Bundeswehr und TKMS unterzeichnen Vorvertrag für MEKO-Fregatten

Bundeswehr und TKMS unterzeichnen Vorvertrag für MEKO-Fregatten
MEKO A-200 DEU | Foto: TKMS

Die Kieler Werft ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) und das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr haben einen Vorvertrag für den Bau von Fregatten des Typs MEKO A-200 DEU geschlossen. Damit beginnen vorbereitende Maßnahmen für ein Projekt, das die Auslieferung des ersten Schiffes bis Ende 2029 ermöglichen soll.

Der am 3. Februar 2026 in Koblenz unterzeichnete Vorvertrag markiert den offiziellen Projektstart. Ein endgültiger Bauvertrag wurde allerdings noch nicht geschlossen – die entsprechende Entscheidung steht weiterhin aus. Der Vorvertrag deckt zunächst Beschaffungen und Arbeiten im Umfang von bis zu 50 Millionen Euro bis Ende März ab. Bei Bedarf kann der Vertrag schrittweise verlängert werden.

Materialbeschaffung und Stahlarbeiten können beginnen

Der Vertrag schafft die Grundlage für den unmittelbaren Projekthochlauf, wie Oliver Juckenhöfel, Executive Vice President Surface Vessels bei TKMS, mitteilt. Durch die Vereinbarung sei es möglich, sofort mit der Materialbeschaffung sowie Stahlarbeiten auf der Bauwerft zu beginnen. Die vorbereitenden Maßnahmen sollen im Februar 2026 starten.

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Die MEKO A-200 ist eine erprobte Fregattenklasse, die TKMS seit den 1980er Jahren entwickelt und kontinuierlich weiterentwickelt hat. Das Schiffsdesign wurde bereits an mehrere internationale Marinen geliefert, unter anderem nach Ägypten und Südafrika. Die nun für die Bundeswehr geplante Variante basiert auf Vorarbeiten für ein australisches Projekt, das TKMS nicht gewonnen hatte.

Hintergrund: Verzögerungen bei Fregattenprojekt F126

Der Vorvertrag für die MEKO A-200 DEU steht im Zusammenhang mit erheblichen Verzögerungen beim ursprünglichen Fregattenprojekt F126. Das von der niederländischen Werft Damen Naval geleitete Vorhaben im Umfang von bis zu zehn Milliarden Euro sieht den Bau von sechs hochmodernen Fregatten vor. Allerdings haben IT-Probleme bei der Konstruktions- und Fertigungssoftware zu erheblichen Verzögerungen geführt. Die ursprünglich für 2028 geplante Auslieferung der ersten F126 könnte sich bis mindestens 2031 verschieben.

Das Bundesverteidigungsministerium prüft derzeit verschiedene Optionen, wie das F126-Projekt fortgeführt werden kann. Sollte es zu einem Scheitern kommen, könnte die Deutsche Marine statt der geplanten sechs F126-Fregatten bis zu acht MEKO A-200 DEU bei TKMS bestellen. Die MEKO-Variante ist technisch weniger komplex als die F126, gilt jedoch als erprobt und bewährt. Zudem könnte sie deutlich schneller geliefert werden – ein entscheidender Faktor angesichts der sicherheitspolitischen Lage.

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