45 Vorlagen im Wert von über 15 Milliarden Euro – so lässt sich die Beschaffungsbilanz der Bundeswehr für das erste Halbjahr 2026 zusammenfassen. Zu Beginn des Jahres wurde an dieser Stelle der Beschaffungsplan der Bundeswehr für 2026 vorgestellt: über 70 Vorhaben im Wert von mindestens 48 Milliarden Euro. Es ist Zeit für eine Zwischenbilanz. Sie zeigt, welche Vorhaben die Haushälter des Bundestages tatsächlich gebilligt haben, wofür das Geld freigegeben wurde und wo es hakt. Der folgende Beitrag betrachtet die genehmigten Vorhaben für das Heer, die Luftwaffe, die Marine, den Cyber- und Informationsraum sowie den Unterstützungsbereich. Darunter befindet sich nicht nur das Aus eines der größten Rüstungsprojekte der vergangenen Jahre, sondern auch dessen Ersatz im Rekordtempo.
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Heer
Am 24. Juni hat der Haushaltsausschuss der Beschaffung weiterer Radschützenpanzer Schakal aus dem bestehenden Rahmenvertrag zugestimmt. Laut Hartpunkt handelt es sich dabei um 35 zusätzliche Fahrzeuge für knapp 650 Millionen Euro. Der Schakal – ein GTK Boxer mit unbemanntem RCT30-Turm – soll zusammen mit dem Schützenpanzer Puma die veralteten Marder ersetzen und die im Aufbau befindlichen Mittleren Kräfte des Heeres ausstatten. Damit sind nun insgesamt 185 Radschützenpanzer bestellt, die Auslieferung soll zwischen 2027 und 2031 erfolgen.
Ebenfalls genehmigt wurde die Beschaffung von 23 Bergepanzern 3 A2 Büffel. Nach der Zustimmung des Haushaltsausschusses am 10. Juni beauftragte das BAAINBw – das Beschaffungsamt der Bundeswehr – nur eine Woche später Rheinmetall mit der Lieferung. Das Kostenvolumen beläuft sich auf rund 360 Millionen Euro. Dabei handelt es sich um eine Ersatzbeschaffung für die 23 im Jahr 2022 an die Ukraine abgegebenen Bergepanzer – verbunden mit einer Fähigkeitssteigerung: Der bisherige 30-Tonnen-Kran reicht nicht aus, um die schwereren Türme der Leopard-2-Varianten A7V und A8 zu heben; der neue 32-Tonnen-Kran der A2-Version schließt diese Lücke. Der Gesamtbedarf der Bundeswehr liegt laut dem Magazin loyal bei 130 Bergepanzern.
Bereits am 25. Februar wurden 36,3 Millionen Euro für Fähigkeitserweiterungen der Transporthubschrauber NH90 freigegeben. Entwickelt wird unter anderem eine neue Generation des Trägheitsnavigationssystems, die die Navigation auch dort sicherstellt, wo die Satellitennavigation gestört wird – ein Szenario, das angesichts großflächiger GPS-Störungen im Ostseeraum zunehmend relevant ist. Hinzu kommen Erweiterungen der Anlage für den elektronischen Kampf sowie der Satellitenkommunikation.
Das bemerkenswerteste Heeres-Vorhaben des ersten Halbjahres ist jedoch die Beschaffung von Loitering Munition – umgangssprachlich auch als Kamikazedrohnen bezeichnet. Der Haushaltsausschuss billigte im Februar und April Rahmenverträge mit gleich drei Herstellern: Helsing liefert 4.300 Drohnen des Typs HX-2, STARK 2.200 Virtus und Rheinmetall 2.500 FV-014 Raider. Insgesamt wurden damit 9.000 Systeme für rund 836 Millionen Euro fest beauftragt – die Rahmenverträge haben ein Gesamtvolumen von bis zu 6,7 Milliarden Euro. Als Erstes soll die in Litauen stationierte Panzerbrigade 45 mit den neuen Waffensystemen ausgestattet werden. Bemerkenswert sind die Auflagen des Parlaments: Weitere Abrufe sind nur nach erneuter Zustimmung möglich, die Hersteller müssen Qualifikation und Serienreife nachweisen und das Ministerium muss regelmäßig über Preise, Liefermengen und Produktionskapazitäten berichten.
Zu guter Letzt wurden am 10. Juni 220 Millionen Euro für 120-mm-Mörsermunition der Sorten Spreng, Leucht und Nebel freigegeben. Das sichert den Erstbedarf für die neuen Panzermörser vom Typ NEMO und trägt den NATO-Vorgaben zur Einsatzbevorratung Rechnung. Auftragnehmer ist der norwegische Hersteller Nammo, ausgeliefert wird ab 2028.

Luftwaffe
Bei der Luftwaffe sticht ein Zukunftsprojekt heraus: das Combat Fighter System of System Nucleus, kurz CFSN. Am 8. Juli stimmte der Haushaltsausschuss diesem über 220 Millionen Euro schweren Forschungs- und Entwicklungsvorhaben zu. Ziel ist ein offenes, modulares Missionssystem, mit dem Kampfflugzeuge und unbemannte Systeme – sogenannte Remote Carrier – künftig im engen Verbund operieren können. Entwickelt wird es federführend vom auf Künstliche Intelligenz spezialisierten Unternehmen Helsing, die Eigentumsrechte sollen jedoch beim Bund liegen. Teil des Vorhabens ist auch die Entwicklung fliegender unbemannter Experimentierplattformen – also Prototypen unbemannter Kampfflugzeuge, mit denen das System getestet und weiterentwickelt werden soll. Da das Projekt wesentliche deutsche Sicherheitsinteressen betrifft, erfolgte die Vergabe direkt und ohne öffentliche Ausschreibung.
Ebenfalls am 8. Juli genehmigt wurde der Kauf eines gebrauchten Luftfahrzeugs des Typs Bombardier Global 6000 als Schulungsflugzeug für das Programm PEGASUS – die drei bestellten Aufklärungsflugzeuge für die signalerfassende luftgestützte weiträumige Überwachung und Aufklärung, die ab 2027 zulaufen sollen. Cockpit und Avionik des Schulungsflugzeugs sind baugleich mit den Einsatzmaschinen, auf die teure Aufklärungssensorik wird verzichtet. So kann das fliegende Personal ausgebildet werden, ohne die vollausgestatteten Einsatzflugzeuge dafür zu binden.
Den Weltraum betreffen gleich zwei Vorhaben. Zum einen wurden am 25. März 91,77 Millionen Euro für ein weiteres Weltraumüberwachungsradar freigegeben, das in Finnland oder Schweden stationiert werden soll. Die Radare sollen dem Weltraumkommando der Bundeswehr erstmals eine eigenständige und kontinuierliche Erfassung von Objekten im niedrigen Erdorbit ermöglichen. Zum anderen billigte der Ausschuss am 8. Juli das Projekt Responsive Launch Demonstration, mit dem gemeinsam mit dem Forschungsministerium und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt die Grundlagen für reaktionsschnelle Raketenstarts geschaffen werden sollen – also die Fähigkeit, im Krisenfall kurzfristig Satelliten in den Orbit zu bringen.
In Sachen Munition wurden zwei Vorlagen gebilligt. Am 25. März stimmte der Ausschuss dem ersten Los AIM-120D-3 AMRAAM zu – Luft-Luft-Lenkflugkörper mittlerer Reichweite für die neuen Mehrzweckkampfflugzeuge des Typs F-35A. Die USA hatten den Verkauf von bis zu 400 Stück für 1,23 Milliarden Euro bereits im September 2025 genehmigt; Stückzahl und Kosten des ersten Loses sind nicht bekannt. Am 20. Mai folgte die Beschaffung zusätzlicher panzerbrechender Patronen des Kalibers 27 mm x 145 für die Bordkanonen von Eurofighter und Tornado sowie für die Marineleichtgeschütze – auch hier ohne öffentliche Angaben zu Stückzahl und Kosten.

Marine
Bei der Marine fiel der Paukenschlag des Halbjahres. Am 24. Juni hat das Verteidigungsministerium entschieden, das Projekt Fregatte F126 zu beenden. Das einst größte Rüstungsprojekt der Deutschen Marine ist an massiven Verzögerungen und Kostensteigerungen gescheitert. Als Ersatz sollen nun bis zu acht U-Jagd-Fregatten des Typs MEKO A-200 DEU beschafft werden, bei der Bundeswehr als Fregatte Klasse 128 bezeichnet. Anschließend ging es schnell: Bereits am 8. Juli – nur zwei Wochen nach dem F126-Aus – stimmte der Haushaltsausschuss der Beschaffung von vier F128 für rund 6,3 Milliarden Euro zu; vier weitere Einheiten für rund 5,3 Milliarden Euro sind optional vereinbart. Möglich wurde dieses Tempo, weil die Haushälter bereits im Januar und März insgesamt rund 290 Millionen Euro für einen Vorvertrag mit TKMS freigegeben hatten, mit denen die Werft Fertigungskapazitäten sichern und Material bestellen konnte. Die Zustimmung ist allerdings an strenge Auflagen geknüpft: vierteljährliche Fortschrittsberichte, sofortige Information über Kostensteigerungen und die klare Vorgabe, dass die erste Fregatte im Dezember 2029 übergeben werden soll. Am 14. Juli erteilte das BAAINBw den Auftrag – zwei Tage später beauftragte TKMS den schwedischen Konzern Saab mit der Lieferung des Führungs- und Waffeneinsatzsystems 9LV sowie der Radare Sea Giraffe 4A Fixed Face und Sea Giraffe 1X, Auftragswert: umgerechnet rund 788 Millionen Euro.
Bis die F128 zulaufen, muss die vorhandene Flotte durchhalten. Deshalb wurden am 15. April zwei Vorlagen für die Luftverteidigungsfregatten der Klasse F124 gebilligt: 73 Millionen Euro für die Pflege und Modernisierung des Führungs- und Waffeneinsatzsystems sowie 72,1 Millionen Euro für die Integration des neuen Bordhubschraubers NH90 Sea Tiger. Dieser kann deutlich mehr Aufgaben bewältigen als sein Vorgänger Sea Lynx, ist dafür aber größer und schwerer – was Anpassungen an Hangars und Landedecks erfordert. Für die U-Jagd-Fregatten der Klasse F123 folgten am 10. Juni 187 Millionen Euro für ein Paket zur Wiederherstellung der U-Boot-Jagd-Fähigkeiten inklusive Torpedodetektion – eine von der NATO geforderte Kernfähigkeit.
Auch beim Sea Tiger selbst tut sich etwas. Am 25. Februar wurden 68,9 Millionen Euro freigegeben, um die Instandhaltung der Tauchsonare vom Typ FLASH SONICS auf neue Füße zu stellen – ein Niederfrequenz-Sonar, das U-Boote auf große Entfernung aufspüren kann. Nötig wurde die Neufassung des Betreuungsvertrags durch den Ausstieg Norwegens aus dem gemeinsamen Marinehubschrauber-Programm.
Die Spezialkräfte der Marine erhalten gleich doppelt Zuwachs. Am 8. Juli stimmte der Ausschuss der Beschaffung von fünf Mehrzweckkampfbooten des Typs Combatant Craft Medium für rund 100 Millionen Euro zu – jenes Bootstyps, den auch die US-Spezialkräfte nutzen. Als Randnotiz: Die Analysephase für dieses Projekt begann bereits im Juli 2017. Neun Jahre von der Analyse bis zur Bestellung – auch das ist deutsche Beschaffung. Darüber hinaus wurden am 15. April 14 weitere Aufklärungsdrohnensysteme des Typs LARUS für die Kampfschwimmer gebilligt, die noch in diesem Jahr ausgeliefert werden sollen.
In die Zukunft weist das Vorhaben HoWiSM. Am 8. Juli billigte der Ausschuss die Entwicklung, Herstellung und Lieferung eines Hochenergie-Laserwaffensystems für die Marine. Rund 460 Millionen Euro fließen an die Arbeitsgemeinschaft aus MBDA Deutschland und Rheinmetall, die zwischen 2022 und 2023 bereits einen Laserwaffendemonstrator auf der Fregatte Sachsen mit über 100 Testschüssen erfolgreich erprobt hat. Einsatzbereit sein soll das System 2029 – insbesondere zur Abwehr von Drohnen, bei der Laserwaffen gegenüber klassischer Munition präziser, kollateralschadensärmer und pro Schuss deutlich günstiger sind.
Abgerundet wird das Marine-Paket durch drei kleinere Vorhaben: vier Ausbildungsboote im Rahmen des Vorhabens Seebasierte Ausbildung Marine und Seeversuche, die ab Ende 2028 von der Fassmer-Werft geliefert werden; 57 Millionen Euro für die deutsche Beteiligung an der Weiterentwicklung des Flugabwehr-Lenkflugkörpers ESSM Block 2 – hier geht es nicht um neue Flugkörper, sondern um verbesserte Zielalgorithmen, Störfestigkeit und Software, die auch in künftige Fertigungslose einfließen; sowie Mehrpartnerrahmenvereinbarungen über 76-mm-Übungsmunition für die Schiffsgeschütze der Fregatten F123 und F124 und der Korvetten K130.

Cyber- und Informationsraum
Im Cyber- und Informationsraum findet sich die nach der F128 größte Einzelvorlage des Halbjahres: Am 24. Juni genehmigte der Haushaltsausschuss den siebten Änderungsvertrag im Programm Digitalisierung Landbasierter Operationen, kurz D-LBO, im Wert von rund 2,4 Milliarden Euro. Dahinter verbirgt sich die Beschaffung von knapp 32.000 zusätzlichen Führungsfunkgeräten samt Handfunkgeräten für den sogenannten digitalen Mischbetrieb – also für die Übergangsphase, in der bereits umgerüstete und noch nicht umgerüstete Fahrzeuge miteinander kommunizieren müssen. Zum Hintergrund: Im Rahmen von D-LBO werden aktuell mehr als 10.000 Fahrzeuge mit digitaler Funktechnik ausgestattet; mit dem Aufwuchs der Bundeswehr kommen in den nächsten Jahren tausende neue Plattformen hinzu. Das Gesamtvolumen des Programms beziffert das Ministerium auf rund 11,5 Milliarden Euro. Ergänzend billigte der Ausschuss am selben Tag eine Bestellung zur IT-Systemintegration, unter anderem Adapterplatten und robuste PIN-Eingabegeräte für die Funkgeräte.
Eng damit verknüpft ist das europäische Projekt European Secure Software Defined Radio, kurz ESSOR, in dem Branchenführer aus sechs Ländern gemeinsame Wellenformen für softwaredefinierte Funkgeräte entwickeln – vereinfacht gesagt ein standardisiertes Funkprotokoll, damit die Geräte verschiedener europäischer Armeen und Hersteller miteinander kommunizieren können. Am 22. April wurden rund 92 Millionen Euro für die Weiterentwicklung der Schmalband-Wellenform freigegeben.
Darüber hinaus billigte der Ausschuss am 8. Juli die Erweiterung des Rahmenvertrags über gehärtete IT-Komponenten – vor allem stoßfeste Notebooks und Tablets für die Einrüstung in Gefechtsstandsfahrzeuge – sowie den 14. Änderungsvertrag zum HERKULES-Folgeprojekt, über das die BWI unter anderem zusätzliche Endgeräte, Funktionserweiterungen für den BwMessenger und besseres Internet in den Unterkünften der Truppe bereitstellt. Bereits am 20. Mai war zudem eine Rahmenvereinbarung über digitale Fernerkundungs-, Höhen- und Referenzdaten genehmigt worden – Satellitenbilder und Geländemodelle, die als Grundlage für Kartenmaterial, Navigation und Einsatzplanung dienen.

Unterstützungsbereich
Im Unterstützungsbereich dreht sich in diesem Halbjahr fast alles um Logistik. Das größte Vorhaben: Am 20. Mai stimmte der Haushaltsausschuss der Beschaffung von 2.030 ungeschützten Transportfahrzeugen zu; nur acht Tage später beauftragte das BAAINBw Rheinmetall MAN mit der Lieferung für 1,015 Milliarden Euro. Die Lkw in den Zuladungsklassen 3,5 bis 15 Tonnen ersetzen die teils seit den 1970er Jahren genutzten hochgeländegängigen MAN-Lkw – und die überwiegende Zahl soll noch in diesem Jahr ausgeliefert werden. Damit sind nun 6.685 der insgesamt rund 15.000 benötigten Fahrzeuge bestellt.
In dieselbe Kerbe schlagen mehrere Vorlagen vom 8. Juli: weitere Wechselladersysteme, die den Materialumschlag ohne zusätzliche Kräne oder Stapler ermöglichen, zusätzliche militarisierte Sattelzugmaschinen vom Typ Elefant 2 – erst dieses System erlaubt den Transport der schweren Kampfpanzer Leopard 2 A7V und A8 – sowie weitere 12,5-Tonnen-Anhänger aus der bestehenden Rahmenvereinbarung. Stückzahlen und Kosten wurden jeweils nicht veröffentlicht.
Interessant ist der Fall der Tankcontainer TCK 9 Kubikmeter: Am 10. Juni genehmigten die Haushälter zwar 300 weitere Container für rund 90 Millionen Euro – die geplante Erweiterung des Rahmenvertrags auf insgesamt 4.200 Container lehnten sie jedoch ab. Der Grund: Der Stückpreis hat sich seit 2021 von 145.000 auf 290.000 Euro verdoppelt. Ein seltenes, aber deutliches Signal an die Industrie. Hinzu kommen eine Rahmenvereinbarung über bis zu 450 containerbasierte Werkstattausstattungen für die mobile Instandhaltung sowie die Bestellung weiterer geschützter und ungeschützter Rettungsstationen für den Sanitätsdienst.

Bekleidung und persönliche Ausrüstung
Am 15. April billigte der Ausschuss die Beschaffung von 237 weiteren Zugsystemen des Soldatensystems Infanterist der Zukunft – Erweitertes System sowie die Modernisierung von 116 Bestandssystemen für mehr als 1,3 Milliarden Euro. Ein Zugsystem verbindet dabei für jeweils rund 35 Soldaten Führung, Kommunikation, Schutz und Waffenwirkung zu einem vernetzten Gesamtsystem. Nach diesem Abruf wird die Bundeswehr über 353 Zugsysteme mit mehr als 12.000 Einzelausstattungen verfügen.
Für das neue Sturmgewehr G95 wurden am 8. Juli rund 575 Millionen Euro für fast 200.000 weitere Hauptkampfvisiere freigegeben – nicht ohne Vorgeschichte: Wegen Mängeln der ursprünglich ausgewählten Optik und einer mehr als verdoppelten Preissteigerung hatte der Ausschuss zuvor eine Marktsichtung erzwungen, die die geplante Lösung allerdings bestätigte.
Außerdem genehmigt wurden eine Rahmenvereinbarung über rund 350 Ausstattungen für die Joint Fire Support Teams abgesessen – jene Spezialisten, die Artillerie- und Luftunterstützung ins Ziel lenken – im Wert von über 750 Millionen Euro, der Abruf einer vierstelligen Anzahl von Wärmebildbeobachtungsgeräten für rund 110 Millionen Euro sowie zusätzliche 40-mm-Gefechtsmunition für die Granatmaschinenwaffen.

Fazit
Die Bilanz umfasst 45 Vorlagen in einem halben Jahr, allein aus den öffentlich bekannten Beträgen über 15 Milliarden Euro. Zwei Dinge sind dabei auffällig.
Erstens: Der Haushaltsausschuss winkt nicht mehr alles durch. Die strengen Auflagen bei der Loitering Munition und der F128 sowie die abgelehnte Rahmenvertragserweiterung bei den Tankcontainern zeigen, dass das Parlament genauer hinschaut – insbesondere bei Preissteigerungen.
Zweitens fällt auf, was bisher nicht beschafft wurde: die angekündigten 75 weiteren Leopard 2 A8 sowie 149 RCH 155. Ebenso das Vorhaben Arminius, in dessen Rahmen bis zu 3.000 zusätzliche GTK Boxer für bis zu 40 Milliarden Euro beschafft werden sollen, unter anderem 561 Skyranger-30-Flugabwehrkanonenpanzer. Hinzu kommen zusätzliche Raketenartilleriesysteme vom Typ MARS 3 und Seefernaufklärer vom Typ P-8A Poseidon – um nur einige Beispiele zu nennen.
Es stehen also noch einige dicke Brocken aus. Die zweite Jahreshälfte muss entsprechend liefern. Wie die Gesamtbilanz für 2026 ausfällt, wird sich zum Ende des Jahres zeigen.
