Bundeswehr entwickelt störsicheren Truppenfunk mit europäischen Partnern

Bundeswehr entwickelt störsicheren Truppenfunk mit europäischen Partnern
Foto: Bundeswehr/Jana Neumann

Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestags hat am 22. April 2026 ein Rüstungsvorhaben zur Entwicklung eines weniger störanfälligen Truppenfunks genehmigt. Das Projekt ist Teil einer multinationalen europäischen Initiative und soll die Kommunikationsfähigkeit der Streitkräfte im taktischen Einsatz verbessern.

Parlamentarische Freigabe

Der Haushaltsausschuss erteilte seine Zustimmung zu einem Vertrag, der die Entwicklung und Weiterführung der neuen Funktechnologie bis zur Serienreife abdeckt. Damit kann Deutschland die Beteiligung am laufenden Programm offiziell fortsetzen – nachdem der Ausschuss eine früher geplante Beratung zu dem Änderungsvertrag zunächst abgesetzt hatte.

Das ESSOR-Programm

Das Vorhaben ist Teil des multinationalen Programms European Secure Software Defined Radio (ESSOR), an dem neben Deutschland auch Finnland, Frankreich, Italien, Polen und Spanien beteiligt sind. Ziel ist die Entwicklung gemeinsamer, interoperabler Wellenformen für militärische Funksysteme – also technischer Standards, die es erlauben, dass Funkgeräte verschiedener Bündnispartner miteinander kommunizieren können. Das Programm wird von der europäischen Beschaffungsagentur OCCAR geführt.

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Schmalband statt Breitband

Ein zentrales Element der neuen Funktechnologie sind schmalbandige Verbindungen, sogenannte Narrowband Waveforms (ENBWF). Schmalbandige Übertragungen gelten als deutlich widerstandsfähiger gegenüber gezielten Störangriffen als herkömmliche breitbandige Lösungen. Gleichzeitig stellt die neue Wellenform sicher, dass unbefugte Dritte die Kommunikation nicht mithören können.

Einbettung in die Digitalisierung der Landstreitkräfte

Die ESSOR-Wellenformen sollen künftig auf Software Defined Radios (SDR) implementiert werden, die der Hersteller Rohde & Schwarz im Rahmen des Bundeswehr-Programms zur Digitalisierung Landbasierter Operationen (D-LBO) liefert. Software-definierte Funkgeräte zeichnen sich dadurch aus, dass Übertragungsstandards per Software angepasst werden können, ohne die Hardware auszutauschen – ein wesentlicher Vorteil für die Zukunftsfähigkeit der Systeme.

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