Polen bestellt drei U-Boote vom Typ A26 bei Saab

Der schwedische Rüstungskonzern Saab hat mit der polnischen Rüstungsagentur einen Vertrag über drei U-Boote der A26-Klasse geschlossen. Das Auftragsvolumen liegt bei rund 4,2 Milliarden Euro; die letzten Boote sollen 2038 ausgeliefert werden.
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Foto: Saab

Der schwedische Rüstungskonzern Saab hat mit der polnischen Rüstungsagentur einen Vertrag über drei U-Boote der A26-Klasse geschlossen. Das Auftragsvolumen liegt bei rund 4,2 Milliarden Euro; die letzten Boote sollen 2038 ausgeliefert werden.

Saab hat am 29. Juni 2026 einen Vertrag mit der polnischen Rüstungsagentur (Agencja Uzbrojenia) unterzeichnet. Gegenstand der Vereinbarung sind Produktion und Lieferung von drei U-Booten des Typs A26 sowie ein Waffenpaket und ein Ausbildungs- und Unterstützungspaket. Das Auftragsvolumen beziffert das Unternehmen mit rund 47 Milliarden schwedischen Kronen, was nach aktuellem Wechselkurs etwa 4,2 Milliarden Euro entspricht. Die Auslieferung soll laufend erfolgen, die letzten Boote sind für 2038 vorgesehen.

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Abschluss eines langjährigen Beschaffungsverfahrens

Der Vertrag bildet den vorläufigen Abschluss des polnischen Beschaffungsprogramms „Orka“, das bereits 2014 angestoßen, in der Folge aber mehrfach verschoben wurde. Im November 2025 hatte Polen die A26 als bevorzugtes Modell ausgewählt. In dem Auswahlverfahren hatten sich nach Angaben polnischer Medien unter anderem die deutsche ThyssenKrupp Marine Systems, die französische Naval Group, die italienische Fincantieri, die spanische Navantia und die südkoreanische Hanwha Ocean beworben.

Zwischen der Auswahlentscheidung und der jetzigen Unterzeichnung lagen weitere Verhandlungen, in denen vor allem die industrielle Zusammenarbeit und der Technologietransfer strittig waren. Polen knüpfte den Abschluss an eine Beteiligung der heimischen Industrie. Im Vergleich zu früheren Schätzungen, die teils von rund zehn Milliarden Zloty ausgingen, fällt der nun vereinbarte Vertragswert deutlich höher aus – was auch auf das enthaltene Waffen- sowie Ausbildungs- und Unterstützungspaket zurückzuführen ist.

Technisches Profil und Einsatzzweck

Die A26 ist nach Herstellerangaben für die Bedingungen der Ostsee ausgelegt und auf einen möglichst geräuscharmen, schwer ortbaren Betrieb hin konstruiert. Saab verweist auf niedrige akustische und magnetische Signaturen sowie auf Fähigkeiten in den Bereichen Aufklärung, Überwachung und Reconnaissance. Das Boot nutzt einen außenluftunabhängigen Antrieb auf Stirling-Basis, der lange Tauchphasen ohne Auftauchen ermöglicht. Nach veröffentlichten Daten ist die Klasse rund 62 Meter lang und für eine Besatzung von bis zu 26 Personen ausgelegt; modulare Nutzlastbereiche erlauben unter anderem das Aussetzen unbemannter Unterwasserfahrzeuge.

Für Polen ersetzen die neuen Boote die alternde U-Boot-Komponente der Marine, die zuletzt im Wesentlichen auf ein einziges Boot sowjetischer Bauart der Kilo-Klasse gestützt war. Die Beschaffung gilt als Teil einer breiteren militärischen Modernisierung des Landes.

Industriebeteiligung und Übergangslösung

Saab verpflichtet sich, in Polen Kapazitäten für Wartung, Instandsetzung und Überholung (Maintenance, Repair and Overhaul) aufzubauen und dabei mit der polnischen Industrie zusammenzuarbeiten. Damit soll, so das Unternehmen, die strategische Eigenständigkeit Polens beim Betrieb der Boote gestützt werden. Als Partner auf polnischer Seite gilt unter anderem die staatliche Werftgruppe PGZ.

Um die Zeit bis zur Einsatzbereitschaft der A26 zu überbrücken, soll Polen das schwedische U-Boot HMS Södermanland betreiben. Diese Übergangslösung ist in einer gesonderten Vereinbarung zwischen Polen und Schweden geregelt und dient vor allem der Ausbildung der Besatzungen.

Sicherheitspolitischer Hintergrund

Mit dem Auftrag wird Polen nach Schweden der zweite Betreiber der A26-Klasse. Für Saab ist es der erste Exportkunde dieses Typs, dessen Entwicklung in Schweden mit Verzögerungen und Kostensteigerungen verbunden war. Beobachter ordnen die Beschaffung in den sicherheitspolitischen Kontext der Ostsee ein, deren Bedeutung für die NATO nach dem Beitritt Schwedens zugenommen hat. Polen und Schweden verbinden gemeinsame Interessen an der maritimen Sicherheit in der Region.

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