden, sodass Besatzungen beider Länder auf die jeweils verfügbaren Maschinen zugreifen können. Die Auslieferung ist für 2031 vorgesehen, Zugang zu den schwedischen Flugzeugen erhalten die Niederlande bereits ab 2028. Niederländische Besatzungen sollen so frühzeitig Erfahrung mit dem Flugzeug und den zugehörigen Verfahren sammeln; zudem kann die Niederlande das System ab diesem Zeitpunkt bereits einsetzen. Beide Staaten wollen außerdem bei der Weiterentwicklung des Systems zusammenarbeiten.

Schweden hatte im Juni 2022 zwei GlobalEye bestellt und im Juni 2024 über die schwedische Beschaffungsbehörde FMV eine Option auf ein drittes Flugzeug im Wert von rund 2,6 Milliarden Kronen gezogen.

Nationale Fähigkeit neben der NATO-Flotte

Die Niederlande verfügen derzeit über kein eigenes Flugzeug für diese Aufgaben und nutzen dafür unter anderem die AWACS-Flotte der NATO, die das Ministerium als veraltet bezeichnet. Ein nationales Flugzeug soll es ermöglichen, selbstständiger über Ort und Zeitpunkt eines Einsatzes zu entscheiden. Nach Angaben des Ministeriums soll das Flugzeug schwer erfassbare Ziele wie Drohnen und Marschflugkörper aufspüren, Radarstellungen identifizieren, nachrichtendienstliche Informationen sammeln und als fliegender Gefechtsstand dienen.

Die nationale Beschaffung ergänzt die niederländische Beteiligung an der NATO-Nachfolgelösung. Beim Gipfel in Ankara hatten am 7. Juli 2026 elf Bündnisstaaten angekündigt, GlobalEye gemeinsam als neues AWACS-System der Allianz zu beschaffen und damit einen Teil der alternden Boeing E-3-Flotte zu ersetzen. Zu dieser Koalition gehören Belgien, Dänemark, Deutschland, Kanada, Lettland, Litauen, Luxemburg, die Niederlande, Norwegen, Rumänien und Schweden. NATO-Generalsekretär Mark Rutte bezifferte den geplanten Umfang auf bis zu zehn Flugzeuge.

Das System

GlobalEye ist ein domänenübergreifendes AEW&C-System, das mit aktiven und passiven Sensoren Objekte in der Luft, auf See und über Land auf große Entfernung erfassen und identifizieren soll. Die Daten werden in Echtzeit an Luft-, Land- und Seestreitkräfte weitergegeben. Kern des Systems ist das im S-Band arbeitende Radar Erieye Extended Range (ER) mit zugehörigem Missionssystem, integriert in ein Geschäftsreiseflugzeug vom Typ Bombardier Global 6000.

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