Verteidigungsministerium plant den Kauf von vier MEKO A-200 DEU Fregatten

Verteidigungsministerium plant den Kauf von vier MEKO A-200 DEU Fregatten
MEKO A-200 DEU | Foto: TKMS

Der Haushaltsausschuss des Bundestags hat am 18. März 2026 den nächsten Schritt zur Beschaffung von vier U-Boot-Jagd-Fregatten des Typs MEKO A-200 DEU gebilligt. Der Schritt ist eine direkte Reaktion auf die anhaltenden Verzögerungen beim Fregattenprojekt F126.

Zwei Vorhaben laufen parallel

Das Bundesministerium der Verteidigung (BMVg) verfolgt derzeit eine Doppelstrategie: Auf der einen Seite laufen Verhandlungen mit Naval Vessels Lürssen (NVL) über die Fortführung des seit Jahren stockenden Projekts F126 – dem bislang größten Beschaffungsvorhaben der Deutschen Marine mit einem Gesamtvolumen von bis zu zehn Milliarden Euro. Auf der anderen Seite soll die Beschaffung von vier Fregatten des Typs MEKO A-200 DEU als Brückenlösung und Ergänzung die entstehende Fähigkeitslücke schließen. Das BMVg betont ausdrücklich, dass die MEKO-Beschaffung keine Vorentscheidung gegen die Fortführung von F126 darstellt.

F126: Verzögerung als Auslöser

Hintergrund ist das seit Jahren problembehaftete F126-Programm. Der ursprüngliche Generalunternehmer, das niederländische Unternehmen Damen Naval, hatte sich mit der Softwareintegration und dem Transfer von Konstruktionsdaten festgefahren. Die erste von sechs geplanten Fregatten, die die in die Jahre gekommene Brandenburg-Klasse ablösen sollen, ist frühestens für das zweite Halbjahr 2031 realistisch – und auch das nur unter bestimmten Bedingungen. Als potenzieller neuer Generalunternehmer ist NVL im Gespräch, das zwischenzeitlich von der Lürssen-Gruppe an Rheinmetall verkauft und in Rheinmetall Naval Systems umbenannt wurde.

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MEKO A-200 DEU: Vorvertrag seit Januar

Hersteller der MEKO-Fregatten ist ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS). Der Abkürzung MEKO – für „Mehrzweck-Kombination“ – liegt ein modulares Baukastenprinzip zugrunde, das sich für verschiedene Schiffstypen von der Korvette bis zur Fregatte einsetzen lässt und bei zahlreichen Marinen weltweit erprobt ist. Bereits am 28. Januar 2026 hatte der Haushaltsausschuss einem Vorvertrag zugestimmt, der Arbeiten im Umfang von bis zu 50 Millionen Euro abdeckte. Der nun gebilligte erste Änderungsvertrag verlängert und erweitert diesen Vorvertrag bis zum 30. Juni 2026 und stellt dafür rund 240 Millionen Euro aus dem Sondervermögen Bundeswehr bereit.

Was die Mittel ermöglichen

Konkret erlauben die freigegebenen Mittel dem Hersteller, Fertigungskapazitäten bei Unterauftragnehmern und Lieferanten zu sichern sowie Material, Anlagen und Geräte zu bestellen. Stahlarbeiten können damit eingeleitet werden, noch bevor ein verbindlicher Bauvertrag abgeschlossen ist. Die Verlängerung des Vorvertrags war laut BMVg notwendig, weil Zwischenschritte wie Angebotsauswertung, Preisprüfung und formelle Vertragsgestaltung noch nicht abgeschlossen sind. Der geschätzte Stückpreis liegt bei rund einer Milliarde Euro pro Einheit.

NATO-Forderungen als Trieber

Das Ziel ist klar terminiert: Das erste Schiff soll bis Ende Dezember 2029 ausgeliefert werden, weitere Einheiten sollen in Abständen von unter zwölf Monaten folgen. Damit will Deutschland einer NATO-Forderung nach leistungsfähigen U-Boot-Jagd-Kapazitäten nachkommen. Die Relevanz dieser Fähigkeit ist zuletzt gestiegen: Im Rahmen von NATO-Übungen wie „Steadfast Dart 2026″ im Ostseeraum und innerhalb der Initiative zur Sicherung kritischer Unterwasserinfrastruktur im Hohen Norden arbeiten die Bündnispartner intensiv an einem gemeinsamen Lagebild und koordinierten Anti-U-Boot-Operationen.

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