Der Haushaltsausschuss des Bundestages hat am 8. Oktober 2026 der Beschaffung von vier weiteren Fregatten des Typs MEKO A-200 DEU zugestimmt. Die Deutsche Marine soll damit insgesamt acht baugleiche Schiffe für die U-Boot-Jagd erhalten – als Ersatz für das beendete Projekt F126.
Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages hat nach Angaben des Bundesministeriums der Verteidigung (BMVg) am Donnerstag den Weg für vier weitere Fregatten des Typs MEKO A-200 DEU freigemacht. Hersteller ist thyssenkrupp Marine Systems (TKMS). Die ersten vier Einheiten hatte der Ausschuss bereits am 8. Juli 2026 gebilligt. Die Industrie hat laut Ministerium zugesagt, das erste der acht Schiffe im Jahr 2029 zu liefern.
Erweiterung war im Juli angelegt
Die Aufstockung auf acht Schiffe war bereits im Sommer vorbereitet worden. Der Ausschuss hatte im Juli neben dem Festabruf über vier Schiffe auch eine bis Ende 2026 auslösbare Option auf vier weitere Einheiten gebilligt und die Sperre der Mittel im Sondervermögen Bundeswehr aufgehoben.
Das BMVg hatte im Juni den Preis für die ersten vier Fregatten mit rund 6,3 Milliarden Euro und für die Option mit rund 5,3 Milliarden Euro angegeben. Einen Betrag für den aktuellen Beschluss nennt das Ministerium in seiner Mitteilung nicht.
NATO-Zusagen als Begründung
Das Ministerium begründet die Beschaffung mit den Fähigkeitsbeiträgen, die Deutschland der NATO im Rahmen der Verteidigungsplanung zugesagt hat. Die seegestützte U-Boot-Jagd soll demnach zur Verteidigung und Abschreckung in Nord- und Ostsee, im Atlantik und im Hohen Norden beitragen. Vorrang habe, die Marine rechtzeitig mit den dafür benötigten Waffensystemen auszustatten; parallel laufe der Aufwuchs bei Personal und Infrastruktur.
Die Marine hat laut BMVg marktverfügbare Alternativen untersucht und bestätigt, dass die MEKO A-200 DEU für die U-Boot-Jagd und die NATO-Beiträge geeignet ist. Das Ministerium verweist zudem darauf, dass MEKO-Fregatten in angepassten Versionen seit Jahren bei Verbündeten und Partnern im Einsatz sind. Ein einheitlicher Schiffstyp bringe Vorteile bei Betrieb, Wartung, Instandhaltung und Ausbildung.
Das Kürzel MEKO steht für „Mehrzweck-Kombination“. Es bezeichnet ein modulares Konzept, mit dem sich nach Angaben des BMVg Patrouillenschiffe, Korvetten und Fregatten individuell konfigurieren lassen.
Ersatz für die F126
Ursprünglich sollte die Fregatte F126 die U-Boot-Jagd übernehmen. Das 2020 gestartete Projekt mit dem niederländischen Generalunternehmer Damen Schelde Naval Shipbuilding sah sechs Schiffe für rund 10 Milliarden Euro vor; das erste sollte Mitte 2028 geliefert werden. Am 24. Juni 2026 teilte das BMVg mit, das Vorhaben nicht weiterzuverfolgen. Ein Wechsel des Generalunternehmers zu Naval Vessels Lürssen hätte den Gesamtfinanzbedarf nach Ministeriumsangaben auf über 18 Milliarden Euro erhöht.
In der aktuellen Mitteilung heißt es, der Bund habe nach erheblichen Leistungsstörungen und einer umfassenden Gesamtbewertung den Rücktritt vom Vertrag erklärt.
Die MEKO A-200 DEU war zunächst als Brückenlösung neben der F126 vorgesehen. Dafür wurde am 28. Januar 2026 ein Vorvertrag geschlossen, dessen Verlängerung der Haushaltsausschuss am 18. März billigte, damit der Hersteller Fertigungskapazitäten reservieren und Material bestellen konnte.
Streit um Forderungen offen
Die finanziellen Folgen des F126-Endes sind nicht geklärt. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters verlangt Damen vom Bund rund 4,7 Milliarden Euro und sieht die Verantwortung für Verzögerungen bei der deutschen Seite. Das BMVg hatte im Juni mitgeteilt, die Höhe möglicher eigener Schadenersatzansprüche gegen den bisherigen Auftragnehmer werde juristisch geprüft.
