Der deutsche Marineschiffbauer TKMS und das spanische Staatsunternehmen Navantia haben eine Absichtserklärung zur möglichen industriellen Zusammenarbeit unterzeichnet. Im Mittelpunkt steht die Fertigung von TKMS-Konstruktionen, vor allem U-Booten, in spanischen Werften.
Inhalt der Vereinbarung
Am 15. April 2026 unterzeichneten TKMS AG & Co. KGaA mit Sitz in Kiel und Navantia S.A. aus Spanien in Madrid eine Absichtserklärung (Letter of Intent). Darin vereinbaren beide Unternehmen, auf Managementebene die Möglichkeiten einer strategischen Zusammenarbeit bei Marineprojekten in Europa und weltweit zu prüfen. Konkret geht es um die potenzielle Herstellung von TKMS-Konstruktionen – insbesondere konventioneller U-Boote – in den Werften von Navantia in Spanien. Die Gespräche sollen im Einklang mit allen geltenden Wettbewerbs- und Exportkontrollvorschriften geführt werden.

Hintergrund: Kapazitätsengpässe in Europa
Als treibende Kraft hinter der Initiative nennen beide Unternehmen die veränderte Sicherheitslage in Europa. Die geopolitischen Entwicklungen der vergangenen Jahre haben die Nachfrage nach modernen Marinesystemen deutlich erhöht, während die verfügbaren Werftkapazitäten und technologischen Ressourcen in Europa nicht im gleichen Maß gewachsen sind. Diese Diskrepanz soll durch eine engere industrielle Verzahnung abgemildert werden, um Projekte schneller und wirtschaftlicher umzusetzen.
Der Auftragsbestand von TKMS lag zuletzt bei 18,2 Milliarden Euro – ein Anstieg von 55 Prozent gegenüber dem Vorjahresniveau von 11,6 Milliarden Euro. Der Auftragseingang im Geschäftsjahr 2024/25 betrug 8,8 Milliarden Euro und damit fast das Sechsfache des Vorjahreswerts. TKMS befindet sich zudem in Kanada unter den letzten zwei verbliebenen Bewerbern im Ausschreibungsverfahren für bis zu zwölf neue U-Boote.
Profil der Partner
TKMS beschäftigt nach eigenen Angaben mehr als 9.100 Mitarbeitende auf drei Werften in Kiel, Wismar und im brasilianischen Itajaí sowie an weiteren Standorten weltweit. Das Unternehmen gilt als einer der führenden Hersteller konventioneller, also nicht-nuklearer U-Boote und ist mehrheitlich im Besitz der thyssenkrupp AG.
Navantia ist ein vollständig staatliches Unternehmen im Besitz der spanischen Beteiligungsgesellschaft SEPI, die dem Finanzministerium unterstellt ist. Das Unternehmen blickt auf mehr als 300 Jahre Schiffbautradition zurück und beschäftigt in Spanien knapp 6.000 Mitarbeitende an Standorten in Ferrol, Cádiz, Cartagena und weiteren Orten. Neben klassischem Marineschiffbau ist Navantia auch in der Offshore-Windenergie und der Wasserstoffproduktion tätig.
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