TKMS modernisiert griechische U-Boote der Klasse 214

TKMS modernisiert griechische U-Boote der Klasse 214
Klasse 214 | Foto: GDK – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=7555038

Der deutsche Marineschiffbauer TKMS und die griechische Werft Skaramangas Shipyards werden gemeinsam die vier U-Boote der Klasse 214 der griechischen Marine modernisieren. Ein wesentlicher Teil der Arbeiten soll in Griechenland stattfinden.

Kiel, 29. April 2026 – TKMS und Skaramangas Shipyards haben eine exklusive Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung des sogenannten Mid-Life-Upgrade-Programms (MLU) für die vier U-Boote der HDW-Klasse 214 der griechischen Marine geschlossen. Die Modernisierung soll die Lebensdauer der Boote verlängern und ihre Einsatzfähigkeit an aktuelle technologische und sicherheitspolitische Anforderungen anpassen.

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Inhalt der Partnerschaft

TKMS tritt in dem Programm als Originalhersteller (Original Equipment Manufacturer, OEM) der Plattform auf und verantwortet die Lieferung der Materialpakete. Diese Konstellation soll nach Angaben des Unternehmens eine vollständige Systemkompatibilität, die Integration neuer Technologien sowie einen kontinuierlichen Zugang zu technischen Daten und Ersatzteilen sicherstellen. Damit sollen technische und programmatische Risiken reduziert und die Einsatzbereitschaft der Boote erhalten bleiben.

Geplant ist zudem ein hoher Anteil lokaler Wertschöpfung: Wesentliche Teile der Modernisierungsarbeiten sollen in Griechenland erbracht werden. Das soll qualifizierte Arbeitsplätze schaffen, Technologietransfer ermöglichen und die nationalen Fähigkeiten im Bereich der maritimen Verteidigung stärken. TKMS-Vertriebsvorstand Thomas Keupp hob hervor, dass die Verbindung von OEM-Expertise und lokaler Industriebeteiligung die Seeverteidigungsfähigkeiten Griechenlands langfristig sichern solle. Skaramangas-CEO Miltiadis Varvitsiotis bezeichnete die Kooperation als wichtigen Schritt für die griechische Schiffbauindustrie und das Verteidigungsökosystem des Landes.

Technische Ziele der Modernisierung

Die geplanten Umrüstungen zielen auf eine verbesserte Interoperabilität, die Integration moderner Kampfsysteme und die Anpassung an europäische Verteidigungsstandards ab. Das Programm soll zudem Grundlage für eine längerfristige Flottenplanung der griechischen Marine sein. Dazu zählen laut TKMS auch mögliche künftige Beschaffungen von U-Boot-Plattformen einer neuen Generation sowie die Einführung gemeinsamer Systeme über die Flotte hinweg.

Hintergrund: Die Klasse 214 in Griechenland

Die Klasse 214 ist ein konventionell angetriebenes Jagd-U-Boot mit außenluftunabhängigem Antriebssystem (AIP) auf Brennstoffzellenbasis, das von HDW – heute Teil von TKMS – entwickelt wurde. Die griechischen Boote sind rund 65 Meter lang, 6,3 Meter breit und verdrängen getaucht etwa 1.860 Tonnen. Sie erreichen unter Wasser bis zu 22 Knoten und werden von einer Besatzung von rund 27 bis 40 Soldaten gefahren.

Griechenland bestellte die ersten drei Boote bereits im Februar 2000, eine vierte Einheit folgte 2002. Das Typschiff Papanikolis (S-120) wurde bei HDW in Kiel gebaut, die drei weiteren Einheiten – Pipinos, Matrozos und Katsonis – entstanden auf der Werft in Skaramangas bei Athen. Die Indienststellung war von erheblichen Verzögerungen und einem öffentlich ausgetragenen Streit über technische Mängel und Zahlungsrückstände in Höhe von rund 520 Millionen Euro begleitet. Erst 2010 wurde der Konflikt beigelegt; alle vier Boote wurden anschließend in Dienst gestellt.

Die Werft Skaramangas, lange in finanziellen Schwierigkeiten, wurde 2023 vom griechischen Reeder Georgios Prokopiou für rund 77 Millionen Euro übernommen. Sie gilt als größte Werft des Landes. Bereits im Juli 2025 hatten TKMS und Skaramangas eine Absichtserklärung zur Modernisierung der vier griechischen U-Boote unterzeichnet; die nun geschlossene Vereinbarung konkretisiert diese Pläne.

Einordnung

Die Kooperation fügt sich in eine Reihe jüngerer Aktivitäten von TKMS in Griechenland ein, darunter eine separate Vereinbarung mit Thales zur Modernisierung griechischer Fregatten. Über die Modernisierung hinaus stellt die Vereinbarung nach Angaben beider Unternehmen eine Grundlage für künftige Wartungsarbeiten und potenzielle Neubauprogramme dar. TKMS beschäftigt nach eigenen Angaben über 9.100 Mitarbeitende an den Standorten Kiel, Wismar und Itajaí (Brasilien) sowie weiteren Niederlassungen.

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