Bundeswehr bestellt erneut Laser-Licht-Module bei Rheinmetall

Die Bundeswehr hat bei Rheinmetall einen weiteren Großauftrag für Laser-Licht-Module des Typs LLM-VarioRay platziert. Der Auftragswert liegt im dreistelligen Millionenbereich, die Auslieferung erfolgt zwischen 2026 und 2032.
Foto: Rheinmetall

Die Bundeswehr hat bei Rheinmetall einen weiteren Großauftrag für Laser-Licht-Module des Typs LLM-VarioRay platziert. Der Auftragswert liegt im dreistelligen Millionenbereich, die Auslieferung erfolgt zwischen 2026 und 2032.

Wie Rheinmetall am 27. Mai 2026 mitteilte, hat die Bundeswehr eine weitere sechsstellige Stückzahl der Laser-Licht-Module LLM-VarioRay abgerufen. Der Auftragseingang beträgt nach Unternehmensangaben mehrere hundert Millionen Euro netto und soll im zweiten Quartal 2026 verbucht werden. Es handelt sich um den zweiten Festabruf aus einem Rahmenvertrag, der ursprünglich im Juni 2021 geschlossen und im Dezember 2025 erweitert wurde. Voraussetzung war die Freigabe der Haushaltsmittel durch den Haushaltsausschuss des Bundestages, die laut Rheinmetall im Dezember 2025 erfolgte.

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Hintergrund: Teil des „Systems Sturmgewehr“

Die Beschaffung der Laser-Licht-Module steht im Zusammenhang mit der Einführung des neuen Standard-Sturmgewehrs G95 der Bundeswehr, das auf dem HK416 A8 von Heckler & Koch basiert und das seit den 1990er-Jahren genutzte G36 ablöst. Das „System Sturmgewehr Bundeswehr“ besteht aus der Basiswaffe, dem Laser-Licht-Modul und der Optik, für deren Beschaffung jeweils ein eigener Rahmenvertrag besteht.

Der Haushaltsausschuss hatte Anfang Dezember 2025 mehrere Vertragsänderungen rund um das System gebilligt. Dabei wurde der Gesamtumfang der Sturmgewehr-Beschaffung von rund 118.700 auf 250.000 Stück erhöht und die Vertragslaufzeit bis 2032 ausgedehnt. Die ersten G95-Sturmgewehre wurden am 4. Dezember 2025 an das Panzergrenadierbataillon 122 übergeben. Mit der erhöhten Stückzahl reagiert die Bundeswehr nach eigenen Angaben auf den geplanten personellen Aufwuchs der Streitkräfte.

Der nun gemeldete zweite Festabruf für die Laser-Licht-Module folgt auf einen ersten Abruf aus demselben Rahmenvertrag, den Rheinmetall im Dezember 2025 bekannt gegeben hatte. Branchenberichten zufolge erlaubt die zugrunde liegende Rahmenvereinbarung den Abruf von bis zu 250.000 Modulen mit einem maximalen Auftragswert von annähernd 500 Millionen Euro.

Das Gerät und seine Funktion

Die Laser-Licht-Module werden vorrangig an den Handwaffen infanteristisch und abgesessen kämpfender Kräfte eingesetzt. Sie dienen dazu, Ziele zu entdecken, zu identifizieren und zu markieren. Das Gerät wiegt mitsamt Halterung rund 250 Gramm und lässt sich über eine genormte Schiene an jedem Sturmgewehr montieren sowie über ein Triggerkabel bedienen.

Technisch kombiniert das LLM-VarioRay eine Weißlicht-LED, einen Rotlicht- und einen Infrarot-Lasermarkierer sowie einen elektrisch fokussierbaren Infrarot-Beleuchter. Die Lichtquellen lassen sich stufenlos einstellen. Ein werkseitig ausgerichteter, integrierter Laserblock soll die Justierung an Waffe und Visier erleichtern. Im Zusammenspiel mit Nachtsicht- und Wärmebildgeräten ist das System für den Einsatz bei Tag und Nacht sowie unterschiedlichen Wetterbedingungen ausgelegt.

Hergestellt werden die Geräte von der Rheinmetall-Tochter Soldier Electronics im baden-württembergischen Stockach am Bodensee. Nach Unternehmensangaben profitieren auch kleine und mittelständische Zulieferer von dem Auftrag. Timo Haas, Divisionsleiter Digital Systems bei Rheinmetall, bezeichnete das LLM-VarioRay als wichtigen taktischen Verstärker für die kämpfende Truppe und wertete den Auftrag als Zeichen des Vertrauens der Bundeswehr.

Auch international im Einsatz

Die Produktfamilie LLM-VarioRay ist Bestandteil des deutschen Soldatensystems „Infanterist der Zukunft – Erweitertes System“ (IdZ-ES). Darüber hinaus wird sie bei der britischen Armee als Laser Light Module MK3 und bei der Schweizer Armee als Laser-Licht-Modul 19 geführt. Der Vorgänger LLM-01 wurde über 150.000-mal verkauft und gilt seit 2013 als NATO-Standard. Bei den Spezialkräften der Bundeswehr ist zudem das verwandte Modul LM-VTAL seit mehreren Jahren im Einsatz.

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