Nach rund acht Monaten hat die Bundeswehr ihren Einsatz zur verstärkten Luftraumüberwachung an der NATO-Südostflanke in Rumänien beendet. Die britische Royal Air Force übernimmt die Mission.
Einsatz seit Sommer 2025
Die deutsche Luftwaffe war seit August 2025 mit Eurofighter-Kampfflugzeugen auf der Mihail Kogălniceanu Air Base nahe der Hafenstadt Constanța am Schwarzen Meer stationiert. Das Kontingent umfasste rund 170 Soldatinnen und Soldaten sowie fünf Eurofighter, die überwiegend vom Taktischen Luftwaffengeschwader 71 „Richthofen“ aus Wittmund stammten. In zwei aufeinanderfolgenden Rotationen sicherte die Einheit den südöstlichen Luftraum des Bündnisgebiets im Rahmen der Mission „Enhanced Air Policing South“ (eAPS).
Während des Einsatzes absolvierten die deutschen Jets mehr als 600 Flugstunden und über 470 Einsatzflüge. Dabei kam es zu mehr als 25 sogenannten Alpha Scrambles – also Alarmstarts zur schnellen Reaktion auf mögliche Luftraumverletzungen. Ergänzend führte das Kontingent acht sogenannte Flexible Deterrence Options durch, mit denen die NATO ihre Reaktionsfähigkeit und Abschreckungswirkung unter Beweis stellt.
Der deutsche Detachement-Kommandeur, Oberstleutnant Andreas Beckmann, betonte in einer Stellungnahme die Bedeutung des Auftrags an der Südostflanke und hob die enge Zusammenarbeit mit den rumänischen Streitkräften hervor.

Britische Typhoons übernehmen
Die Übergabe erfolgte am 31. März 2026 bei einer Zeremonie auf der rumänischen Luftwaffenbasis Borcea. Die 121 Expeditionary Air Wing der Royal Air Force übernahm die Verantwortung mit Typhoon-Kampfflugzeugen der 3 (Fighter) Squadron. Der britische Einsatz läuft unter dem Namen „Operation Biloxi 2026″ und ist auf vier Monate angelegt. Großbritannien beteiligt sich bereits seit 2014 an der NATO-Luftraumüberwachung in Rumänien.
Hintergrund: Enhanced Air Policing
Die Mission Enhanced Air Policing South wurde 2014 beim NATO-Gipfel in Wales ins Leben gerufen – als Reaktion auf die russische Annexion der Krim. Seit Russlands Einmarsch in die Ukraine 2022 hat die NATO ihre Ostflanke zusätzlich verstärkt. Im Rahmen des sogenannten Quick Reaction Alert (QRA) halten Kampfflugzeuge rund um die Uhr Bereitschaft, um bei unautorisierten Flugbewegungen im NATO-Luftraum sofort reagieren zu können.
Die Lastenteilung funktioniert als Rotationsprinzip: Mehrmals im Jahr wechseln sich verschiedene Bündnispartner mit Einsatzkontingenten ab. Nationen wie Italien, Spanien, Großbritannien, Finnland und Kanada waren bereits an dem Rotationsverfahren beteiligt. Die deutsche Luftwaffe war bereits zum vierten Mal mit Eurofightern in Rumänien im Einsatz.
Die Mihail Kogălniceanu Air Base wird zudem seit 2023 ausgebaut. Nach Fertigstellung soll sie doppelt so groß sein wie die US-Luftwaffenbasis Ramstein und damit zum größten NATO-Stützpunkt in Europa werden.
Parallel zur Übergabe in Rumänien zeigt sich das Rotationsprinzip auch andernorts: Die rumänische Luftwaffe hat Anfang April 2026 ihrerseits sechs F-16-Kampfflugzeuge nach Litauen verlegt, um dort bis Juli die Luftraumüberwachung über dem Baltikum zu übernehmen.
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