Frankreich lässt A400M zur Aufklärungs- und Führungsplattform ausbauen

Airbus entwickelt für die französischen Streitkräfte neue Fähigkeiten für den Militärtransporter A400M. Das sogenannte „Parallel Mission System" soll die Maschine für Aufgaben der Aufklärung, Überwachung und Führung befähigen.
Foto: Airbus

Airbus entwickelt für die französischen Streitkräfte neue Fähigkeiten für den Militärtransporter A400M. Das sogenannte „Parallel Mission System“ soll die Maschine für Aufgaben der Aufklärung, Überwachung und Führung befähigen.

Vertrag über OCCAR abgeschlossen

Airbus Defence and Space hat einen Vertrag mit der europäischen Rüstungsagentur OCCAR (Organisation for Joint Armament Cooperation) unterzeichnet, die im Auftrag der französischen Beschaffungsbehörde DGA (Direction générale de l’armement) handelt. Gegenstand ist die Entwicklung zusätzlicher Fähigkeiten für den A400M, mit denen die französische Flotte für Missionen im Bereich Intelligence, Surveillance and Reconnaissance (ISR) ausgerüstet werden soll. Das Vorhaben trägt die Bezeichnung „Parallel Mission System“ (PMS).

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Nach einer Entwicklungsphase soll die neue Ausrüstung 2027 in eine erste französische A400M eingebaut und 2028 im Flug erprobt werden. Anschließend ist vorgesehen, einen Teil der Flotte der französischen Luft- und Weltraumstreitkräfte mit einem PMS-Bausatz nachzurüsten.

Technische Schwerpunkte des Vorhabens

Im Zentrum der Entwicklung steht ein neues Missionssystem an Bord. Im Frachtraum sollen Konsolen für ein taktisches Lagebild installiert werden, über die verschiedene Sensoren überwacht und Einsätze koordiniert werden können. Zudem ist die Integration eines optronischen Sensors vorgesehen.

Das Missionssystem ist darauf ausgelegt, weitere Sensoren und Kommunikationsmittel einzubinden sowie Drohnen und Flugkörper zu steuern, die aus dem Frachtraum des Flugzeugs abgesetzt werden. Perspektivisch soll die Besatzung Einsätze koordinieren können, an denen Bodentruppen, Hubschrauber – genannt werden die Typen Tiger und Caracal H225M – sowie Kampfflugzeuge in einem vernetzten Gefechtsverbund beteiligt sind.

Jean-Brice Dumont, bei Airbus Defence and Space für den Bereich Air Power zuständig, verwies auf das Erweiterungspotenzial des Transporters. Mit der Entwicklung erhalte die französische Luft- und Weltraumwaffe ein Flugzeug, das als taktisches Führungsmittel (Command and Control) in der Luft eingesetzt werden könne.

Weitere Fähigkeiten in Prüfung

Über das PMS hinaus prüft Airbus nach eigenen Angaben weitere Erweiterungen für den A400M. Dazu zählen eine Störkomponente mit großer Reichweite (Long-Range Jamming), eine Trägerfunktion zum Absetzen von Drohnen und Flugkörpern im Flug, eine Erhöhung der Nutzlast auf 40 Tonnen sowie Fähigkeiten zur Brandbekämpfung aus der Luft.

Die Pläne fügen sich in eine bereits erkennbare Entwicklung ein: Airbus hatte den A400M auf der Pariser Luftfahrtmesse 2025 als „Datensammler“ beschrieben und arbeitet an modularen Systemen für elektronische Kriegsführung, Drohneneinsätze und Datenkommunikation, die ohne strukturelle Änderungen am Flugzeug installiert werden sollen.

Der A400M

Der A400M ist ein viermotoriger Turboprop-Transporter, der bei mehreren europäischen Staaten den älteren Mustern C-130 Hercules und Transall C-160 nachfolgt. Die Maschine kann bis zu rund 37 Tonnen Fracht über etwa 3.000 Kilometer transportieren, zur Luftbetankung anderer Flugzeuge eingesetzt werden und auf unbefestigten Pisten landen.

Frankreich gehört neben Deutschland und Spanien zu den Hauptbeteiligten des Programms. Das Land hat 50 A400M bestellt, von denen rund 25 ausgeliefert sind. Aus Haushaltsdokumenten ging zuletzt hervor, dass die französischen Streitkräfte zusätzliche Maschinen beschaffen wollen, die unter anderem für elektronische Kriegsführung, luftgestützte Aufklärung und als Trägerplattform für Fernwaffen vorgesehen sind. Die deutsche Luftwaffe ist mit 53 bestellten und seit April 2026 vollständig ausgelieferten Exemplaren die größte Nutzernation.

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