Rheinmetall Nordic eröffnet neuen Standort im norwegischen Skoppum

Die Rheinmetall-Tochter Rheinmetall Nordic AS hat am 1. Oktober 2026 einen neuen Standort in Skoppum in Betrieb genommen. Dort bündelt das Unternehmen Entwicklung, Fertigung, Systemintegration und Kundenbetreuung auf rund 4.600 Quadratmetern.
Foto: Rheinmetall

Die Rheinmetall-Tochter Rheinmetall Nordic AS hat am 1. Oktober 2026 einen neuen Standort in Skoppum in Betrieb genommen. Dort bündelt das Unternehmen Entwicklung, Fertigung, Systemintegration und Kundenbetreuung auf rund 4.600 Quadratmetern.

Fläche, Personal und Mietvertrag

Nach Angaben des Konzerns umfasst der Standort eine Bruttogeschossfläche von 4.579 Quadratmetern und ist für 127 Arbeitsplätze ausgelegt. Zur Eröffnung sind dort 100 Beschäftigte tätig. Eine spätere Erweiterung auf rund 5.000 Quadratmeter ist möglich. Rheinmetall hat die Immobilie gemietet, der Vertrag läuft über 15 Jahre. Skoppum liegt in der Nähe von Horten und Tønsberg und ist laut Unternehmensdarstellung der Hauptsitz von Rheinmetall Nordic. Weitere Büros bestehen in Oslo und Stockholm.

Aufgaben des Standorts

Der Standort soll die norwegischen Streitkräfte, internationale Kunden und andere Gesellschaften der Rheinmetall-Gruppe unterstützen. Neben Entwicklung und Produktion sind dort auch Logistik und die Betreuung von Systemen über ihre gesamte Nutzungsdauer angesiedelt. Rheinmetall verweist außerdem auf flexiblere Fertigungsabläufe und eine engere Zusammenarbeit zwischen Abteilungen und Programmen.

Technologisch nennt das Unternehmen elektrooptische Systeme, Feuerleitsysteme, Lösungen zur Lageerfassung und Waffenzubehör als Schwerpunkte. Zum Portfolio der norwegischen Tochter gehören darüber hinaus Mörsersysteme: Das 81-mm-System ist bei den norwegischen Streitkräften eingeführt, ein 120-mm-System ist nach Unternehmensangaben fertig entwickelt und erprobt. Innerhalb des Konzerns fungiert Rheinmetall Nordic zudem als Kompetenzzentrum für autonome Landsysteme und ist der Division Digital Systems zugeordnet.

Einordnung durch das Unternehmen

Morten Kjørum, CEO von Rheinmetall Nordic, bezeichnet die Eröffnung als Investition in die künftige Entwicklung der Gesellschaft. Sie schaffe die Voraussetzungen für höhere Kapazitäten und zusätzliche Wertschöpfung und stehe für die langfristige Bindung des Konzerns an die norwegische Verteidigungsindustrie.

Rheinmetall begründet den Ausbau mit der gestiegenen Bedeutung von Verteidigungsbereitschaft, belastbaren Lieferketten und eigenständigen industriellen Kapazitäten. An der Eröffnung nahmen Vertreter der norwegischen Streitkräfte, der Regierung sowie regionaler und lokaler Behörden teil, außerdem Kunden, Industriepartner und Vertreter weiterer Rheinmetall-Gesellschaften.

Hintergrund: Rheinmetall in Norwegen

Rheinmetall Nordic ist eine hundertprozentige Tochter der Rheinmetall AG und nach eigenen Angaben seit mehr als 70 Jahren in der norwegischen Verteidigungsindustrie tätig. Zum Konzern gehört das Unternehmen seit 2010. Damals schloss Rheinmetall die vollständige Übernahme der norwegischen Simrad Optronics ab, für die ein Kaufpreis von rund 75 Millionen Euro angekündigt worden war. Das in Nøtterøy ansässige Unternehmen lieferte Komponenten für fernbedienbare Waffenstationen, elektrooptische Geräte und Upgrades für Waffensysteme und beschäftigte rund 200 Personen.

Steigende Verteidigungsausgaben in Norwegen

Der Langzeitplan für die Norwegischen Streitkräfte 2025 bis 2036 wurde 2024 vom Storting einstimmig beschlossen. Er sah zusätzliche Ausgaben von 600 Milliarden Kronen und ein Gesamtvolumen von 1.624 Milliarden Kronen über zwölf Jahre vor. Im März 2026 kündigte die Regierung an, den Finanzrahmen bis 2036 um weitere 115 Milliarden Kronen aufzustocken, davon 31 Milliarden bis 2030.

Nach Regierungsangaben lag der Verteidigungshaushalt 2021 bei 65 Milliarden Kronen. Für 2026 sind 180 Milliarden Kronen veranschlagt, ohne die Unterstützung für die Ukraine 112 Milliarden. Für das Heer sieht der Plan unter anderem weitreichende Präzisionswaffen, zusätzliche Gefechtsfahrzeuge, Flugabwehr und Hubschrauber vor.

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