Bundesregierung will Bundeswehreinsatz im Roten Meer verlängern

Bundesregierung will Bundeswehreinsatz im Roten Meer verlängern
EUNAVFOR Aspides / Foto: Bundeswehr / PIZ Marine

Die Bundesregierung will den Bundeswehreinsatz im Roten Meer (EUNAVFOR ASPIDES) um ein Jahr verlängern. Das geht aus einem Antrag hervor, den die Regierung am 27. August 2025 beschlossen hat.

Hintergrund der Mission

Die radikalislamische Huthi-Miliz führt seit November 2023 von ihren kontrollierten Gebieten im Jemen aus Angriffe auf die internationale Schifffahrt durch, insbesondere im Roten Meer und der strategisch wichtigen Meerenge Bab al-Mandab. Die Angriffe richten sich nach Angaben der Bundesregierung gegen Schiffe mit Bezug zu Israel und werden von der Huthi-Miliz als Solidarität mit den Palästinensern begründet.

Die betroffene Handelsroute durch das Rote Meer gilt als kürzeste Verbindung zwischen Asien und Europa und macht etwa 15 Prozent des weltweiten maritimen Handels aus. Aufgrund der anhaltenden Sicherheitsbedrohung weichen viele Reedereien auf die längere Route um das Kap der Guten Hoffnung aus, was zu erhöhten Frachtraten und Auswirkungen auf Lieferketten führt.

Dramatische Zwischenfälle

Im Juli 2025 versenkte die Huthi-Miliz gewaltsam die Frachter „Magic Seas“ und „Eternity C“ griechischer Reedereien. Dabei kamen mindestens vier Seeleute ums Leben, zehn weitere gelten als vermisst. Die Bundesregierung sieht darin einen Beleg dafür, dass die Miliz auch verheerende Umweltschäden billigend in Kauf nimmt.

Deutsche Beteiligung und Kosten

Deutschland beteiligt sich bereits seit Beginn der Operation mit Stabspersonal an EUNAVFOR ASPIDES. Zunächst war die Fregatte „Hessen“ im Einsatz, seit Oktober 2024 stellt Deutschland ein Flugzeug für die luftgestützte Seeraumüberwachung bereit.

Für die Fortsetzung der Mission bis Oktober 2026 sollen bis zu 350 deutsche Soldaten eingesetzt werden können – eine Reduzierung gegenüber der bisherigen Obergrenze von 700. Die geschätzten Kosten belaufen sich auf rund 23,9 Millionen Euro für den Zeitraum November 2025 bis Oktober 2026.

Einsatzgebiet und Befugnisse

Das Einsatzgebiet umfasst die Meerenge Bab al-Mandab, die Straße von Hormus sowie internationale Gewässer im Roten Meer, Golf von Aden, Arabischen Meer, Golf von Oman und Persischen Golf. Der Schutz von Schiffen gegen Angriffe ist jedoch in bestimmten nördlichen Gebieten ausgeschlossen.

Die eingesetzten Kräfte haben das Recht zur Anwendung militärischer Gewalt zum Schutz eigener und anderer Kräfte sowie zur Nothilfe. Einsätze in Hoheitsgewässern bedürfen der Zustimmung der jeweiligen Anrainerstaaten.

Völkerrechtliche Grundlagen

Die Mission stützt sich auf verschiedene UN-Sicherheitsratsresolutionen sowie EU-Ratsbeschlüsse. Die deutschen Streitkräfte handeln dabei im Rahmen eines Systems kollektiver Sicherheit gemäß Artikel 24 des Grundgesetzes.

Die Bundesregierung betont, dass EUNAVFOR ASPIDES als defensive Operation angelegt ist und sich auf die Abwehr von Angriffen auf Schiffe konzentriert. Parallel koordiniert sich die Mission mit anderen internationalen Operationen in der Region wie PROSPERITY GUARDIAN und EUNAVFOR ATALANTA.

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