Die Bundeswehr will ihre in die Jahre gekommenen Feldumschlaggeräte ersetzen und hat dafür ein Vergabeverfahren gestartet. Beschafft werden sollen bis zu 1.000 neue Teleskopstapler unter der Bezeichnung MUFFEL.
Das Beschaffungsamt der Bundeswehr (BAAINBw) hat ein Vergabeverfahren für sogenannte multifunktionale Feldumschlaggeräte (MUFFEL) eingeleitet. Wie aus einer am 26. Mai 2026 auf der europäischen Vergabeplattform TED veröffentlichten Mitteilung hervorgeht, sollen damit die derzeit genutzten Feldumschlaggeräte (FUG) der Varianten 2,5 Tonnen und 4 Tonnen abgelöst werden. Den Auftakt bildet ein Teilnahmewettbewerb, mit dem geeignete Bewerber ermittelt werden.

Umfang und Zeitplan der Beschaffung
Geplant ist eine Rahmenvereinbarung mit einer Laufzeit von 15 Jahren über die Herstellung und Lieferung von bis zu 1.000 Geräten. Mitgeliefert werden sollen jeweils Zubehör, Anbaugeräte, Sonderwerkzeuge, Mess- und Prüfmittel sowie ein Ersatzteil-Erstbedarf samt Ausbildung und Dokumentation.
Von den 1.000 Systemen will die Bundeswehr zunächst 594 fest beauftragen. Die übrigen 406 Geräte sind als Option vorgesehen und könnten zu einem späteren Zeitpunkt abgerufen werden. Die Auslieferung des letzten der fest bestellten Geräte soll spätestens Ende 2032 abgeschlossen sein.
Was ein MUFFEL leisten soll
Bei dem künftigen System handelt es sich nach Angaben des BAAINBw um einen Teleskopstapler, an dessen Teleskoparm sich über eine Wechselvorrichtung unterschiedliche Anbaugeräte montieren lassen – darunter Gabelträger, eine Mehrzweckschaufel oder ein Personenarbeitskorb. Zur Grundausstattung jedes Geräts gehören laut Vergabeunterlagen unter anderem Gabelträger mit Klappgabelzinken und Containergabeln, ein Lasthaken sowie ein Transportgestell für die Anbaugeräte. Je nach Aufgabe kann das System um weiteres Zubehör ergänzt werden.
Die Hauptaufgabe der Geräte besteht im Umschlag von Gütern aller Art sowie im Be- und Entladen von Transportmitteln, Bahnwaggons und Containern. Als Nebenaufgaben nennt das Beschaffungsamt unter anderem das behelfsmäßige Herrichten von Lagerflächen, das Bewegen leerer 20-Fuß-Container, das Kranen von Lasten sowie das Heben von Personen mit einer Arbeitsbühne.
Zu den technischen Anforderungen zählen unter anderem ein geländegängiger Teleskopstapler mit Allradantrieb und Straßenzulassung, eine Hubkraft von mehr als vier Tonnen, die Fähigkeit zum vollständigen Be- und Entladen von 20-Fuß-Standardcontainern, eine Eigengeschwindigkeit von mindestens 40 Kilometern pro Stunde sowie der Betrieb mit dem militärischen Kraftstoff F-63.
Die bisherigen Feldumschlaggeräte
Feldumschlaggeräte sind ein Arbeitsgerät der Logistiktruppen und kommen überall dort zum Einsatz, wo Versorgungsgüter bewegt werden – vom Materiallager bis zum Umschlag zwischen Schiene und Straße. Das bislang genutzte FUG 2,5t wurde vom Hersteller Steinbock gebaut und ab 1983 in Dienst gestellt; zwischen 1983 und 1992 beschaffte die Bundeswehr nach Angaben von Fachquellen insgesamt 577 Stück. Das rund 8,3 Tonnen schwere, allradgetriebene Fahrzeug erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von etwa 50 km/h und kann damit auch in Kolonnen mitfahren. Auf der offiziellen Bundeswehr-Seite wird das Gerät als bei der Truppe beliebt beschrieben, da es sich durch austauschbare Anbaugeräte – etwa ein Räumschild – flexibel nutzen lässt.
Als leistungsfähigere Ergänzung führte die Bundeswehr ab 2013 das FUG 4t auf Basis des Teleskopladers Manitou MHT 950L ein. Dessen Teleskoparm ermöglicht es erstmals, Paletten direkt in 20-Fuß-Containern zu bewegen, sodass diese nicht mehr von Hand entladen werden müssen. Ein Nachteil dieses Modells ist seine auf 40 km/h begrenzte Geschwindigkeit, weshalb es bei Verlegungen auf Lastwagen transportiert werden muss.
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