Bundeskanzler Friedrich Merz wird auch bei der Ausgabe 2027 Schirmherr der Nürnberger Sicherheits- und Verteidigungsmesse Enforce Tac. Die Veranstaltung findet vom 1. bis 3. März 2027 im Messezentrum Nürnberg statt.
Die NürnbergMesse GmbH teilte am 31. August 2026 mit, dass Merz die Schirmherrschaft über die kommende Enforce Tac übernimmt. Es ist die zweite Schirmherrschaft eines amtierenden Bundeskanzlers für die Messe in Folge. Merz hatte die Rolle bereits 2026 erstmals ausgeübt und die Veranstaltung damals persönlich eröffnet.
Zur Begründung verweist der Kanzler laut Mitteilung auf die sicherheitspolitische Lage in Europa. Diese erfordere eine engere Abstimmung unter Verbündeten, technologische Innovationsfähigkeit und eine widerstandsfähige Sicherheitsarchitektur. Die Messe bringe jene Akteure zusammen, die Verantwortung für die Verteidigungsfähigkeit Deutschlands und seiner Partner trügen.

Leitthema und inhaltliche Ausrichtung
Die Enforce Tac 2027 steht unter dem Leitthema „Integrierte Sicherheit für ein resilientes Europa“. Im Mittelpunkt sollen nach Angaben des Veranstalters Fragen der technologischen Souveränität, der industriellen Versorgungssicherheit und der gemeinsamen Handlungsfähigkeit stehen. Leitgedanke ist, Sicherheit ressortübergreifend und entlang der gesamten sicherheitsrelevanten Wertschöpfungskette zu betrachten.
Auf rund 80.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche in zehn Hallen sollen Vertreter von Sicherheitsbehörden, Streitkräften, Politik, Industrie und Forschung aus Europa und verbündeten NATO-Staaten zusammenkommen. Neue Hallencluster sollen technologische Entwicklung, operative Anforderungen und strategischen Austausch räumlich verbinden.
Die Messe ist nicht öffentlich zugänglich. Zutritt haben ausschließlich Angehörige der Streitkräfte sowie von Behörden und Organisationen mit polizeilichen oder militärischen Sicherheitsaufgaben. Der Veranstalter begründet dieses Konzept mit dem Bedarf an einem geschützten Rahmen für vertrauliche Fachgespräche. Besucher aus Staaten, gegen die EU- oder deutsche Waffenembargos bestehen, sind ausgeschlossen.
Starkes Wachstum in den vergangenen Jahren
Die Enforce Tac wird seit 2012 jährlich in Nürnberg ausgerichtet. Ihre Größenordnung hat sich in kurzer Zeit erheblich verändert. Nach den vom Ausstellungs- und Messe-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft (AUMA) ausgewiesenen Kennzahlen verzeichnete die Ausgabe im Februar 2026 1.410 Aussteller, davon 831 aus dem Ausland, sowie 26.376 Besuchereintritte bei einer Bruttofläche von 65.500 Quadratmetern. Im Jahr 2025 waren es knapp 1.000 Aussteller und rund 18.600 Fachbesucher gewesen. Die geplante Fläche für 2027 liegt damit nochmals deutlich über dem Wert des Vorjahres.
Peter Ottmann, Geschäftsführer der NürnbergMesse, ordnet die erneute Schirmherrschaft als Bestätigung für die Rolle des Standorts Nürnberg im europäischen Sicherheitsdialog ein. Er hebt zugleich die Unterstützung durch die Bayerische Staatsregierung sowie die im Freistaat ansässige Sicherheits- und Verteidigungsindustrie hervor.
Hintergrund: wachsende Verteidigungsausgaben
Der Regierungsentwurf für den Bundeshaushalt 2027 sieht für den Einzelplan des Bundesministeriums der Verteidigung 109,7 Milliarden Euro vor, gegenüber 82,7 Milliarden Euro im laufenden Jahr. Hinzu kommen Mittel aus dem Sondervermögen Bundeswehr, das bis Ende 2027 vollständig verausgabt werden soll. Nach Planung der Bundesregierung soll die NATO-Quote bis 2029 den Zielwert von 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts erreichen.
Damit ist der deutsche Beschaffungsmarkt für die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie so aufnahmefähig wie seit Jahrzehnten nicht. Für Fachmessen dieses Segments bedeutet das zugleich mehr Aussteller und schärferen Wettbewerb zwischen den Standorten. Die Enforce Tac konkurriert unter anderem mit Formaten in Hannover um Aussteller und Fachpublikum.
