Heimatschutzdivision übt erstmals im öffentlichen Raum

Heimatschutzdivision übt erstmals im öffentlichen Raum
Foto: Bundeswehr/Carl Schulze

Vom 18. September bis 2. Oktober 2026 trainieren Heimatschutzkräfte des Heeres in Sachsen-Anhalt und Rheinland-Pfalz außerhalb von Truppenübungsplätzen. Bei der Übung VIGILANT ROLAND II geht es um den Schutz verteidigungswichtiger Infrastruktur und um die Abwehr von Drohnen.

Autobahnbrücke und Konvoi-Rastplatz als Übungsobjekte

Ein Schwerpunkt der Übung liegt in der Nähe von Stendal in Sachsen-Anhalt. Dort sichern die Soldatinnen und Soldaten eine Autobahnbrücke. Sie dient als Beispiel für verteidigungswichtige Infrastruktur. Trainiert wird auch die Abwehr möglicher Bedrohungen, etwa durch Drohnen.

Bei Altengrabow sichern die Heimatschutzkräfte zudem ein sogenanntes Convoy Support Center (CSC). Dabei handelt es sich um einen Rastplatz, an dem militärische Konvois auf dem Marsch halten, sich versorgen und ruhen können. Welche Übungsanteile in Rheinland-Pfalz stattfinden, geht aus der Mitteilung der Division nicht hervor.

Rund 450 Soldaten aus zwei Regimentern

An der Übung nehmen insgesamt rund 450 Soldatinnen und Soldaten teil. Sie gehören zu zwei Verbänden:

  • dem Heimatschutzregiment 4, das in Schleswig-Holstein und Niedersachsen stationiert ist,
  • dem Heimatschutzregiment 6 mit Sitz in Möckern in Sachsen-Anhalt.

Die meisten Beteiligten sind Reservistinnen und Reservisten. Die Bundeswehr betont, dass sie Erfahrung aus ihren zivilen Berufen und aus früheren militärischen Verwendungen mitbringen und fest in die Truppe eingebunden sind.

Zweite Übung nach VIGILANT ROLAND I

VIGILANT ROLAND II ist die zweite Übung dieser Reihe. Die erste Übung fand im Mai noch auf Truppenübungsplätzen statt, an mehreren Standorten in Bayern, Hessen und Niedersachsen. Beteiligt waren damals mehr als 600 Soldatinnen und Soldaten aus vier Heimatschutzregimentern und dem Divisionsstab in Berlin. Ein Kernpunkt war die Sicherung militärischer Kolonnen. Nach Darstellung der Bundeswehr wurde diese Fähigkeit um die Drohnenabwehr erweitert, zum Teil mit scharfer Munition auf einem Übungsplatz. Heimatschutzkräfte sicherten dabei unter anderem auf dem Truppenübungsplatz Bergen die Bahnentladung von Kettenfahrzeugen der Panzergrenadierbrigade 37.

Auftrag der Heimatschutzdivision

Die Heimatschutzdivision wurde 2025 aufgestellt. Sie ist die vierte Division des Heeres, führt die sechs bestehenden Heimatschutzregimenter und umfasst rund 6.000 Dienstposten. Zu ihren Aufgaben gehören:

  • der Schutz des deutschen Staatsgebiets,
  • die Sicherung verteidigungswichtiger Infrastruktur,
  • der Objektschutz,
  • die Unterstützung beim Aufmarsch von NATO-Kräften.

Außerdem unterstützen ihre Soldatinnen und Soldaten den zivilen Katastrophenschutz bei schweren Naturkatastrophen und Unglücksfällen.

Im Spannungs- und Verteidigungsfall soll die Division unter anderem Häfen, Flughäfen, Brücken, Bahnlinien und Energieanlagen sichern. Diese Aufgaben sind Teil der militärischen Verteidigungsplanung für Deutschland, des Operationsplans Deutschland (OPLAN DEU). Deutschland soll darin als „Drehscheibe“ den Aufmarsch und die Versorgung eigener und verbündeter Streitkräfte sicherstellen. Nach NATO-Planungen betrifft das mehrere hunderttausend Soldatinnen und Soldaten. Der OPLAN DEU ist als geheim eingestuft und wird fortlaufend aktualisiert.

Total
0
Shares
Related Posts
Total
0
Share