Fürstenfeldbruck wird wieder Ausbildungsstandort der Luftwaffe

Im neu aufgestellten Luftwaffenausbildungsbataillon 2 haben am 1. Oktober 2026 die ersten Rekrutinnen und Rekruten ihren Dienst angetreten. Der Fliegerhorst Fürstenfeldbruck, der ursprünglich geschlossen werden sollte, wird damit wieder zum Ausbildungsstandort der Bundeswehr.
Foto: DVIDS / Sgt. Audrequez Evans

Im neu aufgestellten Luftwaffenausbildungsbataillon 2 haben am 1. Oktober 2026 die ersten Rekrutinnen und Rekruten ihren Dienst angetreten. Der Fliegerhorst Fürstenfeldbruck, der ursprünglich geschlossen werden sollte, wird damit wieder zum Ausbildungsstandort der Bundeswehr.

    Seit dem 1. Oktober 2026 bildet die Luftwaffe Rekrutinnen und Rekruten im Luftwaffenausbildungsbataillon 2 (LwAusbBtl 2) aus. Zum Start traten die ersten Rekrutinnen und Rekruten in der 8. Kompanie auf dem Fliegerhorst Fürstenfeldbruck und in der 11. Kompanie in Roth an. Nach Angaben der Bundeswehr ist das Bataillon inzwischen die größte Dienststelle am Fliegerhorst Fürstenfeldbruck, wo knapp 200 Soldatinnen und Soldaten stationiert sind.

    Am ersten Ausbildungstag besuchte der Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Holger Neumann, das Bataillon in Fürstenfeldbruck. Er verglich den Dienstbeginn der Rekrutinnen und Rekruten mit seinem eigenen ersten Tag in der Bundeswehr im Juli 1988. Zugleich stellte er fest, dass der zur Schließung vorgesehene Standort mit der Neuaufstellung wieder an Bedeutung gewinne.

    Standort Fürstenfeldbruck bleibt erhalten

    Der Fliegerhorst Fürstenfeldbruck gilt als „Wiege der Luftwaffe“. Seit der Stationierung amerikanischer Streitkräfte nach dem Zweiten Weltkrieg wird er auch „Fursty“ genannt. Der Standort sollte ursprünglich aufgegeben werden, die Stadt Fürstenfeldbruck plante eine zivile Nachnutzung des Geländes. Diese Pläne wurden aufgrund der veränderten sicherheitspolitischen Lage gestoppt. Die Offizierschule der Luftwaffe war bereits 2025 von Fürstenfeldbruck nach Roth umgezogen.

    Im Juli 2026 entschied Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius, ein zweites Ausbildungsbataillon der Luftwaffe aufzustellen und in Fürstenfeldbruck zu stationieren. Das Bundesministerium der Verteidigung begründete dies mit dem deutlich steigenden Bedarf an Ausbildungskapazitäten infolge wachsender Rekrutenzahlen und der Umsetzung des Neuen Wehrdienstes. Der Standort nahe dem Ballungsraum München soll vielen Wehrdienstleistenden einen heimatnahen Dienstbeginn ermöglichen und auf vorhandene Infrastruktur sowie Ausbildungs- und Übungsmöglichkeiten zurückgreifen. Das bislang einzige Ausbildungsbataillon der Luftwaffe, das Luftwaffenausbildungsbataillon 1, befindet sich in Germersheim (Rheinland-Pfalz).

    Heimatnahe Ausbildung und breite Altersstruktur

    Die neuen Rekrutinnen und Rekruten stammen überwiegend aus Bayern. Die heimatnahe Ausbildung soll den Neuen Wehrdienst attraktiver machen. Einige kommen aus weiter entfernten Regionen und haben sich bewusst für die ersten drei Monate im Süden entschieden. Wo die anschließende Ausbildung für die jeweilige Verwendung stattfindet, stand bereits bei der Heranziehung fest.

    Die Altersspanne reicht von 17-Jährigen, die mit Zustimmung ihrer Eltern eingetreten sind, bis zu über 30-Jährigen, die aufgrund ihrer zivilberuflichen Qualifikation mit einem höheren Dienstgrad eingestellt wurden. Auch die Verpflichtungszeiten unterscheiden sich: Sie liegen zwischen sechs Monaten für Freiwillig Wehrdienstleistende und 16 Jahren für Offizieranwärterinnen und Offizieranwärter.

    Heimatschutzausbildung ersetzt Grundausbildung

    An die Stelle der bisherigen teilstreitkraftbezogenen Grundausbildung ist die Heimatschutzausbildung Streitkräfte getreten. Am Luftwaffenstandort nehmen daher auch Angehörige anderer Teilstreitkräfte teil, darunter eine Marinesoldatin im Dienstgrad Matrose und ein Soldat des Heeres im Dienstgrad Schütze.

    Nach Angaben der Bundesregierung durchlaufen seit dem 1. Mai 2026 alle Rekrutinnen und Rekruten unabhängig von Teilstreitkraft und Laufbahn dieselbe dreimonatige Ausbildung. Sie umfasst unter anderem Gefechtsdienst aller Truppen, Schießausbildung mit dem Gewehr, Drohnenausbildung, Innere Führung einschließlich Grundlagen des Wehrrechts, ABC-Abwehr, Wachdienst, Formaldienst, Sport sowie die Ausbildung zum Einsatzersthelfer A. Erfahrungen aus aktuellen Konflikten wie dem Krieg in der Ukraine, etwa beim Einsatz von Drohnen und dem Schutz vor ihnen, fließen in die Inhalte ein.

    In Fürstenfeldbruck begann die Formalausbildung noch am Nachmittag des ersten Tages, nachdem die Rekrutinnen und Rekruten ihre Stuben bezogen hatten. Danach folgten die Einkleidung und die schrittweise Ausgabe der weiteren Ausrüstung.

    Aufwuchs auf sieben Kompanien bis 2030

    Dem Bataillon unterstehen derzeit die 8. Kompanie in Fürstenfeldbruck und die 11. Kompanie in Roth. In Roth traten am 1. Oktober 2026 insgesamt 140 Rekrutinnen und Rekruten an, darunter 23 Frauen. Mehr als 80 von ihnen haben sich für eine Offizierausbildung entschieden. Am 2. November 2026 soll in der Lechfeldkaserne in Untermeitingen die 13. Kompanie aufgestellt werden. Die Karrierecenter registrieren dafür derzeit weitere Bewerberinnen und Bewerber, genaue Zahlen liegen noch nicht vor.

    Bis 2030 soll das Bataillon sieben Kompanien an drei Standorten umfassen. Medienberichten zufolge ist ein Umfang von bis zu 600 Soldatinnen und Soldaten vorgesehen. Die offizielle Indienststellung ist für den 11. November 2026 geplant. Bei dem öffentlichen Appell vor der Klosterkirche Fürstenfeld legen die neuen Rekrutinnen und Rekruten zugleich ihr feierliches Gelöbnis ab. Die Bevölkerung ist eingeladen.

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