ARX Robotics und Roboneers gründen Joint Venture für UGV-Serienfertigung

Der deutsche Hersteller ARX Robotics und das ukrainische Unternehmen Roboneers bauen mit dem gemeinsamen Unternehmen ARX Industries die industrielle Produktion unbemannter Bodenfahrzeuge aus. Die Vereinbarung wurde auf der Ukraine Recovery Conference in Danzig unterzeichnet.
Foto: ARX Robotics

Der deutsche Hersteller ARX Robotics und das ukrainische Unternehmen Roboneers bauen mit dem gemeinsamen Unternehmen ARX Industries die industrielle Produktion unbemannter Bodenfahrzeuge aus. Die Vereinbarung wurde auf der Ukraine Recovery Conference in Danzig unterzeichnet.

ARX Robotics aus Deutschland und der ukrainische Rüstungstechnik-Anbieter Roboneers haben die Gründung des Joint Ventures ARX Industries bekanntgegeben. Ziel des Gemeinschaftsunternehmens ist die Serienfertigung unbemannter Bodenfahrzeuge (Unmanned Ground Vehicles, UGV) für die ukrainischen Streitkräfte. Produziert werden soll vor allem das System Rys Pro, das künftig in großem Maßstab gefertigt wird.

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Die Vereinbarung wurde am 25. Juni 2026 im polnischen Danzig im Rahmen der Ukraine Recovery Conference (URC 2026) unterzeichnet. Anwesend waren der stellvertretende ukrainische Verteidigungsminister Serhiy Boyev sowie Ihor Fedirko, Vorsitzender des ukrainischen Verbands der Rüstungsindustrie. Das Vorhaben ist Teil der Initiative „Build with Ukraine“ und wird nach Unternehmensangaben sowohl von der ukrainischen als auch von der deutschen Regierung unterstützt.

Produktion in Deutschland und der Ukraine

ARX Industries soll den Rys Pro an Standorten in beiden Ländern fertigen und damit industrielle Kapazität mit räumlicher Nähe zum Einsatzgebiet verbinden. Im ersten Betriebsjahr ist die Produktion mehrerer Tausend Systeme geplant; in den Folgejahren soll die jährliche Kapazität auf einen fünfstelligen Bereich – also auf Zehntausende Einheiten – steigen. Neben der Fertigung übernimmt das Unternehmen auch Instandhaltung und operative Unterstützung der Systeme.

Die Fahrzeuge sollen in unterschiedlichen Rollen eingesetzt werden, darunter Verwundetenevakuierung, Frontlogistik sowie Minenlege-, Minenräum- und Kampfunterstützungsaufgaben. Nach Angaben der beteiligten Unternehmen fließen Erkenntnisse aus dem Fronteinsatz fortlaufend in die Produktion ein, sodass jede neue Fertigungscharge an aktuelle Einsatzerfahrungen angepasst wird.

In den Mitteilungen verwiesen Vertreter beider Seiten auf die Dringlichkeit der Lieferungen und die Bedeutung von Robotik auf dem Gefechtsfeld. ARX-Mitgründer und Finanzchef Maximilian Wied betonte, das Joint Venture solle einsatzerprobte Systeme schneller und in größerem Umfang bereitstellen. Anton Skrypnyk, Executive Chairman von Roboneers, erklärte, die Partnerschaft hebe die in der Ukraine entwickelten Fähigkeiten auf industriellen Maßstab.

Hintergrund: Ukraines wachsender Bedarf an Bodenrobotern

Die ukrainische Führung hat für 2026 das Ziel ausgegeben, Verträge über mindestens 50.000 unbemannte Bodenfahrzeuge abzuschließen. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums wurden allein für die erste Jahreshälfte 2026 rund 25.000 Systeme kontrahiert – etwa doppelt so viele wie im gesamten Jahr 2025. UGVs übernehmen dabei zunehmend Logistik- und Evakuierungsaufgaben, die Soldaten in der von Drohnen dominierten Frontzone hohen Risiken aussetzen würden.

ARX Robotics wurde 2021 in München als Ausgründung aus einem Forschungsprojekt der Universität der Bundeswehr gegründet und zählt zu den europäischen Anbietern softwaredefinierter Bodensysteme. Nach eigenen Angaben betreibt das Unternehmen die größte Flotte westlicher UGVs in der Ukraine. Roboneers entwickelt seit Jahren UGV- und UAV-Systeme sowie ferngesteuerte Waffenstationen und gibt an, mit seinen Plattformen seit 2014 in der Ukraine im Einsatz zu sein.

Die Ukraine Recovery Conference fand am 25. und 26. Juni 2026 in Danzig statt und wurde gemeinsam von Polen und der Ukraine ausgerichtet. Erstmals stand dabei mit einer eigenen Sicherheits- und Verteidigungssäule auch der Ausbau der ukrainischen Verteidigungsindustrie auf der Agenda.

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