In Erding hat die Bundeswehr ein neues Innovationszentrum eröffnet. Es soll Forschung, Industrie und Truppe enger vernetzen und neue Technologien schneller in die Nutzung bringen.
Eröffnung und Zielsetzung
Am 2. Februar 2026 hat Verteidigungsminister Boris Pistorius in Erding das Innovationszentrum der Bundeswehr (InnoZBw) eröffnet; an dem Termin nahm auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder teil. Das Zentrum soll dazu beitragen, neue Entwicklungen zügiger für die Bundeswehr verfügbar zu machen und die Umsetzung von Vorhaben zu beschleunigen.
Nach Angaben des Ministeriums knüpft die Einrichtung an eine im Vorjahr formulierte Linie an, wonach Innovationen nicht „von oben“ angeordnet werden könnten, sondern dort entstünden, wo Bedarf, Fachleute und Technologie zusammenkommen. Die Eröffnung erfolgte weniger als ein Jahr nach der entsprechenden Ankündigung.

Zusammenarbeit von Truppe, Forschung und Wirtschaft
Im InnoZBw sollen militärische Praxis, Forschung und Innovation enger zusammengeführt werden. Geplant ist eine Zusammenarbeit zwischen Bundeswehr, Start-ups, Industrie und wissenschaftlichen Einrichtungen, um Lösungen für einsatzbereite und modern ausgestattete Streitkräfte zu entwickeln.
Ein zentrales Ziel ist laut BMVg, innovative Produkte schneller und in ausreichender Stückzahl in die Nutzung durch Soldatinnen und Soldaten zu bringen. Als Ausgangspunkt dient dabei das bereits bestehende „Innovationslabor System Soldat“ in Erding, das als Kern der neuen Struktur beschrieben wird.
Leitung und Aufgabenprofil
Die Leitung des Innovationszentrums übernimmt Flottillenadmiral Christian Bock. Er soll mit seinem Team zivile und militärische Akteure stärker vernetzen, technologische Chancen identifizieren und Entwicklungs- sowie Beschaffungsprozesse beschleunigen.
Bock war zuvor im Verteidigungsministerium unter anderem für das Themenfeld Drohnen zuständig. Seine Erfahrung mit modernen Waffensystemen, kurzen Innovationszyklen und schnellen Beschaffungsabläufen soll nach Darstellung des Ministeriums in die Arbeit des Zentrums einfließen.
Standortfaktoren und bayerische Pläne
Als Standort wird Erding mit der Nähe zur Metropolregion München begründet, insbesondere mit Blick auf Start-up-Ökosystem, Industrie und Hochschulen. Zusätzlich verweist das BMVg auf Pläne der bayerischen Landesregierung, mit einem Innovationscampus „Defence Lab Erding“ zivile Forschung, Unternehmen und Start-ups auf dem Gelände des ehemaligen Fliegerhorsts Erding anzusiedeln.
Zur Einordnung: Das BMVg hatte das InnoZBw bereits zum 1. Dezember 2025 als zentrales Koordinations- und Steuerungselement für technologiegetriebene Innovationen in der Bundeswehr aufgestellt; die feierliche Eröffnung war für 2026 angekündigt. In der Praxis soll das Zentrum die Brücke zwischen militärischer Forschung und Erprobung, dem zivilen Innovationsumfeld und den Bedarfen der Truppe schlagen.
Erding baut dabei auf vorhandenen Strukturen auf: Das Innovationslabor „System Soldat“ besteht nach Angaben der Bundeswehr seit 2022 und arbeitet mit einem Ansatz, bei dem Beschaffung, Forschung und Truppe gemeinsam Technologien erproben. In einem Beitrag zum Innovationslabor wird zudem betont, dass dort unter anderem an unbemannten Systemen gearbeitet und die frühe Einbindung der späteren Anwenderinnen und Anwender als Beschleunigungsfaktor gesehen wird.
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