Die beiden Rüstungsunternehmen wollen das israelische System SkyStriker gemeinsam für die deutschen Streitkräfte anbieten und im Auftragsfall in Deutschland fertigen. Die Vereinbarung wurde auf der Berliner Luftfahrtmesse ILA unterzeichnet.
Elbit Systems und Diehl Defence haben am 11. Juni 2026 auf der ILA in Berlin eine Partnerschaftsvereinbarung geschlossen. Ziel ist es, der Bundeswehr das Loitering-Munition-System SkyStriker gemeinsam anzubieten und es bei einer Beauftragung zu produzieren und instand zu halten. Beteiligt ist auch die deutsche Tochtergesellschaft Elbit Systems Deutschland mit Sitz in Ulm. Unterzeichnet wurde die Vereinbarung unter anderem von Diehl-Defence-Chef Helmut Rauch sowie von Bezhalel Machlis, Präsident und CEO von Elbit Systems.

Das System SkyStriker
Beim SkyStriker handelt es sich um eine autonome Loitering Munition – einen unbemannten Flugkörper, der ein Zielgebiet anfliegt, dort kreist und ein zuvor festgelegtes Ziel nach Freigabe durch den Bediener bekämpft. Nach Herstellerangaben kann das System einen Gefechtskopf von bis zu zehn Kilogramm tragen und mehr als zwei Stunden in der Luft bleiben. Die Reichweite gibt Elbit in der Mitteilung mit über 200 Kilometern an. Als Startplattformen nennt das Unternehmen unter anderem landgestützte Fahrzeuge, Marineschiffe, Container, Flugzeuge sowie den Raketenwerfer EuroPULS.
Der SkyStriker wird seit 2017 vermarktet und ist international im Einsatz, unter anderem in Indien und bei einem nicht namentlich genannten europäischen Kunden. Der Antrieb erfolgt elektrisch, was eine geringe akustische Signatur ermöglicht.
Fertigung in Deutschland vorgesehen
Die Vereinbarung sieht vor, dass im Falle einer Beauftragung Fertigungs-, Montage-, Integrations- und Qualifizierungsarbeiten bei Diehl Defence in Deutschland angesiedelt werden. Beide Unternehmen verweisen darauf, dass dies die nationale industrielle Basis stärken und souveräne Fähigkeiten aufbauen solle. Rauch hob hervor, dass die Kooperation sowohl die deutschen Fähigkeiten in diesem Segment als auch die heimische Verteidigungsindustrie stärke. Machlis verwies auf die bestehende Präsenz von Elbit in Europa und das Ziel, die Erfahrung von Diehl in Systemintegration und Produktion mit der Drohnentechnologie von Elbit zu verbinden.
Die Partnerschaft baut auf einer bereits bestehenden Zusammenarbeit auf: Elbit und Diehl Defence kooperieren seit September 2024 bei Raketenmunition für die Werfersysteme PULS und EuroPULS. Für EuroPULS hatten Elbit und KNDS Deutschland im Frühjahr 2026 zudem das gemeinsame Unternehmen EuroPULS GmbH mit Sitz in Kassel gegründet.
Einordnung: Beschaffung von Loitering Munition
Im Februar und April 2026 schloss das Beschaffungsamt BAAINBw erste Rahmenverträge mit den deutschen Herstellern Helsing, Stark und Rheinmetall über Systeme mittlerer Reichweite ab. Als erster Verband soll die in Litauen stationierte Panzerbrigade 45 bis 2027 ausgestattet werden.
Nach Angaben aus dem Heer sollen darüber hinaus Systeme kurzer Reichweite auf Bataillonsebene sowie Systeme großer Reichweite auf Divisions- und Korpsebene eingeführt werden. Entsprechende Verträge werden Branchenberichten zufolge gegen Ende 2026 oder Anfang 2027 erwartet. In diese Kategorie großer Reichweite zielt das nun von Elbit und Diehl beworbene System.
Über die Unternehmen
Diehl Defence mit Sitz in Überlingen ist auf Luftverteidigungssysteme, Lenkflugkörper und Munition spezialisiert und beschäftigt nach eigenen Angaben rund 6.000 Mitarbeiter bei einem Jahresumsatz von über 2,5 Milliarden Euro. Elbit Systems ist ein israelischer Verteidigungskonzern; die deutsche Tochter Elbit Systems Deutschland in Ulm konzentriert sich auf Funkkommunikation, Sensorik, Führungssysteme, elektronische Kampfführung und unbemannte Systeme.
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