Der israelische Rüstungskonzern Elbit Systems hat einen Vertrag über rund 750 Millionen Dollar zur Lieferung von Raketenartilleriesystemen an die griechischen Streitkräfte erhalten. Der Deal ist Teil eines umfangreichen Modernisierungsprogramms der griechischen Streitkräfte.
Vertragsdetails
Der am 6. April 2026 in Haifa bekannt gegebene Auftrag hat ein Volumen von rund 750 Millionen US-Dollar (ca. 650 Millionen Euro) und läuft zwischen dem israelischen und dem griechischen Verteidigungsministerium. Die eigentliche Vertragsunterzeichnung fand in Athen statt. Elbit Systems hatte den Auftrag bereits im Dezember 2025 angekündigt; nun ist der endgültige Abschluss bestätigt worden. Die Lieferung ist auf vier Jahre ausgelegt; anschließend folgt eine zehnjährige Supportphase für Wartung und Instandhaltung.
Lieferumfang
Im Rahmen des Vertrags liefert Elbit Systems PULS-Werfer sowie ein umfassendes Munitionspaket. Dieses umfasst Übungsraketen, präzisionsgelenkte Gefechtsmunition verschiedener Reichweiten sowie Loitering Munitions – also sogenannte Kamikaze-Drohnen, die über einem Zielgebiet kreisen können. Das PULS-System (Precise Universal Launching System) ist ein Mehrfachraketenwerfer, der ungelenkte Raketen, Präzisionsmunition und Loitering Munitions verschießen kann. Je nach Munitionstyp reicht die Wirkung von 35 Kilometern bei der gelenkten 122-mm-Rakete Accular bis zu 300 Kilometern bei der Predator-Hawk-Rakete. Das System ist plattformunabhängig und lässt sich auf vorhandene Rad- und Kettenfahrzeuge montieren, was Ausbildungs- und Wartungskosten senkt.

Industrielle Zusammenarbeit
Gemäß der griechischen Regierungspolitik wird Elbit Systems bei der Produktion mit lokalen griechischen Unternehmen zusammenarbeiten. Dazu gehören Technologietransfer und die Weitergabe von Know-how, was der griechischen Verteidigungsindustrie zugutekommen soll. Griechenlands Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis hatte die Beteiligung der heimischen Industrie zuletzt als „unverhandelbare Bedingung bei allen größeren Verteidigungsinvestitionen“ bezeichnet.
Einordnung: Griechische Aufrüstung
Der Auftrag fügt sich in ein umfassendes Rüstungsprogramm Athens ein. Das griechische Verteidigungsministerium hat angekündigt, bis 2036 rund 25 bis 30 Milliarden Euro in Modernisierung und Neubeschaffungen zu investieren. Geplant sind unter anderem ein integriertes Luftverteidigungssystem, neue Fregatten, Drohnen und Loitering Munition. Der PULS-Vertrag gilt als Teil dieser strategischen Neuausrichtung.
PULS im NATO-Kontext
Griechenland reiht sich damit in eine wachsende Zahl von NATO-Staaten ein, die auf das israelische System setzen. Elbit-Chef Bezhalel Machlis betonte, das PULS-System stärke Griechenlands Stellung innerhalb der Allianz und genieße einen zunehmend guten Ruf als vielseitige Lösung für moderne Artillerieanforderungen in Europa. Anfang 2025 bestellte Deutschland fünf PULS-Werfer für die Bundeswehr, um an die Ukraine abgegebene MARS-II-Systeme zu ersetzen. In Israel selbst ist das System seit 2020 unter dem Namen „Lahav“ bei den Streitkräften im Einsatz.
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