Die Bundeswehr rechnet damit, die ersten Serienfahrzeuge des Husky 3 im Laufe des Novembers zu erhalten. Das teilte ein Sprecher des Bundesamts für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBw) auf Nachfrage von Sicherheit & Verteidigung mit. Im Juli hatte das Amt den Start der Serienauslieferung noch für September 2026 in Aussicht gestellt.
Nach Angaben des Sprechers ist es aufseiten des Auftragnehmers zu einzelnen Verzögerungen im Projektverlauf gekommen. Worin diese bestehen, erläuterte das BAAINBw nicht. Hersteller des Fahrzeugs ist die schwedische BAE Systems Hägglunds.
Zeitplan um rund ein Jahr verschoben
Ursprünglich war ein deutlich früherer Beginn vorgesehen. Als der Haushaltsausschuss des Bundestages im März 2023 das zweite Los über 227 Fahrzeuge für rund 919 Millionen Euro billigte, kündigte das Verteidigungsministerium die ersten Exemplare ab November 2025 an; bis 2030 sollten alle Fahrzeuge geliefert sein. Gemessen an dieser Planung beträgt die Verzögerung inzwischen rund ein Jahr.
Damals hatte das Amt zudem mitgeteilt, dass die Auslieferung des letzten der 367 bestellten Fahrzeuge weiterhin für 2030 geplant sei.
Nachweismuster seit September 2025
Statt der ersten Serienfahrzeuge erhielt die Bundeswehr im September 2025 zunächst ein Nachweismuster. Die ersten drei Fahrzeuge wurden damals im schwedischen Örnsköldsvik an die Bestellernationen Schweden, Deutschland und Großbritannien übergeben. Die Muster dienen der sogenannten integrierten Nachweisführung. Nach den Vorschriften der Bundeswehr werden darin die Leistungsnachweise des Herstellers, die Überprüfung der Leistungswerte und die Einsatzprüfung zusammengeführt, um festzustellen, ob ein Produkt für den vorgesehenen Zweck geeignet ist und dem Vertrag entspricht.
Die Erprobung war unter anderem in Norwegen, in wüstenähnlichen Gebieten Spaniens sowie in den deutschen und österreichischen Alpen vorgesehen. Das Fahrzeug muss bei Außentemperaturen zwischen minus 50 und plus 70 Grad Celsius einsetzbar sein. Zudem wird die Einrüstung der Kommunikationsmittel aus dem Digitalisierungsprojekt D-LBO vorbereitet.
Multinationale Beschaffung
Mit dem Vorhaben „Überschneefahrzeug Neue Generation“ sollen die bisherigen Fahrzeuge vom Typ Bv206 S/D ersetzt werden. Beschafft wird der Husky 3, der auf dem BvS10 basiert, im multinationalen Programm „Collaborative All Terrain Vehicle“ (CATV) gemeinsam mit Schweden und Großbritannien. Grundlage der Kooperation ist eine Absichtserklärung der drei Staaten vom 5. März 2020. Die schwedische Beschaffungsbehörde FMV schloss als zentrale Beschaffungsstelle im Dezember 2022 einen Rahmenvertrag mit BAE Systems Hägglunds. Der erste Abruf umfasste 436 Fahrzeuge, davon 236 für Schweden, 140 für Deutschland und 60 für Großbritannien.
Mit dem zweiten Los stieg die deutsche Bestellung auf 367 Fahrzeuge für insgesamt rund 1,388 Milliarden Euro. Finanziert wird das Vorhaben aus dem Sondervermögen Bundeswehr. Der Gesamtbedarf bis 2031 lag zuletzt bei 664 Fahrzeugen. Zu dieser Zahl äußert sich das BAAINBw nicht; über ein mögliches weiteres Beschaffungsverfahren will das Amt nach Vertragsschluss beziehungsweise parlamentarischer Befassung informieren.
Hauptnutzer Gebirgsjägertruppe
Hauptnutzer des Husky 3 wird die Gebirgsjägerbrigade 23. Bestellt sind die Varianten Führungsfahrzeug, Gruppentransportfahrzeug sowie Logistikfahrzeug mit Pritsche und mit Wechselladesystem. Weitere Versionen, etwa als Mörserplattform oder Sanitätsfahrzeug, sind technisch möglich.
Der Bv206D ist seit 1984 bei der Bundeswehr im Einsatz. Der Planung vom Oktober 2025 zufolge soll er bis 2027 schrittweise abgelöst werden. Die geschützte Variante Bv206S soll noch bis 2035 genutzt und danach voraussichtlich ebenfalls durch den Husky 3 ersetzt werden.
