Airbus testet neue Abfangdrohne „Bird of Prey“

Airbus testet neue Abfangdrohne „Bird of Prey"
Bird of Prey | Foto: Airbus Defence and Space GmbH 2026

Airbus hat in Norddeutschland eine Interceptor-Drohne erstmals in einem realistischen Szenario erprobt. Das System soll kostengünstig Kamikaze-Drohnen abfangen – ein Problem, das NATO-Streitkräfte zunehmend beschäftigt.

Erstflug in Norddeutschland

Auf einem Militärübungsgelände in Norddeutschland hat Airbus Defence and Space am 30. März 2026 den ersten Demonstrationsflug seines unbemannten Abfangdrohnen-Systems „Bird of Prey“ erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen eines realitätsnahen Einsatzszenarios spürte das System autonom eine mittelgroße Einwegangriffsdrohne – umgangssprachlich Kamikaze-Drohne – auf, klassifizierte sie und bekämpfte sie mit einem Lenkflugkörper des Typs Mark I. Den Flugkörper lieferte das estnische Rüstungs-Start-up Frankenburg Technologies.

Der Projektstart lag laut Airbus lediglich neun Monate vor dem Erstflug – ein im Rüstungsbereich ungewöhnlich kurzer Entwicklungszeitraum. Airbus-CEO Mike Schoellhorn betont, dass die Abwehr von Kamikaze-Drohnen angesichts der aktuellen geopolitischen Lage eine dringende taktische Priorität darstelle und das neue System eine bestehende Fähigkeitslücke schließe.

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Technische Daten des Systems

Der „Bird of Prey“-Prototyp basiert auf dem modifizierten Airbus-Drohnenmodell Do-DT25 und weist eine Spannweite von 2,5 Metern, eine Länge von 3,1 Metern und ein maximales Startgewicht von 160 Kilogramm auf. Der Prototyp war mit vier Mark-I-Raketen bestückt; die geplante Serienversion soll bis zu acht solcher Flugkörper tragen können.

Die Mark-I-Rakete ist nach Herstellerangaben der bislang leichteste gelenkte Abfangflugkörper: Sie ist 65 Zentimeter lang, wiegt unter zwei Kilogramm und verfügt über eine Reichweite von bis zu 1,5 Kilometern. Das „Fire-and-Forget“-Prinzip erlaubt den Abschuss ohne weitere Steuerung nach dem Ausklinken; ein Splittergefechtskopf detoniert in unmittelbarer Zielnähe. Frankenburg Technologies gibt an, den Flugkörper vollständig aus kommerziell verfügbaren Komponenten zu fertigen – was eine Massenproduktion zu vergleichsweise niedrigen Kosten ermöglichen soll.

Einbindung in NATO-Luftverteidigung

Das System ist darauf ausgelegt, nahtlos in die NATO-Luftverteidigungsarchitektur integriert zu werden. Die Anbindung erfolgt über das Integrated Battle Management System (IBMS) von Airbus, das als zentrale Führungs- und Kontrollplattform für den Luftverteidigungsverbund dient. Frankenburg-CEO Kusti Salm bezeichnet die Kombination aus Drohnenplattform und kostengünstiger Lenkrakete als einen neuen Ansatz für die Abwehr von Luftbedrohungen.

Nächste Schritte

Airbus und Frankenburg planen, im weiteren Verlauf des Jahres 2026 weitere Flüge mit scharfer Gefechtsmunition durchzuführen. Ziel ist die vollständige Einsatzreife des Systems sowie die Präsentation gegenüber potenziellen Kunden.

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