Ukraine und Schweden vereinbaren Gripen-Beschaffung

Schweden will der Ukraine 16 gebrauchte Gripen-Jets schenken und den Kauf von bis zu 20 modernen Maschinen ermöglichen. Eine Absichtserklärung beider Länder sieht langfristig die Lieferung von bis zu 150 Flugzeugen vor.
Foto: SAAB


Schweden will der Ukraine 16 gebrauchte Gripen-Jets schenken und den Kauf von bis zu 20 modernen Maschinen ermöglichen. Eine Absichtserklärung beider Länder sieht langfristig die Lieferung von bis zu 150 Flugzeugen vor.

Schwedens Ministerpräsident Ulf Kristersson und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj haben am 28. Mai gemeinsam angekündigt, dass die Ukraine in einem ersten Schritt bis zu 20 Kampfflugzeuge des Typs Gripen E/F erwerben will. Parallel dazu beabsichtigt Schweden, bis zu 16 ältere Maschinen der Variante Gripen C/D an Kiew abzugeben. Die schwedische Regierung kündigte zugleich an, Mittel zur Ersatzbeschaffung für die abgegebenen Flugzeuge bereitzustellen. Bekanntgegeben wurden die Pläne bei einer gemeinsamen Pressekonferenz auf einem Luftwaffenstützpunkt bei Uppsala, rund 70 Kilometer nördlich von Stockholm.

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Lieferungen in mehreren Etappen

Nach Angaben der beiden Regierungschefs sollen die 16 gespendeten Gripen C/D Anfang 2027 in die Ukraine gelangen. Die moderneren Maschinen vom Typ Gripen E/F sollen den schwedischen Angaben zufolge ab 2030 ausgeliefert werden; ein endgültiges Abkommen wolle man zügig abschließen. Die Beschaffung der neueren Variante ist in mehreren Tranchen geplant.

Der Hersteller Saab teilte mit, den Prozess zu unterstützen, betonte aber, bislang weder einen Vertrag unterzeichnet noch einen Auftrag erhalten zu haben. Saab-Chef Micael Johansson hatte Anfang Mai erklärt, ein Liefervertrag könne innerhalb weniger Monate zustande kommen; das Unternehmen könne derzeit 20 bis 30 Maschinen pro Jahr fertigen und plane einen Ausbau der Kapazitäten.

Grundlage durch frühere Absichtserklärung

Die aktuelle Ankündigung baut auf einer Absichtserklärung auf, die beide Länder im Oktober 2025 bei einem Besuch Selenskyjs im südschwedischen Linköping unterzeichnet hatten. Diese Vereinbarung sah eine Zusammenarbeit im Bereich der Luftverteidigung sowie perspektivisch den Erwerb von 100 bis 150 Gripen-E-Maschinen vor. Selenskyj äußerte bei der Pressekonferenz die Hoffnung, die volle Stückzahl beschaffen zu können, sofern die Finanzierung gesichert werde.

Zur Finanzierung des Kaufs ist nach Medienberichten ein Beitrag aus einem EU-Kreditprogramm für die Ukraine vorgesehen. Konkrete Angaben zu Finanzierung, Lieferplänen und Verhandlungszeitplan machten weder Saab noch die schwedische Regierung in der offiziellen Mitteilung.

Hintergrund: Gripen und die ukrainische Luftwaffe

Die ukrainische Luftwaffe setzt derzeit eine Mischung aus Flugzeugen sowjetischer Bauart und westlichen Mustern ein, darunter die F-16. Der Gripen gilt als vergleichsweise kostengünstig sowie wartungsarm und kann von kurzen Pisten sowie von Behelfsstart- und -landebahnen wie Straßen aus operieren. Diese Fähigkeit zum dezentralen Einsatz wird als militärischer Vorteil unter Kriegsbedingungen bewertet, da sie die Maschinen weniger anfällig für Angriffe auf feste Flugplätze macht.

Die neuere Variante Gripen E/F unterscheidet sich technisch deutlich von den älteren C/D-Modellen. Sie verfügt unter anderem über ein elektronisch gesteuertes Radar (AESA), ein modernisiertes System zur elektronischen Kampfführung und ein Triebwerk vom Typ General Electric F414. Sollte der Kauf zustande kommen, wäre die Ukraine der erste Betreiber, der den Gripen unter aktiven Kriegsbedingungen einsetzt.

Schweden zählt zu den größten Unterstützern der Ukraine. Nach eigenen Angaben hat das Land bislang militärische und zivile Hilfe im Umfang von rund 128 Milliarden schwedischen Kronen geleistet und für dieses und das kommende Jahr weitere Mittel vorgesehen. Saab vermarktet den Gripen seit längerem auch international; im August 2025 hatte etwa Thailand den Kauf mehrerer Maschinen des Typs E/F bestätigt.

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