Deutsche Marine entsendet erstmals P-8A Poseidon in den Indo-Pazifik

Deutsche Marine entsendet erstmals P-8A Poseidon in den Indo-Pazifik
P-8A Poseidon | Foto: Bundeswehr / PIZ Marine

Zum Indo-Pacific Deployment 2026 verlegt die Bundeswehr einen Seefernaufklärer vom Typ P-8A Poseidon nach Indien – der erste Einsatz dieses Flugzeugtyps in der Region.

Premiere für den modernen Uboot-Jäger

Am 16. Februar 2026 startete ein Seefernaufklärer der Deutschen Marine vom Typ P-8A Poseidon in Richtung Indien. Das Flugzeug nimmt dort am Indo-Pacific Deployment 2026 (IPD) teil, dem jährlichen Präsenzeinsatz der Deutschen Marine in der indo-pazifischen Region. Es ist das erste Mal, dass die Deutsche Marine eines dieser Flugzeuge in den indo-pazifischen Raum verlegt.

Von Indien aus soll die Poseidon Aufklärungs- und Präsenzflüge über dem Indischen Ozean und den angrenzenden Seegebieten durchführen. Der Einsatz soll die Kooperation mit regionalen Partnernationen stärken und die Freiheit der Schifffahrtswege unterstützen.

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Das Flugzeug: Reichweite, Sensorik, Bewaffnung

Die P-8A Poseidon basiert auf dem zivilen Boeing 737 und gilt als eines der modernsten Seefernaufklärungs- und U-Boot-Jagdflugzeuge weltweit. Sie kann große Seegebiete überwachen, Schiffsbewegungen verfolgen sowie U-Boote orten und bekämpfen. An Bord können Leichtgewichtstorpedos, Wasserbomben und Luft-Boden-Lenkflugkörper mitgeführt werden.

Die Besatzung umfasst elf Soldaten: drei Piloten, zwei taktische Offiziere sowie je drei Spezialisten für die Über- und Unterwasser-Sensorik. Heimatbasis des Flugzeugs ist der Fliegerhorst Nordholz bei Cuxhaven, Standort des Marinefliegergeschwaders 3 „Graf Zeppelin“. Deutschland hat insgesamt acht Maschinen dieses Typs bestellt; die P-8A löst schrittweise die ältere P-3C Orion ab.

Indo-Pacific Deployment: Kontinuierliche Präsenz seit 2021

Das Indo-Pacific Deployment ist das zentrale Instrument der Deutschen Marine zur verteidigungsdiplomatischen Präsenz in der Region. Den Ausgangspunkt bildeten die im September 2020 von der Bundesregierung verabschiedeten Indo-Pazifik-Leitlinien, mit denen Deutschland eine vertiefte Zusammenarbeit mit strategischen Partnern in der geopolitisch bedeutsamen Region anstrebte.

Den ersten Beitrag leistete die Deutsche Marine 2021 mit der Entsendung der Fregatte „Bayern“. Das bislang größte Deployment fand 2024 statt: Über rund 208 Tage und etwa 45.000 Seemeilen operierten die Fregatte „Baden-Württemberg“ und der Einsatzgruppenversorger „Frankfurt am Main“ gemeinsam in der Region. Das IPD 2026 setzt diese Reihe nun erstmals mit einem Luftfahrzeug fort.

Strategischer Hintergrund

Für Deutschland haben freie und sichere Schifffahrtswege im Indo-Pazifik erhebliche wirtschaftliche und sicherheitspolitische Bedeutung. Die Region ist Durchfahrtsgebiet für einen Großteil des globalen Warenverkehrs; Spannungen etwa im Südchinesischen Meer oder rund um die Straße von Malakka betreffen unmittelbar europäische Handelsinteressen. Das Bundesministerium der Verteidigung sieht das Engagement als Teil eines globalen Ansatzes, bei dem die Deutsche Marine „regional verwurzelt und global engagiert“ agiert.

Der aktuelle Einsatz demonstriert laut Marine zudem die Fähigkeit, moderne Luftfahrzeuge über interkontinentale Distanzen zu verlegen und nahtlos in multinationale Verbände zu integrieren.

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