Litauen beschafft beim schwedischen Rüstungskonzern Saab weitere Carl-Gustaf-M4-Waffen und Ausbildungsausrüstung. Der Auftrag hat einen Wert von 460 Millionen schwedischen Kronen; die Lieferungen sind für 2026 bis 2029 vorgesehen
Vertrag mit Laufzeit
Saab hat von Litauen einen Auftrag über Carl-Gustaf-M4-Waffen sowie ergänzende Ausbildungsausrüstung erhalten. Nach Unternehmensangaben beträgt der Auftragswert 460 Millionen schwedische Kronen. Die Lieferung soll im Zeitraum von 2026 bis 2029 erfolgen. Insgesamt könnten diese Optionen den Vertragswert auf bis zu 640 Millionen schwedische Kronen erhöhen.
Zum Lieferumfang gehören neben den Waffen auch Subkaliber-Adapter für Trainingsmunition sowie sogenannte Carl-Gustaf Outdoor Trainer. Zudem sieht die Vereinbarung eine Zusammenarbeit mit der litauischen Verteidigungsindustrie vor, entsprechend den in Litauen geltenden Vorgaben. Saab stellt den Auftrag als Fortsetzung der bisherigen Ausrüstung litauischer Streitkräfte mit dem System dar. Der zuständige Saab-Manager Görgen Johansson hebt in der Mitteilung vor allem die Bedeutung der Ausbildungskomponenten für den Einsatz der Soldatinnen und Soldaten hervor.

Mehrzwecksystem für Infanteriekräfte
Beim Carl-Gustaf M4 handelt es sich um ein tragbares rückstoßfreies Mehrzweckwaffensystem. Saab beschreibt das System als für abgesessene Kräfte konzipiert, die unterschiedliche Ziele auf dem Gefechtsfeld bekämpfen müssen. Die M4-Version ist nach Herstellerangaben weniger als einen Meter lang und wiegt rund sieben Kilogramm. Verwendet werden kann unterschiedliche 84-Millimeter-Munition, etwa gegen gepanzerte Ziele, Strukturen oder zur Unterstützungswirkung.
Die Trainingssysteme sollen Übungen mit Subkaliber- oder Übungsmunition ermöglichen und damit den Einsatz des Systems in verschiedenen Szenarien vorbereiten.
Einordnung in Litauens Rüstungsplanung
Die Bestellung steht im Kontext der laufenden Modernisierung der litauischen Streitkräfte. Bereits Anfang 2025 hatte die litauische Beschaffungsbehörde einen Vertrag mit Saab Bofors Dynamics über Carl-Gustaf-M4-Waffen und Ersatzteile im Wert von 14 Millionen Euro gemeldet. Nach Angaben des litauischen Verteidigungsministeriums waren die Lieferungen dafür für 2025 und 2026 vorgesehen.
Litauen erhöht seit Jahren seine Verteidigungsausgaben. Für 2026 hat das Parlament nach Angaben des Verteidigungsministeriums einen Verteidigungshaushalt von 4,79 Milliarden Euro beschlossen; das entspricht 5,38 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Die Regierung verweist dabei auf Modernisierung, Vorratshaltung, Luftverteidigung und militärische Infrastruktur als zentrale Ausgabenfelder.
Auch innerhalb der NATO hat sich der finanzielle Rahmen verändert. Beim Gipfel 2025 in Den Haag vereinbarten die Bündnisstaaten, bis 2035 jährlich fünf Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung sowie verteidigungs- und sicherheitsrelevante Ausgaben vorzusehen. Davon sollen mindestens 3,5 Prozent auf Kernanforderungen der Verteidigung entfallen.
Mit WhatsApp immer bestens informiert!
Abonniere unseren WhatsApp-Kanal, um Neuigkeiten direkt aufs Handy zu erhalten. Einfach unten auf den Button klicken und dem Kanal beitreten:
