Der US-Hersteller AeroVironment liefert im Rahmen des Aufklärungsprogramms LARUS eine umfassende Ausstattung an Aufklärungsdrohnen der Puma-Familie an die Bundeswehr. Auftraggeber ist die NATO-Beschaffungsagentur NSPA, der Auftragswert liegt bei 30,9 Millionen US-Dollar.
Auftrag über die NATO-Beschaffungsagentur
Das US-Unternehmen AeroVironment (AV) hat am 7. Juli 2026 mitgeteilt, dass es von der Bundeswehr über die NATO Support and Procurement Agency (NSPA) mit der Lieferung eines vollständigen Pakets aus Aufklärungsdrohnen, Sensorik, Bodenkontrollstationen und Zubehör beauftragt wurde. Grundlage ist das Programm LARUS (Luftgestützte Aufklärung mit Unbemannten Systemen). Der Auftrag erfolgte im Rahmen der UAS-Partnerschaft der NSPA und hat laut AV ein Volumen von 30,9 Millionen US-Dollar, umgerechnet rund 27 Millionen Euro. Die Auslieferung soll bis Ende 2026 abgeschlossen sein.

Nach Angaben des Fachportals hartpunkt.de sind die Systeme für das Kommando Spezialkräfte der Marine (KSM) vorgesehen. Der Haushaltsausschuss des Bundestages hatte zuvor Mittel für die Beschaffung von 14 LARUS-Systemen freigegeben. Verwaltet wird das Programm vom Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw).
Erstmals gesamte Puma-Produktpalette in einem Programm
Mit dem Auftrag erhält die Bundeswehr nach AV-Angaben nahezu das komplette Spektrum der aktuellen Puma-Fähigkeiten in einem einzigen, integrierten Paket – ein nach Unternehmensangaben bislang einmaliger Umfang für einen Kunden. Dazu zählen Drohnen der Typen Puma AE (All Environment) und Puma LE (Long Endurance) sowie:
- hochauflösende, laserfähige elektrooptische/Infrarot-Nutzlasten (HD59-LD) zur Zielmarkierung für den Puma LE,
- Signalaufklärungs-Nutzlasten (SIGINT) für Puma 3 AE und Puma LE,
- Systeme für senkrechten Start und Landung (VTOL),
- Bodenkontrollstationen der neuen Generation auf Basis der Tomahawk-Kinesis-Technologie,
- Kommunikationsrelais für vermaschte Funknetze (MANET) mit erweiterter Reichweite,
- Nachrüstsätze für autonome Flugfunktionen (Autonomy Retrofit Kits),
- sowie ein Servicepaket aus Feldreparatursätzen, Startvorrichtungen, Akkus und Schulungen.
Deutschland nutzt die Puma-Baureihe bereits seit mehreren Jahren; die Marine hatte frühere Puma-AE-Varianten unter anderem für die taktische Nahaufklärung eingeführt. Mit dem aktuellen Auftrag wird die Flotte um neue Sensorik, Kommunikationstechnik und Autonomiefunktionen erweitert.
Unternehmensvertreter von AV äußerten sich in der Mitteilung zufrieden über den Auftragsumfang: Vorstandschef Wahid Nawabi wertete die Bestellung als deutlichen Schritt der Bundeswehr hin zu einer vollständig modernisierten, vernetzten Aufklärungslösung. Der Präsident des Bereichs Autonomous Systems, Trace Stevenson, betonte, der Auftrag zeige, dass sich Puma von einem älteren taktischen System zu einem modernen, vernetzbaren Aufklärungsknoten entwickelt habe. Der für Europa zuständige Geschäftsentwicklungsleiter Chris Black beschrieb den Auftrag als Beleg für die wachsende Bedeutung Europas als Absatzmarkt sowie für die vertiefte Zusammenarbeit mit der NSPA und weiteren NATO-Partnern.
NSPA als zentrale Beschaffungsstelle der NATO
Die NSPA ist die zentrale Beschaffungs- und Logistikagentur der NATO mit Sitz in Luxemburg. Sie bündelt Beschaffung, Instandhaltung und logistische Unterstützung für Bündnisstaaten und Partnerländer und arbeitet nach eigenen Angaben kostendeckend ohne Gewinnerzielung. Über sogenannte Support-Partnerschaften – die Agentur verwaltet nach eigenen Angaben derzeit 41 solcher Programme – können NATO-Mitglieder gemeinsam Rüstungsgüter beschaffen und dabei von Skaleneffekten sowie kürzeren Lieferzeiten profitieren. Erst im Frühjahr 2026 hatte die NSPA im Rahmen einer separaten Partnerschaft Rahmenverträge für kleine unbemannte Luftfahrzeuge der Nano-Klasse vergeben, was die wachsende Bedeutung solcher Systeme für die Aufklärung europäischer Streitkräfte unterstreicht.
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