MEKO A-400 AMD – neue Fregatte zur Luftverteidigung vorgestellt

MEKO A-400 AMD - neue Fregatte zur Luftverteidigung vorgestellt
Foto: thyssenkrupp Marine Systems

Die Deutsche Marine verfügt aktuell über drei Fregatten der Klasse 124 (Sachsen-Klasse) deren Hauptaufgabe die Luftverteidigung ist. Die zwischen 2004 und 2006 in Dienst gestellten Schiffe erreichen allerdings Mitte des nächsten Jahrzehnts ihr Nutzungsdauerende und müssen durch eine Nachfolgeklasse ersetzt werden. Geplant ist die Beschaffung von bis zu sechs Fregatten F127. Diese sollen im Vergleich zur F124 über ein erweitertes Fähigkeitsprofil verfügen. So sollen sie bspw. in der Lage sein, auch ballistische und hypersonische Bedrohungen zu bekämpfen.

Nun hat Thyssenkrupp Marine Systems die MEKO A-400 AMD für dieses Beschaffungsvorhaben offiziell vorgestellt. Wie der Name schon erahnen lässt, basiert die neue Fregatte auf dem bewährten MEKO-Konzept, welches in Deutschland entwickelt wurde und sich international bewährt hat. Das AMD im Namenskürzel steht für „Air & Missile Defense“, also dem Schwerpunkt der zukünftigen Fregattenklasse.

Die MEKO A-400 AMD ist 160 Meter lang, 21 Meter breit, hat einen Tiefgang von 5,5 Metern und eine Einsatzverdängung von rund 10 000 Tonnen. Die Höchstgeschwindigkeit soll bei 32 Knoten liegen, die Reichweite wird mit ca. 4 000 Seemeilen angegeben und die Seeausdauer beträgt mindestens 30 Tage. Die Stammbesatzung besteht aus rund 150 Personen. Darüber hinaus können 70 weitere für Führungs- und Sonderaufgaben eingeschifft werden. Bei dem Design wurde auch auf eine möglichst geringe Radarsignatur, Wärmeabstrahlung und Unterwassersignatur geachtet.

Ein weitreichendes Luftraumüberwachungsradar in Kombination mit dem Aegis-Kampfsystem bieten optimale Voraussetzungen für die Luftraumverteidigung. Die Hauptbewaffnung der MEKO A-400 AMD besteht aus einem 64 Zellen umfassenden Vertikal Launch System (VLS) welches in der Lage ist, verschiedene Lenkflugkörper zu verschießen. Die meisten dieser VLS-Zellen dürften für Flugabwehrraketen mittlerer und großer Reichweite verwendet werden. Aber auch die Integration von Tomahawk-Marschfugkörpern ist geplant. Darüber hinaus verfügen die neuen Fregatten noch über 8–16 Seezielflugkörper, zwei RAM-Starter mit je 21 Lenkflugkörpern, einem Schiffsgeschütz und zwei Marineleichtgeschützen.

Mit diesen Eigenschaften würde die MEKO A-400 AMD, sofern man sich für eine Beschaffung dieses Konzepts entscheidet, einen enormen qualitativen Aufwuchs für die Deutsche Marine bedeuten. Und sollte man tatsächlich sechs Einheiten beschaffen, wäre auch der quantitative Aufwuchs beachtlich. Bei einem geschätzten Kostenvolumen von bis zu 15 Milliarden Euro dürfte die Beschaffung von sechs dieser Fregatten jedoch als fraglich angesehen werden.

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