Mit 13,5 Milliarden Euro hat KNDS 2025 so viele neue Aufträge verbucht wie nie zuvor. Auch Umsatz und operatives Ergebnis legten deutlich zu.
Umsatz und Ergebnis
Der in Amsterdam ansässige Konzern KNDS N.V. teilte am 26. Mai 2026 mit, dass sein Umsatz 2025 um 15,9 Prozent auf 4,4 Milliarden Euro gestiegen sei. Wachstum verzeichneten alle Geschäftsbereiche: Das deutsche Landsystemgeschäft erreichte 2,5 Milliarden Euro (plus 17,4 Prozent), die französische Sparte 1,3 Milliarden Euro (plus 9,6 Prozent), das Munitionsgeschäft 612 Millionen Euro (plus 24,7 Prozent). Das operative Ergebnis (EBIT) stieg auf 661 Millionen Euro, was einer Marge von 15 Prozent entspricht, nach 13,2 Prozent im Vorjahr. Die Belegschaft wuchs um 7,3 Prozent auf rund 11.000 Beschäftigte; für 2026 sind weitere Einstellungen sowie Investitionen in Fertigung und Forschung geplant.

Rekord beim Auftragsbestand
Besonders deutlich legte der Auftragsbestand zu: Er kletterte von 23,5 Milliarden Euro Ende 2024 auf 33,1 Milliarden Euro Ende 2025. Der Auftragseingang erreichte mit 13,5 Milliarden Euro einen Höchstwert. Nach Konzernangaben kamen die Bestellungen aus zahlreichen europäischen Ländern und damit auch über die beiden Heimatmärkte Frankreich und Deutschland hinaus. KNDS beliefert nach eigenen Angaben mehr als 40 Streitkräfte weltweit; eigene Systeme sind unter anderem in der Ukraine im Einsatz, woraus der Konzern Feedback für Produktverbesserungen zieht.
Produkte und Produktionsausbau
Im Berichtsjahr lief die Fertigung mehrerer Schlüsselsysteme an. Für den Kampfpanzer Leopard 2 A8 liegen den Angaben zufolge feste Bestellungen über mehr als 300 Einheiten aus Tschechien, den Niederlanden und Kroatien vor. Die Produktion der Radhaubitze CAESAR im französischen Roanne wurde durch Aufträge aus Litauen und Kroatien ausgeweitet. Hinzu kamen mehr als 500 weitere Gefechts- und Unterstützungsfahrzeuge, darunter 222 Boxer RCT 30, 84 Radhaubitzen RCH 155 und 200 zusätzliche Puma.
Zum Kapazitätsausbau schloss KNDS unter anderem ein Rahmenabkommen mit Alstom über den Standort Görlitz, der in das Produktionsnetz eingegliedert wird. In Belgien nahm der Konzern eine zusätzliche automatisierte Fertigungslinie für 155-mm-Munition in Betrieb. Bei der Entwicklung künftiger Systeme verwies das Unternehmen auf Drohnenabwehr-Fähigkeiten und auf die Munition vom Typ Damocles, die Ende 2025 bei der französischen Armee in Dienst gestellt wurde. Beim deutsch-französischen Panzerprojekt MGCS gründete KNDS gemeinsam mit Rheinmetall Landsysteme und Thales eine Projektgesellschaft.
Geplanter Börsengang
KNDS bereitet nach eigener Darstellung mit Unterstützung des Verwaltungsrats einen Börsengang im Jahr 2026 vor, mit einer Doppelnotierung in Frankfurt und Paris und vorbehaltlich der Marktbedingungen. Medienberichten zufolge peilen Banken den Schritt für Juni oder Juli an; eine Bewertung von rund 20 Milliarden Euro und der Verkauf von etwa einem Viertel der Anteile werden genannt. Voraussetzung ist der Abschluss der PwC-Prüfung des Geschäftsberichts 2025. Diese verzögerte sich durch eine interne Untersuchung. KNDS bestätigt in der Mitteilung selbst eine unabhängige Untersuchung zu einem Altgeschäft mit den Streitkräften Katars aus dem Jahr 2013; sie sei weit genug fortgeschritten, um den Jahresabschluss abzuschließen.
Ein Markt im Aufwind
Nach Daten des Friedensforschungsinstituts SIPRI stiegen die weltweiten Militärausgaben 2025 auf rund 2.887 Milliarden US-Dollar; die Ausgaben in Europa legten dabei um 14 Prozent auf 864 Milliarden Dollar zu. Die europäischen NATO-Mitglieder erhöhten ihre Ausgaben so schnell wie seit 1953 nicht mehr. Deutschland war 2025 mit 114 Milliarden Dollar der größte Militärausgabenträger Europas (ohne Russland). Auf EU-Ebene erreichten die Verteidigungsausgaben 2024 laut Rat der EU 343 Milliarden Euro und sollen 2025 auf rund 381 Milliarden Euro steigen. Beim NATO-Gipfel 2025 in Den Haag verständigten sich die Mitglieder zudem auf ein neues Ausgabenziel von 5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts bis 2035.
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